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Full text: 71, 1943

68 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1943. 
klimatischen und ozeanographischen Eigenschaften zusammenfassend, ein einheit- 
liches Bild entwerfen. Er schreitet bei der Einzelbetrachtung von Süden nach 
Norden fort. Die neueren Forschungsergebnisse sind möglichst berücksichtigt, 
daneben aber auch ältere seemännische Berichte, die zur Charakteristik der 
Meeresräume dienen können, aufgenommen. So wird deren Bedeutung für den 
Menschen und seine Verkehrsmittel auf und über dem Meer hervorgehoben. 
Leider kann hier auf Einzelheiten dieses umfangreichen Kapitels aus Raumrück- 
sichten nicht näher eingegangen werden. 
Die biologischen Verhältnisse des Ozeans sind wie in der früheren Auflage 
durch Prof. Ernst Hentschel behandelt worden. Die Anordnung des Stoffs ist 
aber etwas abweichend von der früheren, da vor allem die Ergebnisse der 
„Meteor“-Expedition, die von Hentschel und seinen Mitarbeitern in Band X 
bis XIII des „Meteor“-Werks veröffentlicht sind, eine stärkere Berücksichtigung der 
regionalen Verteilung der Mikroorganismen des Meeres ermöglichten. Der große 
Gegensatz, der sich in dem Reichtum des Planktons und der von ihm abhängigen 
Lebewelt in den höheren Breiten einerseits, in dessen Armut in den Subtropen 
und Tropen andrerseits zeigt, wird durch eingehendere Darlegungen sowie durch 
Textfiguren und Karten vor Augen geführt, Die Grenzen der Meeresgebiete 
nach der Planktondichte decken sich im wesentlichen mit der Verteilung der 
Wasserfarbe: je dichter, desto weniger blau; doch gibt es in den höheren Breiten 
Ausnahmen von der Regel, Die Karte der biologischen Hauptgebiete Hentschels, 
die das Quantitative und Qualitative des Planktons berücksichtigt, ähnelt der 
Einteilung in die physischen Regionen, aber die biologischen Grenzen sind noch 
fließender als die physischen, so daß auch hier die Einschaltung von Zwischen- 
regionen notwendig wurde, Die übersichtliche Beschreibung des organischen 
Lebens in den einzelnen Regionen, von Süden nach Norden fortschreitend, wird 
durch verschiedene Karten ergänzt.‘ 
Das von Schott verfaßte Schlußkapitel „Der Mensch auf dem Atlantischen 
Ozean“ beginnt mit einer Schilderung der Hauptverkehrsadern, Die Statistik 
über den Anteil der verschiedenen Verkehrsmittel am transozeanischen Verkehr 
wird durch Angaben für 1939 ergänzt. 1914 waren noch 8.1% der Schiffe 
Segler, 1939 nur noch 1.3%, Motorschiffe dagegen 0.5 bzw. 24.4%, Dampfer 
99.4 bzw, 74.3%. Die Zunahme der Motorschiffahrt schreitet rasch weiter fort. 
Die international vereinbarten Dampferwege zwischen dem Kanal und New 
York usw. sind nach der neueren Vereinbarung von 1931 angegeben, Der atlan- 
tische Luftverkehr ist mit Hinweisen auf die Darstellung von H. Seilkopf im 
„Seewart“, 1937, und auf die Artikel in der Sammlung „Das Meer“ (Band II, 
Berlin 1934) neu aufgenommen. Zugleich wird auf die wachsende wissenschaft- 
liche Bedeutung von Flügen über unbekannte Erdräume wie die Polargebiete 
hingewiesen. Es folgen dann Ausführungen über die wirtschaftliche Bedeutung 
des atlantischen Seeverkehrs, die jene der andern Ozeane weit übertrifft. Die 
Leitung der Weltschiffahrtslinien lag zuletzt zu 90% in Häfen des Atlantischen 
Ozeans und seiner Nebenmeere, Die manchmal geäußerte Ansicht, daß der Stille 
Ozean der in Zukunft bevorzugte Schauplatz der Weltschiffahrt werden würde, 
erscheint dem Verfasser abwegig. Schon die geographische Tatsache, daß ihm 
Nord- und Südamerika ihre gebirgige Rückseite, dem Atlantischen ihre Front 
zukehren, wird sich abgesehen von andern Momenten, wie der verschiedenen 
Größe und Küstenferne, immer durchsetzen. -— Das Kapitel über Fischfang und 
Walfang ist durch neuere statistische Angaben ergänzt, 
Am Schluß. gibt Schott einen kurzen Überblick über die geopolitische 
Stellung des Atlantischen Ozeans vor und nach 1914 und zitiert aus der 2. Auf- 
lage seine Voraussage, die durch die neuesten Ereignisse, vor allem durch den 
wachsenden Machtanspruch der U.S. A. auf Kosten Englands, ihre Bestätigung 
gefunden hat. So ist heute der Atlantische Ozean mit seinen Nebenmeeren und 
Gestaden zum Kriegsgebiet geworden, auf dem Deutschland und Italien ihren 
berechtigten Anspruch auf Seegeltung zu erkämpfen entschlossen sind.
	        
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