Spangenberg, W. W,: Über einige Ergebnisse von Schätzungen der Himmelsfarbe usw. 405
dabei, daß solche Aufnahmen mit der Himmelsblauskala in schnellster und bequemster
Weise möglich sind, — Ähnlich große Unterschiede fand auch der Verfasser
bei einigen wenigen Orientierungsversuchen im Stadtgebiet von Hamburg
1937, wo am Hafen durchweg. eine um mehr als drei Stufen niedrigere Bläue
ermittelt wurde als z.B. in Fuhlsbüttel [Meteorol, Inst.].
Die Ausführung solcher Beobachtungen ist bei stadtklimatologischen Untersuchungen
von Wert und sollte gerade wegen ihrer Einfachheit nicht unterlassen
werden, .
Wesentlich eindrucksvoller sind die Farbänderungen mit sich ändernder
Meereshöhe, Da aber hierzu keine eigenen Beobachtungen vorliegen, soll dieser
Punkt hier nur ganz kurz angedeutet werden. Aus Beobachtungen vom Flugzeug
aus von F, Loewe (*) und H, Berg (se) ergab sich eine stark ausgeprägte Zunahme
der Bläue mit wachsender Meereshöhe; und zwar ist diese Zunahme im
Sommer wegen der besseren Luftdurchmischung langsamer und gleichmäßiger
als im Winter. Nach H. Berg beträgt z. B. die Bläue in Köln am Boden 5 bis 6,
in 3000 m Höhe etwa 14 und in 5000 m schon 16 oder noch mehr; der Umfang
der Skala reichte hier oft nicht mehr aus, .
Allgemein macht sich in großen Höhen eine größere Gleichförmigkeit des
Blaugehaltes bemerkbar; in niedrigeren Höhen ist die Schwankung wesentlich
größer, Ein ähnliches Bild findet man ja auch bei den Schwankungsverhältnissen
der Intensität der Sonnenstrahlung in Abhängigkeit von der Meereshöhe.
So macht z. B. die Amplitude des Jahresganges der Bläue [siehe weiter unten!]
in Schwerin nahezu 38% des Jahresmittelwertes aus, auf dem Hohen Sonnblick
aber nur etwa 5%! Dieses Ergebnis ist ja auch zu erwarten und nicht sonderlich
überraschend,
Literatur.
F. Loewe, Mitteil. d. aeronaut. Observ. Lindenberg, Mai, S. 98-—101.
W Ostwald u. F. Linke, Meteorol. Zeitschr, 45, 8, 367—370.
x, Lettau, Zeitschr. ang. Met, [Wetter] 46, 8. 336—344,
F._ Lauscher, Meteorol. Zeitschr. 47, S. 312—314, .
" Voigta, Zeitschr, ang. Met. [Wetter] 48, S, 115-126,
Lettau, Zeitschr, ang. Met, [Wetter] 48, S, 263—273.
‘“, + Kühl, Tät.-Ber, d, Preuß, Met. Inst, i. J. 1931, S. 83—89 [Nr. 387].
19,” Voigts, Niederdeutsche Monatshefte 7, S. 253 ff.
23.° Grimm, Zeitschr. aug, Met. [Wetter] 51, 8. S5—91.
24, .: Wirtz, Ann, d. Hydr. 63, S. 170-173.
25. €C. Wirtz, Ann. d. Hydr. 63, S. 442—444, |
27.7.8, yarquharson, Met. Office, Prof, Notes No. 70 [Vol., V, No. 10}
28, G. Schindler, Zeitschr, ang. Met. (Wetter] 53, S. 63—68,
36. H, Berg, Bioklim, Beibl. d. Meteorol, Zeitschr. 5, 5. 62—65,
38, B. Hruditka, Meteorol. Zeitschr, 56, S, 119—123.
(Schluß folgt.)
1936 -
Kleinere Mitteilungen.
1. Sichtbare Schallwellen in Wolken. Soldat E. Deertz stellt den nachstehend
wiedergegebenen Bericht aus Rußland über eine eigenartige Lichterscheinung
an Cirrus-Wolken der Deutschen Seewarte zur Verfügung:
„Am Himmel flogen einige deutsche Jäger durch weiße Windwolken in 8000 m
Höhe. Durch das Geräusch oder die Erschütterung der Motoren bildete die übersältigte
Luft in dieser Höhe anscheinend Regentropfen, denn durch den Sonnenschein
entstand ein breiter Regenbogen, der etwa viermal so breit wie gewöhnlich war.
Nun sah man bei jedem Schuß der Artillerie im Regenbogen sehr deutlich, wie
gich der Schall des Schusses in Wellen fortpflanzte. ähnlich wie Wasserwellen, wenn
man einen Stein ins Wasser wirft.“
Es dürfte sich hier höchstwahrscheinlich nicht um das Bruchstück eines
Regenbogens, sondern um irisierende Wolken handeln. Zur eindeutigen Entscheidung
dieser Frage sind jedoch Angaben über die Einzelheiten der Farb-