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Full text: 71, 1943

Meinsrdus, Wilh,: Gerhard Schott, Geographie des Atlantischen Ozeans. 67 
und stimme Schotts Einwänden gegen die Benutzung von Eingradfelderwerten 
zu. Die starken Windungen der Wasserisothermen auf den Karten sind z. T. 
darauf zurückzuführen. Schott hat ihren Verlauf vereinfacht, wozu ihn auch 
der kleinere Maßstab seiner Karten (1: 130 Mill.) gegenüber den „Meteor“-Karten 
(1:55 Mill.) veranlassen mußte, 
Die Strömungs- und Eisverhältnisse werden im großen Überblick dargestellt. 
Dabei wird nun auch den subpolaren und subtropischen Konvergenz- und den 
Divergenzlinien stärkere Beachtung geschenkt. Leider fehlen auf der Strömungs- 
karte die geographisch so ungemein wichtigen Angaben, welche Strömungen als 
relativ warm, welche als kalt anzusehen sind, Gerade ein solcher Hinweis hätte 
dem Bestreben des Verfassers nach einer Synthese entsprochen. Die Eisgrenzen 
im Süden sind nach den neueren Angaben eines norwegischen Atlas für einzelne 
Zeittermine angegeben, Es zeigt sich, daß zwischen der Bouvet-Strömung und 
dem antarktischen Eisrand eine Zone gelockerterer Eisbedeckung und wärmeren 
Wassers eingeschaltet ist, so daß man von Norden nach Süden fahrend eine Art 
horizontaler Temperaturinversion erlebt (vgl. G, E. R, Deacon, Ann. d. Hydr, 
1934, S. 131), Auch die Eigenschaften des Wassers bis zu 1000 m Tiefe kommen 
durch Karten der Temperatur und des Salzgehalıs für 400 und 1000 m zur An- 
schauung und werden durch Längsprofile im Text dem Leser nähergebracht, 
Die Verschiedenheiten der tieferen Wasserschichten werden dann für die einzelnen 
Teile des Ozeans eingehender dargestellt und durch eine größere Zahl von 
Lotungsserien erläutert. — Im Kapitel über die Gezeiten findet man neue Karten 
der Flutstundenlinien, der Springtidenhube und der Gezeitenströmungen in der 
Nordsee und den britischen Gewässern, Daß auch auf dem offenen Ozean Tiden- 
ströme und in tieferen Schichten wellenartige Bewegungen, interne Gezeiten- 
wellen, auftreten, ist mittels Beobachtungen an den Ankerstationen der „Meteor“. 
Expedition von A. Defant nachgewiesen, Die lehrreiche Tabelle der Areale der 
einzelnen Temperaturstufen und der positiven und negativen Wärmeanomalien 
auf der nördlichen und südlichen Halbkugel ist in der Neuauflage leider in 
Wegfall gekommen. Man konnte daraus u, a. die weit größere Ausdehnung 
kalten Wassers auf der Südhalbkugel entnehmen, 
Nach der übersichtlichen allgemeinen Schilderung der physischen Erschei- 
nungen an und über der Meeresoberfläche geht Schott dann an das „Kernstück“ 
seines Buches heran, nämlich an die Charakterisierung der einzelnen „natürlichen 
Regionen“, in die er den Aılantischen Ozean teilt. - In der vorigen Auflage war 
die Einteilung des Ozeans getrennt nach Klima und Wassereigenschaften vor- 
genommen, so daß zwei verschiedene Gliederungen nebeneinander bestanden. 
Durch die Kombination beider Erscheinungsgruppen kommen nun in der neuen 
Auflage die geographischen Besonderheiten der einzelnen Meeresgebiete besser 
zur Anschauung. Nach welchem Prinzip Schott bei der Abgrenzung der Regionen 
vorgegangen ist, hat er ausführlicher schon in einem früheren Aufsatz dar- 
gelegt!). Es sind für ihn die Erscheinungen an „der lebensnahen Oberfläche 
des Meeres“, d.h. in der obersten Wasserschicht und in den untersten Luft- 
schichten, für die Gliederung der Meeresräume maßgebend, nicht etwa das Relief 
des Meeresbodens, das von G. Wüst für eine Gliederung des Weltmeeres vor- 
geschlagen wurde (Peterm. Mitt. 1936, S. 33, Taf. 5 u. 6). 
Naturgemäß wird man auch dann, wenn man mit Schott die geographischen 
Erscheinungen an der Meeresoberfläche entscheiden läßt, über die Grenzführung 
der einzelnen „natürlichen“ Regionen an manchen Stellen im Zweifel sein, da, ab- 
weichend von den Landschaften des Festlandes, eine deutliche Abgrenzung auf 
dem Meere weit seltener ist. So wird es notwendig, hier Übergangsgebiete ein- 
zuschalten, die als fließende Grenzsäume anzusehen sind. 
Schott hat den Atlantischen Ozean von diesen Gesichtspunkten aus in 
19 Regionen aufgeteilt, die er nun im einzelnen charakterisiert. Dabei konnte 
er für jede, die in der vorigen Auflage noch getrennt behandelten Merkmale der 
3, G. Schott, Die Aufteilung der drei Ozeane in natürliche Regionen. Peterm, Mitt, 1936, 
© 165. 218, Tafel 24.
	        
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