Jensen, Chr.: Neutrale Punkte der atmosphärischen Polarisation in Windhuk, 51
auch auf Zeiten allgemeiner Trübungen beziehen soll, ist es nicht gut in Ein-
klang mit seinen Äußerungen auf 8. 187 des großen Werkes und auch nicht mit
Tabelle 47b vom zweiten Band desselben zu bringen. Er sagt richtig, daß es
gut erkennbar bei der Sonnenhöhe von etwa +11.5° ist, Die Durchschnittswerte
der Tabelle zeigen das Maximum tatsächlich sowohl für September/November 191%
wie auch für das Jahr 1913 bei +141.5° Sonnenhöhe. Wie ist dies aber, falls
die Verhältnisse von Davos auf die der Mark übertragen werden dürften, mit
genanntem Befunde von Genz in Übereinstimmung zu bringen? Und wie ist
es ferner zu verstehen, daß es laut Tabelle im Durchschnitt des Zeitraums
Oktober 1911 bis April 1912 — d, h. in einer noch sehr reinen Periode —
vielleicht bei der Sonnenhöhe +11.5° erreicht ist, vielleicht aber (s, die Tabelle)
auch noch nicht, Bei alleiniger Berücksichtigung der Davoser Verhältnisse
könnte es allerdings dem Sinne nach richtig liegen, daß im Jahre 1915 das
sekundäre A-Maximum bei + 10.5° Sonnenhöhe liegt, wenn auch der Wert (21.3°)
durch die für die Sonnenhöhe + 15.5° genannte Zahl (23.0°) überschritten wird,
allerdings nachdem bis zur. Sonnenhöhe == 12.5° ein Sinken stattfand. Es wäre
wohl denkbar, daß der Abstand 23.0° einer weniger gewichtigen Einzelbeobachtung
entspricht, Auffällig bliebe immerhin der geringe Lagenunterschied zwischen
Oktober 1911/April 1912 einer- und September/November 1912 und Jahr 1913
andererseits, Ich halte es jedenfalls für möglich, daß Dorno bei seiner Äuße-
rung in der Meteorologischen Zeitschrift nur an die Lagenunterschiede bei ver-
schieden reinem Himmel in normalen Zeiten gedacht hat, So hat es offenbar
Neuberger?) aufgefaßt, wo er damit meine dahin gehende Äußerung, daß sich
das sekundäre A-Maximum nach kleineren Sonnenhöhen hin verschiebe, als in
Widerspruch dazu bestehend bezeichnet, Er fügt dabei aber hinzu, daß meine
Schlußfolgerungen sich wohl nur auf Zeiten großer allgemeiner Trübung bezogen.
So ist es auch tatsächlich von mir gedacht worden, weil mir die starke Ver-
schiebung der Kurve Hamburg 1911 zu Hamburg 1912 bzw. 1913 zu kleineren
Sonnenhöhen besonders aufgefallen war, Neuberger selber bringt kurvenmäßig
eine so gedachte Ver-
schiebung durch eine be- Tabelle 11.
sondere Störung — aller-
dings rein meteorologi-
scher Art — zur Dar-
stellung. Bei seinen
Untersuchungen über die
Abhängigkeit der Lage
des sekundären A-Maxi-
mums vom atmosphäri-
schen Reinheitsgrad innerhalb normaler Zeiten scheint er den richtigen Weg
gefunden zu haben, Er gibt in Tabelle 11 für verschiedene Gruppen des für eine
Sonnenhöhe von -+10.5° geltenden Abstandes die Lage des sekundären A-Maxi-
mums und gleichzeitig die des entsprechenden A-Minimums,
Vielleicht würde ein noch richtigeres Bild entstehen, wenn Neuberger
statt der Gruppeneinteilung von A-Abständen solche von A-Amplituden genommen
hätte. Zum Schluß gebe ich noch eine kleine Zusammenstellung von bisher für
die Lage des sekundären A-Maximums gewonnenen Werten, Knopf?) fand in Jena
am 6, 7. und 15. Juni 1915 das Maximum (25.4°, 23,6° und 23.0°) bei einer
Sonnenhöhe von 12°, was wohl in gute Übereinstimmung mit den Genzschen
Ergebnissen zu bringen sein dürfte. Dem reihen sich jedenfalls nicht schlecht
die von mir in Hamburg am 28, und 29, April gefundenen Lagen des Maximums
von +9.5° (A-Abstand = 20.2°) ein; ganz gut erscheinen auch wohl die ebenfalls
in Hamburg am 1, Juni und am 12. August 1911 gefundenen Werte (Maxima bei
+4 10.5° Sonnenhöhe; A- Abstände == 22,9° und 23.3°), Im Jahre 1910 verschiebt
sich die Lage in Einzelfällen bis zu 4+7.5° Sonnenhöhe. Zwischen dem 16. und
dem 20. Mai 1918 fand ich in Lindenberg bei sechs Reihen die Lagen des Maximums
' H, Neuberger, 1. cit, 1940, 8. Seite. — % 0. Knopf, Beobachtungen des Aragoschen neo-
Iralen Punktes der atmosphärischen Polarisation, Beitr. z. Phrs. d. ir. Atm., Bd. VI. H. 2.69.