406 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1943.
verteilung und insbesondere die genaue Lage zur Sonne notwendig, wie bei allen
meteorologisch-optischen Erscheinungen, Die zufällig vorbeikommenden Flugzeuge
haben mit dem Auftreten des Irisierens nichts zu tun.
Die Schallwellen der Artillerieschüsse durchdringen nun die Wolke, wobei
diese durch die Verdichtung der Wolkenluft in den Wellenbergen erwärmt und
in den durch Luftverdünnung gebildeten Wellentälern abgeküblt wird. Durch
die Erwärmung steigt aber die Sättigungsspannung, während sie sich durch die
Abkühlung vermindert. Infolgedessen wird in den Wellenbergen des Schalles
Verdampfen der Wolkenteilchen eintreten und diese werden sich verkleinern. In
den Wellentälern tritt Kondensation ein und die Teilchen vergrößern sich. Mit
diesen Änderungen der Größe der Wolkenelemente ist aber auch eine Änderung
der Interferenzfarben verbunden, aus denen das Irisieren besteht. Die Schall-
wellen werden dadurch in der Wolke sichtbar. Die Farbänderungen sind nur
schwach oder erfolgen so schnell, daß sie dem Auge als solche nicht wahrnehmbar
sind, Man sieht deshalb eine schnelle Wellenbewegung über die Wolke hin-
streichen, ohne angeben zu können, wodurch sich Wellenberge und -täler von-
ginander unterscheiden. R. Becker.
2, Definition der Funkbeschickung. Bei der Normung funktechnischer
Begriffe handelt es sich auch um den Begriff der Funkbeschickung, der seit
etwa zwei Jahrzehnten in der Nautik gebräuchlich ist. Während es sich anfangs
im wesentlichen um Funkbeschickungen für Bordfunkpeiler handelte, ist der
Begriff später auch auf Landfunkpeiler angewendet worden, wodurch seine
Definition einer Ergänzung bedarf. Innerhalb der gesamten Wehrmacht ist die
folgende Definition angenommen worden;
Die Funkbeschickung ist die Berichtigung einer Funkpeilung auf die
Großkreisrichtung Empfänger—Sender für den Fall, daB die Funkstrahlen nur
durch den Träger des Peilers Ablenkungen erfahren haben. Als Träger gilt bei
Bordfunkpeilern das den Peiler tragende Fahrzeug, bei fest eingebauten Land-
funkpeilern deren nächste Umgebung. Die Funkbeschickung dient zum Ausgleich
der Gerätefehler und der Bordablenkung, das heißt der Rückwirkung
strahlungsfähiger Gebilde in der Umgebung des Peilers, Kommen zu diesen
Fehlern noch Wegablenkungen hinzu, so ist der Gesamtfehler durch eine
Gesamtberichtigung auszugleichen, Der für diese vielfach gebrauchte Aus-
druck „Funkfehlweisung“ ist zu vermeiden, da er nach dem Wortlaut leicht als
Fehler aufgefaßt werden kann, während er eine Berichtigung bedeuten soll.
Einleitende Aufsätze von Maurer und Fischer in „Annalen der Hydrographie“
1924 S. 209, 1926 S. 13, 401; „Elektrotechnische Zeitschrift“ 1925 $S. 1901, 1926
S. 14765. Oberkommando der Kriegsmarine
8. Meinardus, Shaw und Lempfert. Berichtigung zu der Abhandlung „Luft-
massenbewegung und Luftmassenumwandlung in einer rasch ziehenden Zyklone“
von Hans Klaus Meyer [Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte usw.
Band 62, Nr. 6], Im vorletzten Absatz auf Seite 6 der Schrift sowie unter
Ziffer 6 des Schriftennachweises anf Seite 38 ist als Erscheinungsjahr einer
Abhandlung von W. Meinardus [„Über die absolute Bewegung der Luft in
fortschreitenden Zyklonen“, Meteorol. Ztschr. 1903, S. 529] irrtümlich 1913 statt
1903 angegeben. Die, ersten Untersuchungen über Luftbahnen gehen nicht
[vgl. S. 6 der Archiv-Schrift] auf Shaw und Lempfert [1906] zurück, sondern
auf Meinardus!
Von den beiden englischen Autoren, die dasselbe Thema behandeln wie
Meinardus, ist dessen drei Jahre vorher erschienene Arbeit übersehen und
demgemäß nicht zitiert worden. Hierzu wird verwiesen auf den betreffenden
Brief von Meinardus, den Köppen in der Meteorol. Ztschr. 1911, Seite 166
veröffentlicht hat. Auch die 4. Auflage von Hann-Sürings „Lehrbuch der
Meteorologie“ nennt auf Seite 537/38 Meinardus als Vorläufer späterer be-
treffender Untersuchungen der Österreichischen und norwegischen Meteorologen-
Schule. Annalen- und Archiv-Schriftwaltung.