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Volltext: 71, 1943

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1943, 
Es lag zunächst der Gedanke nahe, die Störung auf Konto der Ausbrüche der 
süditalienischen Vulkane zu setzen. Solche fanden sowohl im Jahre 1906 wie auch 
im Jahre 1907 statt. Auf ein schwaches Anwachsen der Punktabstände bei positiven 
Sonnenhöhen im Sommer 1906 hatte Busch?) bereits im Jahre 1908 hingewiesen. 
Es war aber auffallend, daß der Einfluß im genannten Jahre nicht bedeutender 
war, da der Ausbruch des Vesuv von 1906 die Ausbrüche von 1907 erheb- 
lich übertraf. Immerhin konnte die Möglichkeit ins Auge gefaßt werden, daß 
hier eine Verschiedenheit der störenden Teilchen in Frage kommt. Nach dem, 
was wir aus den grundlegenden Dornoschen Untersuchungen über die Auswir- 
kung verstärkter Sonnentätigkeit auf den Gang der neutralen Punkte kennen- 
gelernt haben, wäre der Gedanke abwegig, die Phänomene in Verbindung bringen 
zu wollen mit der im Jahre 1907 immer noch recht starken Sonnentätigkeit. 
Linke gibt in seinem Meteorologischen Taschenbuch II die Fleckenrelativzahl 
zu 62.0 an; das Jahresmittel z. Z. des Maximums im Jahre 1905 betrug auch nur 
63.5. Auch M. Wolf führte eine von ihm verfolgte Eintrübung, die vor allem 
stark bemerkbar war Mitte Mai 1907 und am 20. Juni verschwand, auf die Aus- 
brüche der süditalienischen Vulkane im Jahre 1907 zurück. Ich kam schließlich 
auf den Gedanken, daß dies Novum vielleicht auf eine verhältnismäßig tiefliegende 
Trübungsschicht zurückzuführen sei, so gedacht, daß die Gewalt des Ausbruchs 
im Jahre 1907 nicht hingereicht habe, um die Auswurfstoffe in größere Höhen 
zu befördern. Im Jahre 1924 ist ein Ereignis bekannt geworden, daß möglicher- 
weise zur Erklärung der Störung herangezogen werden kann. Erst lange nach 
dem Weltkrieg konstatierte ein schwedischer Mineraloge, daß Ende März 1907 
ein außerordentlich starker Vulkanausbruch auf Kamtschatka stattgefunden hat, 
der des Ksudatch*), Trotz allem muß man den Gedanken weiter verfolgen, daß, 
ganz abgesehen vom Material und der Größe der Fremdpartikel, offenbar die 
Höhenlage der trübenden Schichten von nicht zu vernachlässigender Bedeutung 
für den Gang der Punktabstände ist. Am gesichertsten in dieser Hinsicht dürfte 
wohl zunächst die Beziehung zur Sonnentätigkeit sein, Die zunächst von M. Wolf 
auf dem Königstuhl bei Heidelberg am 9. Juni 1929 konstatierte und hernach 
ab 14, Juni auch von A. Peppler®) in Karlsruhe weiter verfolgte Störung war 
dadurch charakterisiert, daß sie jedenfalls in allererster Linie nur die Strato- 
sphäre betraf; die Aktinometermessungen zeigten eine bedeutende Schwächung 
der Sonnenstrahlungs-Intensität, wohingegen aus Sichtmessungen sicher hervor- 
ging, daß die bodennahen Schichten jedenfalls nicht in nennenswerter Weise 
getrübt waren. Bedauerlicherweise liegen jedenfalls aus der eigentlichen Störungs- 
periode keine Beobachtungen der neutralen Punkte vor. 
Bevor wir nun zur Betrachtung anderer Reinheitskriterien übergehen, sollen 
einige Korrelationen zwischen dem Arago- Abstand und der Differenz zwischen 
dem Arago- und Babinet-Abstand zwischen den Sonnenhöhen +0.5° und 
—2.5° genannt werden (s. Tabelle 15), 
Tabelle 15, 
" Zahl der 
Reihen 
DA 
3 
A 
Arago- Abstand bei -+3.5° CH. und der Differenz zwischen 
dem A- und Ba-Abstand bei — 1.5° ()H. in Arnsberg 1918 
4-Abstand bei +3.5° C)H. und der Ditferenz zwischen dem 
A- und Ba-Abstand bei —2.5° (JH. in Arnsberg 1905... 
Arago-Ahstand bei + 3.5 ()H. und A-Ba- Abstand bei 
—2.5° OH. in Arnsberg 1906 ‚rer 
A-Amplitude zwischen +3.5° und —0.5° C)H. und der 
Ditferenz zwischen dem A- und Ba-Abstand bei —1,5° 
C)H. in Arnsberg 1918... 
17 
az 
‚B 
—0.320. 0.141 
—0.403 -- 0.123 
„0887 -!1_ 0.004 
0.414 —— 0.136 
4) Fr. Busch, Fine neue Störung der atmosphärischen Polarisation, Met, Z, 1908, 412-414. — 
2) S,E. Hulten, Medd fr, Stockholms Hoegskol, Mineral. Inst, 1924, No. 48; s. a. Hulten, Geol, 
Fören. j. Stockholm: Förhandl, Bd. 46, H, 5, 1924, -- 3) A, Peppler, Trübungserscheinungen in der 
Stratosphäre, Zs. f. angew. Met, 1929, 225—233, 5. hierzu Chr. Jensen, Strahlungsmessungen auf 
Amrum im August und September 1929, Ann. Hydr. usw. 1933, 203—221,
	        
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