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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 71 (1943)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1943, 
Meerwassers andrerseits in ihrer Verteilung z., T. auch für die 400 m- und die 
1000 m-Tiefen dargestellt sind. Karten und Figuren im Text ergänzen die 
Tafeln. So sind z. B. Karten des Temperaturunterschiedes zwischen Luft- und 
Wassertemperatur im Februar und August neu aufgenommen, statt der Jahres- 
karte, auf der die Erscheinungen verwischt sind, Es wird besonders hingewiesen 
auf die Gebiete, in denen abweichend von der Regel die Wassertemperatur 
niedriger ist als die Lufttemperatur, so im Bereich der braven Westwinde 
zwischen 45° und 60° S im Sommer (Februar), zwischen 40° und 50° S im Winter 
(August). — Die Isothermen der Luft hat Schott auf seinen Karten etwas gegen 
den Äquator verschoben, nachdem E, Kuhlbrodt auf dem „Meteor“ festgestellt 
hatte, daß die bisherigen von Bord der Schiffe stammenden Beobachtungen um 
einige Zehntel zu hoch ausfielen (vgl. Ann. d. Hydr. 1936, S, 259 bis 264). — Die 
Jahreskarte des Niederschlags ist vom Verfasser neu gezeichnet mit der Tendenz, 
für den offenen Ozean etwas geringere Niederschläge anzunehmen als bisher, 
da die Beobachtungen auf den Inseln manchmal nur lokalgesteigerte Nieder- 
schläge ergeben und daher nicht, wie es bisher wohl geschehen, ohne weiteres 
für die Darstellung in ihrer Umgebung übernommen werden dürfen. Doch 
glaube ich, daß der Verfasser in dem Bestreben, die Flächen geringerer Nieder- 
schlagsstufen gegenüber der früheren. Darstellung zu vergrößern, stellenweise 
zu weit gegangen ist. So sind z. B. die Regenhöhen für das Gebiet der Großen 
Antillen und der Bermudas mit weniger als 1000 mm wohl in Anbetracht der 
Wärme des Meeres und der zyklonalen Störungen zu niedrig angesetzt. Im süd- 
westlichen Atlantischen Ozean sind die Flächen mit < 500 mm bis über 30° S 
zu weit ausgedehnt, denn gerade östlich der La Plata-Bucht kommt es oft zu 
starken Wirbelbildungen und heftigen Regen, Aus demselben Grunde ist auch 
wohl die Ausdehnung der Regenzone mit > 1000 ınnm im Gebiet der Westwinde 
jetzt zu schmal ausgefallen. Daß sogar schon in 24° S, 28° W starke Regen vor- 
kommen, zeigt u, a. eine „Meteor“-Beobachtung mit 49 mm in 24 Stunden (vgl. 
Ann. d. Hydr, 1941, S. 48). Die Darstellung auf den dem Ozean benachbarten 
Festländern ist an einigen Stellen nicht genau, so an der Ostküste der U.S, A, 
wo überall > 1000 mm, und an der Küste von Guayana, wo > 2000 mm fallen, 
Daß die Trockenheit der Passate durch Einfügung der 100 mm-Isohyete besser 
als früher zur Anschauung kommt, ist andrerseits ein Vorzug gegen die 
frühere Karte. 
Das Kapitel über die Eigenschaften der Atmosphäre wird beschlossen durch 
eine Darstellung des Verhaltens der Luftschichten zwischen 0 und 4000 m Höhe, 
weil in diesen sich bisher der Seeflugverkehr bewegt. Außer den älteren Beob- 
achtungen sind dabei die „Meteor“-Beobachtungen verwertet, die von E. Kuhl- 
brodt und J. Reger im „Meteor“. Werk, Band XIV und XV, veröffentlicht wurden. 
Mit ihrer Hilfe und anderen Beobachtungen aus den höheren Breiten hat Schott 
die Temperaturverhältnisse bis 4000 m Höhe zwischen 80° N und 80° S durch 
Isoplethen sehr anschaulich gemacht und in gleicher Weise auch die Wind- 
verhältnisse, So treten u.a, die Temperaturinversionen zwischen 1000 und 1500 m 
in den Passatgebieten deutlich hervor. Auch eine Karte der Luftströmungen 
im Nordatlantik in 3000 bis 4000 m von Oktober bis Mai mit Angabe der Wind- 
beständigkeit (nicht Häufigkeit!) ist sehr instruktiv und für den Flugverkehr 
von Bedeutung, Eine Profildarstellung von H. Seilkopf gibt einen Einblick in 
das Luftströmungssystem zwischen 35° N und dem Äquator. 
Ein weiteres Kapitel gibt die Haupteigenschaften des atlantischen Wassers 
an. Die Isothermen der Meeresoberfläche sind nach dem von G. Böhnecke 
bearbeiteten Atlas des „Meteor“-Werks, Band V, 1936, verbessert, z. T, aber auch, 
namentlich in den höheren südlichen Breiten, abweichend davon entworfen, 
Dies wird damit begründet, daß die von Böhnecke benutzten Werte der Ein- 
gradfelder zu stark durch die Zufälligkeiten der Witterung beeinflußt erscheinen, 
die zudem für die Wahl der Schiffskurse im Einzelfall maßgebend werden 
können. Schott .weist auf die Fehlerquellen hin, die daraus für die Darstellung 
der Temperatur verteilung entstehen (S. 426), Ich hatte früher einmal Gelegenheit, 
diese Fehlerquellen systematisch zu behandeln (Zeitschr. Ges, f, Erdk., Berlin 1894),
	        
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