34
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1943.
Abbildung 7 dargestellten Kurven. Eine nicht geringe Ähnlichkeit mit den vor-
hergehenden, für die Zeit erhöhter Sonnentätigkeit charakteristischen Kurven
springt in die Augen. Da nun Dorno?) im Jahre 1920 über eine in Davos
konstatierte Herbst- und Winterstörung 1919/20 mit
Hauptmaximis vom 27. zum 29. August sowie vom
10. bis 12. September 1919 und vom 18. zum 24. Fe-
bruar 1920 berichtet hatte, die in jedem Falle durch
eine recht hoch schwebende Störungsschicht verur-
sacht sein müsse, lag der Gedanke nahe genug, die
Trübung wegen der absoluten Übereinstimmung hin-
sichtlich der Zeit mit der von Dorno für Davos
konstatierten Septemberstörung zu identifizieren. Als
eins der Hauptkriterien für eine durch verstärkte
Sonnentätigkeit verursachte Trübung betrachtet
Dorno die tiefe Lage der Ba-Kurve unter der
A-Kurve, so gedacht, daß jedenfalls vor allem durch
die hohe Trübungsschicht die Ba-Kurve eine Senkung
gegenüber normalen Zeiten erlitten hat, Da nun in
Nowawes erst im Jahre 1912 mit den Messungen der
neutralen Punkte begonnen war, ist es nicht leicht,
zu wissen, was man als Vergleichswert des Ba-Abstandes benutzen soll. Es liegt
jedenfalls am nächsten, die Septemberkurve 1919 mit den Durchschnittswerten
von 1915 sowie von 1918 zu vergleichen. Bedauerlicherweise kann sich aber dieser
Vergleich nur auf die zwischen + 2.5° und — 0.5° Sonnenhöhe liegenden Werte
beziehen. Die Tabelle 13 zeigt die Werte.
Wie man sieht, liegen sämtliche Werte für 1919 unter den entsprechenden
für 19135 und 1918. Auch von diesem Gesichtspunkt aus würde also kaum etwas
gegen die Ansicht sprechen, daß wir es Tabelle 13.
im September 1919 in Nowawes mit der
Auswirkung der nämlichen Störung zu
tun haben, die in Davos konstatiert wurde
und von Dorno in Zusammenhang. mit
verstärkter Sonnentätigkeit gebracht
wurde. Man wird auch zugeben müssen,
daß der ganze Habitus der Kurve außer-
ordentlich dem der Abbildung entspricht. Typisch für beide Kurven scheint
mir nicht am wenigsten die Tatsache, daß die Amplitude nicht übergroß ist,
im Gegensatz zu den verhältnismäßig großen Ampli-
tuden zu Zeiten der Auswirkung starker Vulkan-
ausbrüche. Das Jahr 1919 wies noch eine andere
Anomalie der Kurven der Arago- und Babinet-
Kurven auf; wiederum wurde die Störung sowohl
in Davos wie in Nowawes konstatiert, in Davos
allerdings durch Verfolgung der Polarisationsgröße
im Punkt maximaler Polarisation, in Nowawes mittels
der Bestimmung der Abstände genannter neutraler
Punkte. Dorno*) erwähnt, daß in Davos die
Störung vom 29, Mai bis Mitte Juni reichte; für
dessen Maximum gibt er die Zeit zwischen dem
29. Mai und dem 4. Juni an. Die Kurven der Abb. 8
zeigen den Durchschnittswert der in Nowawes am
30. und 31. Mai sowie am 1. Juni gewonnenen Ab-
standswerte. Smosarski war so freundlich, mir
sein in Warschau gewonnenes Beobachtungsmaterial
zur Verfügung zu stellen. Aus der Verarbeitung
ging hervor, daß auch dort die erste Trübung
vorhanden gewesen war. Bedauerlicherweise hatte aber zwischen dem 24. Mai
U ©. Dorno, Met. Z. 1920, 79—82,