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Full text: Jahresbericht 1868

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Auf einem Briefbogen von starkem Papier, welcher auf den beiden Innen 
seiten eine in Mercator’s Projektion abgelegte Weltkarte mit allen einzelnen durch 
gezogenen Breiten- und Längengraden enthält — in sehr scharfer Zeichnung von 
Perthes’ Institut in Gotha hergestellt — wird dann von der Seewarte der für 
die Jahreszeit passende Ausweg in roth, der Rückweg in blau eingetragen, auf 
den beiden noch freien Seiten in passenden Abschnitten der beschreibende und 
den Weg begründende Text beigegeben und die muthmassliche Reisedauer be 
rechnet. Vom Schiffsführer wird dann gewünscht, dass er den von ihm wirklich 
gesegelten Weg in schwarz einzeichne, damit nach erfolgter Rückkehr des Schiffes 
bei Rückgabe des Wetterbuchs sofort eine Untersuchung beider Wege vorge 
nommen werden könne. Auswärtige Schiffsführor finden ausserdem au bestimmter 
Stelle des Wetterhuchs Gelegenheit, ihre Ansichten schriftlich niederzulegen. 
Nach dem Gesagten wird die Mittheilung einiger beliebig herausgegriffenen Segel 
anweisungen die Fachgenossen in Stand setzen, sich ein Urthcii über diese von 
der Seewarte neu eingefübrte Methode zu bilden. 
Hamburg, den 18. Mai 1869. 
Vom Kanal 
nach 
Westindien. 
1. Segelanweisuug für die Hamburger Brigg „Swea“, Capt. Hartmann, 
in Firma A. J. Schön & Co., für eine Reise nach Portorico, und nach etwa 
vierwöehentlichem Aufenthalt zurück nach dem Kanal. 
Annahme. Das Schiff soll gegen Mai 23 von hier versegelu, wird also etwas 
nach Anfang Juni unter Lizard sein. NB. Die „Swea“ versegelte 
Mai 26 von Cuxhaven mit SW. Wind, und stund Juni 7 in 48° 32'N. 
und 7° 39' W. 
I. Vom Kanal nach Portorico. 
Es taugt nicht viel, aus dem Kanal kommend, gleich südlich herunter zu 
arbeiten, da man den Winden längs der Portugiesischen Küste nicht sehr trauen 
darf, wenn sie auch häufiger westlich und nordwestlich sind, als im Winter, da 
jetzt der Passat schon zieht. Jedenfalls werden Sie diesen am ehesten finden, 
wenn Sie sieh so einrichten, dass Sic 
45° N. in 12° W., 
40° „ „ 15° „ 
35« „ „ 17—18° W., 
30° „ „ 21« W. 
schneiden. Haben Sic nun den Passat gefunden, so würde es doch verkehrt 
sein, mit ihm gleich seine Länge abzulaufen. Seihst wenn mau das Glück haben 
sollte, erst einen durchstehenden Wind zu finden, so könnten Sie doch ziemlich 
sicher sein, nachdem Sie 40° West erreicht hätten, noch oberhalb 25° Breite, 
dort eine sehr schlechte Gelegenheit auzutreffen. Daher liegen Sie einstweilen 
noch SSW. vor und machen 25° N. in 24° W. und segeln jetzt, westlicher ab 
haltend, Ihre Länge auf rund 20° N. ah, bis Sie auf Portorico zusetzen können. 
Der volle Wind, den Sie auf diesem Kurse antreffen, wird Sie reichlich ent 
schädigen dafür, dass Sie einige Meilen mehr zu segeln haben. Einen Monat 
später würde ich freilich auch viel früher westlich abhalten, beispielsweise 30° 
N. in 24° W. schneiden. 
Sie werden in 30 Tagen dort sein. Es ist Anfang Juli; Anfang August 
können Sie segelfertig sein, NB. Die „Swea“ war am 4. Juli in Portorico und 
hatte 28 Tage vom Kanal, 39 Tage Reise von Hamburg.
	        
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