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Full text: 71, 1943

Jensen, Chr.: Neutrale Punkte der atmosphärischen Polarisation in Windhuk, 59 
grad angegebenen Punktabstände, zuerst für die Abend- und dann für die 
Morgenbeobachtungen des Aragoschen Punktes, sodann die entsprechenden 
Werte für die Babinet-Abstände, Neben den Werten ist die Zahl der für die 
gradweise angegebenen Werte zur Verfügung stehenden Einzelbeobachtungen an- 
gegeben, damit man sich ein gewisses Urteil über die angegebenen Werte machen 
kann. Es liegen, wie man sehen wird, überwiegend Abendmessungen vor. Einem 
von Busch eingeführten Gebrauch entsprechend habe ich die mir von Hoffmeister 
gegebenen Einzelwerte so zusammengefaßt, daß unter n.5° alle Werte von +n.9 
bis n° fallen und unter —n.5° alle zwischen —n.1 und —(n + 1)°. Hinzugefügt 
sind (15 Blätter) die von Hoffmeister bei den Beobachtungen gemachten Be- 
merkungen über die scheinbare Sichtigkeit, Dunst usw. Für einige Angaben 
konnte ich nachträglich durch Interpolation die Sonnenhöhen feststellen. 
Das Jahr 1937 war durch eine verhältnismäßig starke Sonnentätigkeit charak- 
terisiert. Nach S. 227 der Meteorologischen Zeitschrift 1938 verteilten sich die 
Sonnenflecken-Relativzahlen folgendermaßen auf die verschiedenen Monate: 1285; 
83.9; 109.3; 116.7; 130.3; 145.1; 137.7; 100.7; 124,9; 74.4 und 88.8, so daß der 
Mittelwert sich auf 144.4 beläuft, Ein stärkeres Ansteigen der Fleckenzahl 
setzte erst im letzten Quartal von 1936 ein. Der Durchschnittswert für 1937 
überragt noch etwas den für 1917 geltenden (103.9)!). So hätte man vielleicht 
erwarten können, daß sich ein Einfluß erhöhter Sonnentätigkeit auf den Gang 
der neutralen Punkte gezeigt hätte, und zwar um so mehr, als — S. 227 der 
Met. Z. von 1938 — in jedem Monat mehrfach über den Eintritt eines größeren 
Tätigkeitsherdes auf der sichtbaren Sonnenscheibe berichtet wird. Die Zahl der 
Flecken ist aber sicher nicht entscheidend, ganz abgesehen davon, daß etwa 
von der Sonne ausgesandte Korpuskeln nicht notwendigerweise sämtliche Orte 
der Erde treffen (s. die Wirkung des erdmagnetischen Feldes), und da ohne die 
nötigen Vorbedingungen zur Kondensation des Wasserdampfes auch der Eintritt 
der Teilchen bzw. Strahlen nichts nützt. Es ist weiter zu bedenken, daß nach 
Dorno®) aus verschiedenen von ihm angeführten Gründen, wobei vor allem auch 
das Alter der Flecken berücksichtigt wird, der Zusammenhang zwischen den 
Relativzahlen und den etwa in der Atmosphäre auftretenden Störungen ein- 
facher sein dürfte. Zu allem kommt hinzu, daß es sich bei den Flecken nur um 
eine Ausdrucksform der sich in der Sonne abspielenden Vorgänge ist und daß 
vor allem nach Bartels’) die magnetischen Charakterzahlen ein noch feineres 
Reagens auf Störungsvorgänge in der Sonne zu sein scheinen als die Flecken, 
Jedenfalls habe ich nichts entdecken können, was irgendwie auf Zusammenhänge 
der beobachteten neutralen Punkte mit besonderen Vorgängen auf der Sonne könnte 
schließen lassen, Überhaupt habe ich besondere Störungen irgendwelcher Art nicht 
konstatieren können. Wir werden das hernach an Hand der Kurven sehen. 
Einen Überblick über die gesamten Arago: und Babinet-Beobachtungen 
geben die Tabellen 19a und b sowie 20a und b (Tafel 4 und 5). 
Zur Berechnung der Durchschnittswerte habe ich nur vollständige Reihen 
benutzt, d. h. solche, wo im ganzen Bereich der jeweils angegebenen Sonnenhöhen 
beobachtete Werte vorlagen, bzw. solche, die durch einfache Interpolation er- 
halten werden konnten, So wurden zunächst 13 Abendbeobachtungen des A- 
Punktes — im Mai der 1., 2., 28., im Juni der 2., im Juli der 17., im August 
der 13., 14., 17. und 18, und im September der 11., 13, 20, und 24. — im 
Intervall zwischen +3.5° und —4.,5° Sonnenhöhe zusammengefaßt, Die ent- 
sprechenden Durchschnittswerte sind: 17.7°, 17.6°%, 17.3°, 17.1°, 16,6°, 16.9°, 17.29, 
185° und 20.8°. Das Minimum liegt bei einer Sonnenhöhe von —0.5°, was 
durchaus für störungsfreie Verhältnisse spricht, ebenso wie die geringe Amplitude 
von 1.1°. Hieraus ergab sich die Kurve Abb. 9. — Ich gebe gleich die ent- 
sprechenden absoluten bzw. relativen (prozentischen) Schwankungen. Sie sind 
der Reihe nach: 0.94, 0.85, 0.81, 0.65, 0.69, 0,35, 0.58, 0.72 und 0.60 bzw. 5.30 %, 
‚ 8, Met. Taschenbuch II von Fr. Linke, S. 312. — % C. Dorno, Veröff, Königl. Preuß. 
Met. Inst. 295, 1917, 81. — % J. Bartels, El. Nachrichtentechn., Sonderheft 10, 1933, 8, hier auch 
N Nr ah Ergebnisse und Probleme der Sonnenforschung, Probleme der kosmischen Phyuk,
	        
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