Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1911,
Über die Witterungsverhältnisse in Nikolajewsk gibt folgende Tabelle Auf-
schluß, die aus Beobachtungen von 5 Jahren zusammengestellt ist:
Monat
Januar ......
Februar .....4
März 2.0.0004
Apıl......4
Mal... 0.000
Juni .....
Tali.
August...
September. ..
Oktober .... 0
November ....
Dezember |
Mittlerer Mittlere
Luftdruck Lufttemperatur
mm
07 6
(55.0
60.0
(55,4
57.2
750.4
105.4
755.2
756.4
757.9
(57.2
736.9
7579
—24.3
—20.2
— 13.4
— 41
32
127
47.2
1:69
1
—11
9297
Niederschlag
1 T
10.16
7.37
15.00
31.75
29.21
31.24
26.67
23.11
71,88
14.22
34,29
15.00
Vorherrschende
Winde
W
W
W
W und O
0
So
so
So
und W
W
W
Wr
;
Stürme sind sehr selten; es wurde während der 5 Jahre nur ein einziger
aufgezeichnet. Im Dezember, Januar und Februar herrschen die stärksten
Winde, im August, September und Oktober treten die meisten Windstillen ein.
Die relative Feuchtigkeit schwankt im Sommer zwischen 81 und 88%, im
Winter soll sie größer sein. Nebel treten häufig bei südöstlichen Winden auf.
Kapt. W. Rosendahl hatte einlaufend Ende Juni 1906 flaue Winde, aus-
laufend anfangs Juli Sturm aus SO. Nach seinen Angaben weht hier der Wind
bei stürmischem Wetter meistens aus S oder SO.
Der Gesundheitszustand in Nikolajewsk war während der Anwesenheit
der eingangs angeführten Schiffe gut und es kamen keine klimatischen Krank-
heiten an Bord vor.
Eis. In der La Perouse-Straße südlich von der Insel Sachalin ist das
Fahrwasser während des ganzen Winters offen infolge der hohen Wasser-
temperatur der Japan-See; man findet in derselben nur während 2 bis 21/, Monate
Treibeis. An der Ostküste von Sachalin trifft man aber sogar im Sommer noch
Packeis, das vom Ochotskischen Meer längs der Küste treibt. Es ist schon vor-
yekommen, daß Eis, das sich an den vorspringenden Huken dieser Küste auf-
gehäuft hatte, noch im Monat Juli vorhanden war. Der Tartaren-Golf und die
gleichnamige Straße sind nördlich von der Verbindungslinie Castries-Bucht—Dui
im Winter durchschnittlich vier Monate durch Eis geschlossen. Die Verbindung
des Festlandes nördlich vom Kap Lazareva mit der gegenüberliegenden Insel
Sachalin wird dann über das Eis mit Hundeschlitten bewerkstelligt. Als
frühester Termin, an dem sich in der Tartaren-Straße Eis bildete, wird nach
15 jährigen Beobachtungen der 5. November, als spätester Termin, an dem das
Eis verschwand, der 22, Mai angegeben. Im Jahre 1889/90 war die Straße
75 Tage, im Jahre 1890/91 85 Tage zugefroren. Auch der Amur- und der
Sachalin-Golf sind bis hinauf zum Dorfe Kol auf 53° 39’ N-Br. von etwa Mitte
November bis Mai gefroren. Jedoch bricht das Eis auf dieser Breite im all-
gemeinen einen Monat früher auf, als in der Tartaren-Straße, da das Ochotskische
Meer nicht gefriert. Die Amur-Mündung ist gewöhnlich anfangs November
durch Eis geschlossen; etwa Ende Mai ist sie wieder offen. Das Eis bricht
gewöhnlich auf bei starkem Oberwasser des Stromes. Im Jahre 1894 war der
Fluß vom 16. Juni bis zum 22. Oktober für die Schiffahrt offen.
Einsteuerung. Das südliche Fahrwasser (South Channel), das, wie
schon erwähnt, nur von Schiffen mit weniger als 4.3 m Tiefgang benutzt werden
kann, ist eng; an verschiedenen Stellen fallen die Bänke unter Wasser steil ab,
so daß man beim Befahren dieses Fahrwassers die durch die an Land auf-
gestellten Richtbaken vorgeschriebenen Kurse mit großer Genauigkeit innehalten
muß, Zur besseren Orientierung sind fast überall Tonnen an den Stellen aus-
gelegt, wo der Kurs auf das nächste Paar Richtbaken geändert werden muß;