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Full text: 71, 1943

104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1943, 
denken, daß dieser Gegensatz durch den Einfluß horizontnaher Luftschichten 
etwas gemildert wird. 
Die Veränderung der Himmelsfarbe bei einer festen Sonnenhöhe im Sonnen- 
vertikal wurde bereits vor 150 Jahren von H. B. de Saussure und A. von Hum- 
Tabelle 13. boldt exakt bestimmt; letzterer fand, daß die Blau- 
sättigung sich wie der Cosinus der Zenitdistanz ändert. 
Ein ziemlich ähnliches Ergebnis erhielt der Verfasser 
bei seinen Beobachtungen, In der folgenden Tab. 13 
ist der Unterschied des Blaugrades zwischen dem 
Punkte maximaler Blaufärbung [= PA] und der be- 
treffenden Himmelsstelle [= P,] im Sonnenvertikal: 4 
(Pn—P,;) dargestellt, wobei aber nur Beobachtungen 
bei Sonnenhöhen von 30° + 5° zugrunde gelegt sind. 
Zuerst ändert sich die Blaufärbung [Differenz in 
Einheiten der Linkeschen Skala} nur wenig, Mit 
zunehmender Zenitdistanz der Beobachtungsstelle x 
steigt der Unterschied aber erheblich an [siehe auch Abb. 5!]. Bei der Bewertung 
der Ergebnisse muß aber die nur geringe Anzahl n der Beobachtungen bedacht 
werden, . 
VI. Unterschiede der Himmelsfarbe auf kleinem Raum. 
Unter besonderen Bedingungen kann man mit der Himmelsblauskala schon 
bei ganz geringen räumlichen Entfernungen in horizontaler und vertikaler Rich- 
tung ganz beachtliche Unterschiede in der Himmelsfarbe erkennen, was z. B. zur 
Ermittlung bestimmter lokalklimatischer Fragen nicht ohne Interesse ist. Be- 
sonders der trübende Einfluß großer Städte 
oder Industrieanlagen läßt sich dabei sehr 
schön darstellen, So erhielt der Verfasser 
z. B. zwischen : Rostock-Stadt und Warne- 
münde-Strand die in Tab. 14 mitgeteilten 
Werte; die Schätzungen wurden in Warne- 
münde vorwiegend bei Seewinden gemacht, 
Es handelt sich um Monatsmittel, 
In Anbetracht der nur geringen Ent- 
fernung beider , Meßpunkte voneinander 
[rund 14 km] ist der Unterschied doch über- 
raäschend groß. Ganz andere Ergebnisse 
erhielt in dieser Hinsicht H. Voigts (1) für 
Lübeck und Travemünde; es ergab sich hier 
für Lübeck-Stadt ein um 1 bis 1.5 Skalen- 
grade größerer Blaugehalt des Himmels, was 
H. Voigts auf den am Meeresstrande größeren 
Wasserdampfgehalt der Luft zurückführt. 
Aber auch innerhalb der Stadt Rostock selbst ist der Unterschied teilweise 
recht groß: so wurde z, B, im Winter an einem Tag mit schwachen östlichen 
Winden am östlichen Stadt- 
Tabelle 14, rand eine Bläue von 9 gefunden, 
in der Stadtmitte 8 bis 9 und 
am westlichen Stadtrand nur 
RO pa -32 noch 7. 
0 70 2 2-20 Besonders anschaulich sind 
70 | 88 !| 1-18 aber hier die Blaumessungen 
5 | ME | A an verschiedenen Punkten der 
© " 7 Stadt Königsberg, die H. Let- 
tau (ıs) am 17. X. 1930 ausgeführt hat. Die gefundenen Unterschiede waren zum 
Teil sehr groß: als Extreme gab er 7.25 und 10.75 an. Die Entfernung beider 
Meßstellen voneinander betrug rund 5 bis 6 km. Durch die große Anzahl seiner 
Meßpunkte konnte er auch den Versuch unternehmen, Iso-Linien zu ziehen, die 
sich dem Stadtbild der Wetterlage entsprechend anpaßten. H. Lettau betonte
	        
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