Meißner, O.: Schwach- und extremtemperierte Sommer und Winter in Dresden usw. 399
Planck’)], die nach ihrer unbedingt als glaubwürdig anzusehenden Behauptung
(die wir andern eben nicht nachprüfen können) sich auch mehrdimensionale
Gebiete vorzustellen vermögen. Hier greift aber schon die Psychologie maß-
gebend ein, und damit sind wir längst aus dem Rahmen der vorliegenden Skizze
gekommen.
Über einige Ergebnisse von Schätzungen der Himmelsfarbe
mit der Himmelsblauskala von Ostwald und Linke.
Von Dr. W, W, Spangenberg, Schwerin (Meckb.).
(Fortsetzung.)
NL. Bemerkungen über Messungen im Schatten und bei teilweise verdeckter Sonne.
Bei seinen Himmelsblauschätzungen vom Flugzeug aus stellte F, Loewe (2)
fest, daß man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt, je nachdem man den
Vergleich mit beleuchteter oder mit beschatteter Skalentafel vornimmt; in der
Linkeschen Anweisung waren dazu keine Hinweise enthalten. 1928 teilte nun
F. Linke (1) mit, daß die Schätzung grundsätzlich nur mit hell von der Sonne
beschienener Skala vorzunehmen sei; im Schatten würden die Ergebnisse durch-
schnittlich um zwei bis drei Skalenteile niedriger ausfallen, Im allgemeinen
wurden die Bestimmungen der Himmelsfarbe mit der Blauskala in der Folgezeit
dann auch von allen Beobachtern entsprechend dieser Anleitung mit voll sonnen-
beschienenen Blättern ausgeführt. Man findet in der Literatur aber auch Aus-
nahmen; °C. Wirtz (25) hat anscheinend immer nur mit beschatteter Skala ge-
arbeitet, Ein Vergleich von Schattenmessungen mit solchen, die in vollem
Sonnenschein gemacht sind, ist sehr bedenklich und keinesfalls zu empfehlen, da
die Unterschiede nicht immer konstant sind; C. Wirtz selbst vermutet hierbei
einen Einfluß der Zeit (also der Sonnenhöhe), Zu solchen physikalischen
Momenten kommen aber auch noch solche mehr physiologischer Natur, die einer
exakten Kontrolle nur schwer zugänglich sein werden,
Der Verfasser hat seit einiger Zeit die Himmelsfarbe im Schatten und in
voller Sonne gleichzeitig gemessen, worüber hier in extenso berichtet werden
soll. Es wurden dabei hier ausschließlich Mittagsbeobachtungen {um 1% Uhr
-- 30 Minuten] herangezogen, wobei auch nur solche Tage benutzt sind, die heiter
waren [Bewölkung von 0 bis 2]. Um die Einheitlichkeit der Schattenmessungen
weiter zu erhöhen, wurde stets vom gleichen Standpunkt aus geschätzt [zur Aus-
schaltung von Einflüssen irdischer Gegenstände, Reflexion an Hauswänden usw.)
und alle Tage mit einer Schneedecke ausgelassen. Allerdings wird somit die
Zahl der vergleichbaren Beobachtungen erheblich reduziert.
Die Differenz 4 zwischen Schatten- und Sonnenmessungen [hier mit
4 (So-Sch) bezeichnet] hängt von verschiedenen Faktoren ab, wobei in erster
Linie die Helligkeit des Himmels zu nennen ist, Auch das vom Boden reflek-
tierte Licht kann unter verschiedensten Bedingungen von großer Bedeutung sein.
Bei reinen Sonnenmessungen tritt das natürlich alles mehr in den Hintergrund
gegenüber dem eigentlichen Sonnenlicht [vgl. z. B. das Verhältnis Sonnenstrah-
lung zur Himmelsstrahlung (S/H)!]. Die Himmelshelligkeit hängt relativ wenig
von der jeweiligen Sonnenhöhe ab, dafür aber mehr vom atmosphärischen Rein-
heitsgrad. [Im einzelnen soll darauf hier nicht weiter eingegangen werden.]
Es liegt daher nahe, die Differenz 4 (So-Sch) 1. auf ibre Abhängigkeit von
der Sonnenhöhe, 2. auf den Einfluß des atmosphärischen Reinheitsgrades und
3. auf die Bedeutung der Bewölkung hin zu untersuchen. Die übrigen Faktoren,
die hier noch von Bedeutung sein könnter [wie Einflüsse des Standortes, der
Jahreszeiten usw.], sollen unbeachtet bleiben.
*) Seiner Hauptentdeckung, die des Elementarquantaums, durch das die ganze Physik einschließlich
der Astrophysik von Grund auf umgestaltet ist (Verf, hörte vor etwa 40 Jahren seinen ersten
Vorlesungszyklus darüber), kann auch dieser Forscher keine anschauliche Bedeutung geben.