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Full text: 71, 1943

Spangenberg, W. W.: Über einige Ergebnisse von Schätzumgen der Himmelsfarbe usw. 401 
3. Ein Einfluß der Bewölkung nach ihrer Größe und Art ließ sich hier 
nicht erkennen, da die verwandten Beobachtungswerte grundsätzlich nur bei 
geringeren Bewölkungsgraden als 2/,, erhalten wurden, 
Es muß hierbei bedacht werden, daß eine exakte Gegenüberstellung und 
Vergleichung zweier farbiger Felder nur dann sicher möglich ist, wenn beider 
Flächenhelligkeit einigermaßen überein- 5C 
stimmt, Die im Schatten betrachtete Skala 
ist immer bedenklich viel dunkler und 
stumpfer als der Himmelsgrund, während 
die sonnenbeschienene Skala oft zu hell 
erscheint. Dadurch tritt sicher eine ge- 
wisse Unsicherheit in Erscheinung, die 
zu dersönlichen Fehlern in verstärktem 
Maße Anlaß geben kann; das muß bei 
einem Vergleich der beiden Messungs- 
arten sehr wohl bedacht werden. 
Ähnlich, aber etwas günstiger liegen 
die Verhältnisse bei Messungen mit teil- 
weise verdeckter Sonne. Gemäß der 
Vorschrift von F,. Linke (4) soll nur bei 
voller Sonne beobachtet werden [S,] (An- 
merkung C!). Die Bezeichnungder Stärke Abb. 2. Der Unterschied zwischen Sonnen- und 
des Sonnenscheines erfolgt nach folgender Schattenmesneog en [4 (So— Sch)] in Abhängig- 
Reihe (nach VI! zitiert!): keit vom Blaugrad (Sonnenmessung). 
S; = Sonne vollkommen unsichtbar, 
",=Sonne nur als heller Schein erkennbar, 
"= Sonne eben noch Schatten werfend, 
it; Sonne leicht verschleiert, 
S, Sonne vollkommen klar, 
Im allgemeinen kommen in den Mittagstunden für eine Schätzung wohl nur die 
Stufen S, und S, in Frage [wobei hier noch eine weitere Stufe „Say = Sonne 
nur ganz leicht verschleiert, Strahlungsintensität nicht spürbar vermindert“ ein- 
gefügt ist]. Vom Verfasser wurden seit dem Jahr 1937 Beobachtungen darüber 
gemacht, wie sich die Bläue, nach der Blauskala geschätzt, ändert, wenn die Sonne 
mehr oder weniger stark von Wolken oder Tabelle 10 
Dunst verdeckt ist [Sy und Sau]. Aus einigen _____ _—— ——— 
sicheren Beobachtungen ergibt sich dabei für die Sonnenschein | Blauabnahme | nm 
einzelnen Stufen folgendeSchwächung der Bläue: 
Messungen, die bei den Stufen 0 bis 3 
erhalten sind, entsprechen etwa den Verhält- 
nissen von Schattenmessungen [bei denen aber 
immer die Sonne selbst vollkommen frei sein 
mußte!]. Deutlich ist der Einfluß eines leichten 
Wolkenschleiers [S,]. Der störende Einfluß der Cirren ist anscheinend von nur 
geringem Ausmaße, worauf auch schon W. Kühl (17) hingewiesen hat. Es wäre 
also unter, Umständen bei Sg4 noch sehr wohl eine‘ brauchbare Schätzung 
möglich, der aber dennoch abzuraten ist, weil die Übergänge von S, nach S, 
zu unscharf und schlecht definierbar sind und von persönlichen Ansichten zu 
sehr abhängen. Man sollte daher im Interesse der Vergleichbarkeit mit fremden 
Beobachtungen nur dann schätzen, wenn die Sonne und ihre nähere Umgebung 
frei von Wolken und Dunstschwaden [auch Stadium der Vorkondensation] ist. 
W. Kühl fand (17), daß gerade bei Dunst die Streuung besonders groß ist, wes- 
halb er bei seiner Arbeit Beobachtungen bei Dunst gestrichen hat. Wenn aber 
trotzdem beobachtet werden soll, so ist zumindest eine gesonderte Bearbeitung 
solcher Beobachtungen erwünscht. 
Anmerkung C: Allerdings hat F, Linke die Forderung: £ nicht direkt gestellt, in seiner 
Arbeit ist darüber nichts enthalten, 
(VII) Hann-Süring: Lehrbuch der Meteorologie, Band I, S. 68/69 {5. Aufl].
	        
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