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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 71 (1943)

Jensen, Chr.: Neutrale Punkte der atmosphärischen Polarisation in Windhuk. 538 
für die Zeit zwischen dem August 1916 und dem Februar 1917 für Davos 
gefundene Kurve. Genaueres muß aus der Arbeit ersehen werden, Das Ganze 
läuft auf ein Problem der Verteilung der Helligkeit über den Himmel hinaus, 
und zwar sowohl der Gesamthelligkeit wie auch der Helligkeit der beiden senk- 
recht zueinander stehenden Hauptschwingungskomponenten. Ausgehend von dem 
Gedanken, daß nach Sonnenuntergang (bzw. morgens vor Sonnenaufgang) stets die- 
jenigen Punkte des Sonnenvertikals die am 
meisten gesteigerte Helligkeit besitzen, die 
kurz oberhalb des Schnittpunktes der 
Grenzstrahlen mit der noch reflektierenden 
(bzw. diffundierenden) Atmosphäre liegen, 
so daß mit sinkender Sonne die Himmels- 
gegend des A-Punktes, dann die des Zenits 
und schließlich die des Ba-Punktes relativ 
am hellsten ist, folgerte er, daß die ver- 
hältnismäßig große Helligkeit des Zenit- 
punktes die außergewöhnlich geringen 
Abstände des Ba-Punktes bis zu — 5.5° 
Sonnenhöhe veranlassen muß, und weist 
weiter darauf hin, daß unter Berück- 
sichtigung des Helligkeitsverhältnisses 
Zenit: Horizont und der Bewegung des 
Erdschattens der jäho Anstieg des Ba- 
Punktes am Schlusse der Dämmerung ver- 
ständlich wird. Den etwas geringeren An- 
stieg des A-Punktes möchte er vor allem 
durch die in der in Frage kommenden Zeit- 
periode ganz anormal intensive und lang 
anhaltende untere Gegendämmerung er- 
klären. Gegen diese Argumente scheint im wesentlichen nichts einzuwenden zu 
sein, und die Erscheinungen dürften in erster Annäherung, wenn man sonstige 
Trübungsschichten außer acht läßt, ihre Erklärung finden. Nur muß darauf hin- 
gewiesen werden, daß die alleinige Berücksichtigung des Helligkeitsverhältnisses 
Zenit: Horizont einen gewissen Notbehelf darstellt in Ermangelung genauerer Daten 
über die Verteilung der Helligkeit — am Himmel und vor allem auf dem ganzen 
Sonnenvertikal — und daß Dorno selber!) an anderer Stelle seiner großen 
Arbeit sehr deutlich darauf hinweist, daß das Verhältnis des von den unteren 
und den oberen Luftschichten — darauf kommt es an — zum Beobachter 
gelangenden Lichtes genügend nur durch die das ganze Sonnenvertikal betref- 
fenden Helligkeitskurven und nicht etwa nur durch das Verhältnis Zenit zu 
Horizont charakterisiert wird, und weiter, daß nicht nur die Gesamthelligkeit, 
sondern auch das Verhältnis der Helligkeit der senkrecht zueinander stehenden 
Hauptschwingungskomponenten zu berücksichtigen ist. Es ist durchaus verständ- 
lich, daß er zunächst besonderes Gewicht auf die großen Abstände der Ba- von 
der A-Kurve legte und versuchte, sie auf Konto der verstärkten Sonnentätigkeit 
zu setzen. Die großen Abstände mußten ihm in Davos besonders auffallen, da 
sie, wie ich bereits zeigte, in normalen Zeiten gegenüber anderen Orten sehr 
klein waren und da die Ba-Kurve zu Zeiten starker durch Vulkanausbrüche 
bedingter Trübung schon bei positiven Sonnenhöhen mehr oder weniger stark 
auch in Davos die A-Kurve überragte. Dorno denkt sich also bei seinem 
Erklärungsversuch eine dem normalen Himmel überlagerte hohe, helle Luft- 
schicht. Durch die hohe, helle, lichtzerstreuende Schicht wird natürlich der 
darunterliegenden Schicht Licht entzogen. Das hat er bewußt unberücksichtigt 
gelassen; eine restlose Erklärung verlangt natürlich diese Berücksichtigung. Bei 
Verarbeitung des mir von Herrn Architekt H., Menze in Nowawes (heute Babels- 
berg I) freundlichst zur Verfügung gestellten Beobachtungsmaterials erhielt ich 
für das Mittel aus den Werten vom 10., 11. und 12. September 1919 die in der 
CN 
1) € Dorno, Leit. 1919, 194 u. f.
	        
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