276 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1893,
strom beobachtet wurde. Die Barometerstände waren während der ganzen Zeit
normal und schwankten zwischen 760 und 764,4 mm.
Reise von Jaluit nach Matupi. Am 10. Dezember 1892 morgens ver-
ließ S. M. Krzr. „Sperber“ Jaluit, passirte am 16. Dezember die Insel Sir Charles
Hardy und traf am nächsten Tage in der Blanche-Bai ein.
Das Wetter war während der Reise fast beständig gut; der Wind sehr
veränderlich, sowohl was die Richtung als auch die Stärke anbetrifft, die zwischen 1
und 5 schwankte, auch wurden vielfach Stillen angetroffen. Westliche und nordwest-
liche Dünung wurde vom 160.° bis zum St. Georgs-Kanal beobachtet. Fast während
der ganzen Ueberfahrt ist nur östlicher Strom konstatirt worden, und erst auf
154° O-Lg wurde ein schwacher westlicher Strom beobachtet. Im St. Georgs-
Kanal wurde gar kein Strom angetroffen.
Reise von Herbertshöh nach Kaiser Wilhelms-Land und durch
den Bismarck-Archipel. Am 28. Dezember verließ S. M. Krzr. „Sperber“
die Blanche-Bai, um nach Neu-Guinea zu gehen. Unterwegs sollte die Wide-
oder Spacious-Bucht rekognoscirt werden. Es wurde zu dem Zweck auf 0,5 bis
1 Sm an der Ostküste von Neu-Pommern entlang gedampft und irgend welche
Gefahren dabei nicht bemerkt. Die Küste verläuft jedoch nicht so, wie sie in
der Karte Tit. XII No. 119a — 91-— eingetragen ist. Durch Peilungen, Ab-
standsbestimmungen und Observationen wurden die richtigeren Umrisse fest-
gestellt. Die zwischen Tongue- und Turner-Spitze gelegene Henry Reid-Bai
wurde vermessen.
Die Bucht ist von niedrigen, zum Theil stark bewaldeten Ufern eingeschlossen,
nur in dem westlichen und südlichen Theil treten die Bäume etwas zurück, und
hier findet sich ein ca 50 m breiter Sandstrand. In den westlichen Theil münden
zwei Flüsse, von denen der nördlichere, Henry Reid-Fluls, ca 50 m breit, der
südlichere, Powell-Flufs, ca 100m breit ist und welche beide schon kurz vor der
Mündung gutes, frisches Wasser enthalten. Der Strand ist fast vollständig frei
von vorgelagerten Riffen, nur an der Nordseite zieht sich vom Henry Reid-Flufs
bis zur Tongue-Spitze ein Korallenriff hin, das bei Letzterer seine grölste Breite
von ca 60 m erreicht und dann bis auf 20 m zurücktritt. Südlich vom Powell-
Fluß ist eine Landung selbst mit tiefgehenden Booten gut ausführbar. Sand-
strand sowie 4 m tiefes Wasser bis unmittelbar vor dem Strande lassen ein
direktes Auffahren auf den Strand mit schweren Booten zu. Dagegen ist beim
Landen mit Booten zwischen beiden Flulsmündungen sowie beim Einlaufen in
letztere Vorsicht geboten, da zahlreiche Baumstämme sowohl vor dem Strande
lagern, als auch im Boden stecken, die des gelblichen Flulswassers wegen nicht
sichtbar sind und Booten daher gefährlich werden können.
S. M. Krzr. „Sperber“ ankerte hinter Tongue-Spitze in der Richtung
Tongue-Spitze in SOzS und
Turner-Spitze in SSW
in 28 m Wassertiefe. Dieser Theil der Bucht dürfte auch gegen Südostwind gut
geschützt sein. Die Bucht ist wenig bewohnt, nur an dem südlichen Ufer und
auf der Brown-Insel wurden Eingeborene angetroffen.
Das Barometer schwankte während des Aufenthaltes zwischen 64,8 und
60,2 mm. Der Wasserstand änderte 1,70 m. Eine Vertonung von der die
Henry Reid-Bai nach Ost begrenzenden Halbinsel mit der Tongue-Spitze in der
Peilung W?’A48S ca 6 Sm ab folgt hier.
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Am 2. Januar d. Js. wurde die Henry Reid-Bai verlassen, um die Reise
nach Kaiser Wilhelms-Land anzutreten und an der Südseite der Wide-Bucht bis
Kap Oxford auf 0,7 bis 1,2 Sm Entfernung an der Küste entlang gedampft. Durch
Peilungen, Abstandsbestimmungen und Ablaufen von Distanzen wurden auch hier
die Konturen der Küste festgestellt.
Gefahren irgend welcher Art wurden auf dieser Fahrt außer dem bereits
bekannten, nördlich von Return Point gelegenen Stein nicht bemerkt.