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Full text: 71, 1943

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1943, 
Insbesondere wäre die Verwendung von Lichtsignalen zur Bestimmung der Reich- 
weite bei Tag!) zu nennen, wobei auch auf die Versuche von Stöcker?) hin- 
gewiesen sei, durch passend abgestimmte Filter die Tagessichtbarkeit roter Lichter 
erheblich zu verbessern. Allgemein sei auf die vorzügliche, ij. J. 1941 erschienene 
Monographie „Sichtbeobachtungen vom meteorologischen Standpunkt“ von 
Fr. Löhle*) hingewiesen, die u. a. auch über die theoretischen Untersuchungen 
Koschmieders unterrichtet und eine Fülle von Literaturangaben bringt. 
Schließlich sei noch ganz besonders auf einen „Sichtmessungen oder Sicht- 
beobachtungen?“ betitelten Aufsatz von H, Koschmieder*) aufmerksam ge- 
macht, in welcher unter Angabe gewichtiger Gründe die Überzeugung zum Aus- 
druck gebracht wird, daß die Sichtweite bei Tage mit Hilfe irgendwelcher 
Instrumente nicht besser erfaßt werden kann als durch (vernünftig genormte) 
Augenbeobachtungen, wohingegen bei Nacht quantitative Messungen des 
Schwächungskoeffizienten erforderlich sind. — Bei allen diesen Methoden muß 
natürlich berücksichtigt werden, daß damit nur der Trübungszustand eines ver. 
hältnismäßig engbegrenzten Luftraums erfaßt werden kann, der eine Extrapola- 
tion auf größere Räume nicht gestattet, Bei der außerordentlich exakten, von 
L. Weber angegebenen Methode®), bei welcher die Sichtweite auf dem Umweg 
über die Luft-Plankton-Albedo berechnet wird, werden sogar nur kleinste Räume 
bei der eigentlichen Messung berücksichtigt. — Dagegen erhält man mittels der 
Bestimmung der Sonnenstrahlungsintensität quasi einen Durchschnittswert der 
für die ganze zwischen dem Beobachter und der oberen Atmosphärengrenze 
liegende Atmosphäre in Frage kommenden Trübung. Zur Beurteilung des Rein- 
heitsgrades benutzt man aus den eigentlichen Messungen abgeleitete Größen, 
Statt des von der Sonnenhöhe bzw. Luftmasse zu stark abhängigen Trans- 
missionskoeffizienten verwendet man seit einer Reihe von Jahren den von Linke®) 
abgeleiteten Trübungsfaktor — sowohl für die Gesamtstrahlung wie für spektrale 
Teilbezirke —, der durch die neueren von den amerikanischen Forschern ge- 
wonnenen Konstanten erheblich geändert ist. Weiter ist der von A. Ängström 
aufgestellte Trübungskoeffizient’), .der von Hölper®) bevorzugte Extinktions- 
koeffizient und sind die von Gorezynski vorgeschlagenen Durchlässigkeits- 
prozente — absolute und relative — zu nennen*), Ein gutes Maß für die Trübung 
liefert auch das Verhältnis der Rot-Ultrarot-Strahlung zur Gesamtstrahlung, 
Ähnlich wie bei den Bestimmungen der Sonnenstrahlungsintensität steht es auch 
mit dem photometrisch bzw. lichtelektrisch (ebenso auch bei der Sonnenstrahlung !) 
bestimmten Helligkeit von Sternen, Auch die Angabe der Höhe über dem Horizont, 
bei welcher bekannte Sterne dem Auge zuerst erscheinen, gibt gute Anhaltspunkte 
zur Beurteilung des atmosphärischen Reinheitsgrades, 
Völlig andere Verhältnisse liegen vor bei der Bestimmung der Sättigung der 
blauen Himmelsfarbe*), bei der Bestimmung der Helligkeit und der Helligkeits- 
verteilung am Himmel), die vor allem eingehend von Dorno verfolgt wurde. 
Dasselbe gilt für die Erscheinungen der atmosphärischen Polarisation. In all 
diesen Fällen haben wir es nicht mehr mit dem Weg zu tun, den die Sonnen- 
bzw. Sternstrahlung durch die gesamte Atmosphäre nimmt, sondern um Licht- 
strahlen, die nach mehrfacher bzw, vielfacher Zurückstrahlung (Reflexion bzw. 
Diffusion an kleinsten, größeren und größten Teilchen) ins Auge des Beobachters 
gelangen. Was die uns hier besonders interessierenden Polarisationsphänomene 
betrifft, so ist auch zu bedenken, daß sie im Gegensatz zur Sonnen- bzw. Stern- 
strahlung, bei deren Schwächung außer der Diffusion (bzw. Reflexion) an Par- 
tikelchen aller Art auch die Absorption, und zwar vor allem die durch Wasser- 
dampf, eine mehr oder weniger große Rolle spielt, jedenfalls nur sehr indirekt 
‘) G. Häecker, Diss, Kiel 1905, weiter Bloch, Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens 
1931, 99—102, H,3. -— *) E. Stöcker, Gerl. Beitr, Geoph, 40, 75—95, 1933. — 3, Ersch, bei 
J. Springer. -— *% Met. Zschr. 1941, 221—223, — % L. Weber, Annal. d. Phys, 51, 447, 1916. — 
$) Fr. Linke, Beitr, z, Phys. d, fr, Am, 10, 91—103, 1921. Siehe auch Fr. Linke und K. Boda, 
Met. Zschr, 1922, 161—166, Weitere Untersuchungen führten durch: Feußner und Dubois, Hölper, 
Lauscher, Milch, Schneideru.a. -— ?) A, Ängström, Geografiska Annal. 1930, 130—159. — 
% O. Hölper, Ger], Beitr, Geoph, Bd. 33 (Köppenband Il), 370—366. — *) W., Gorczynski, Gerl. 
Beitr. Geoph. Bd, 32 (Köppenband I) 47—62, — 2) 5, vor allem W, Kramer, Met. Z. 1939, 408—415.
	        
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