398 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1943,
haupt, unter Mitnahme aller Jahrgänge, eine allmähliche Temperaturabnahme
festzustellen ist,
10. Zusammenfassung. Eine übersichtliche Zusammenstellung aller „bDe-
merkenswerten‘“ Dresdener Sommer und Winter gibt die Tab, 5. Man sieht x. B,
Tabelle 5%,
Jahr
18% '184 185 ! 186 1187 |188 !189 190 1191 l192 "108 | 104
W
9
Anzahl
Sn
wi. - WIwl|s
WW 51335
18 I L 8 | | |L—-L=A WI —
"861 8617'81271 81 11 8 8
w
8
a
WW
‘) 5 = Sommer, W = Winter, kleine Buchstaben = schwach-,
roße == extremtemperiert. — 1. Zeile die Zehner der Jahre, die
Einer am Kopf der Kolgenden Zeilen.
daß in den 20 Jahren von 1897 bis 1916 nur ihrer drei vorgekommen sind. Auf
ein Viertel der Reihe, die Jahre 1899 bis 1919, fallen nur 7 Werte (statt 16), auf
ein anderes, 1860 bis 1889, dagegen 21. Man sieht such deutlich, daß in den
letzten Jahrzehnten ein Wiederansteigen der Häufigkeit erfolgt. Nimmt man
daraufhin eine 120jährige Periode an und bildet fortlaufende 30-Jahrmittel, so
sinkt die Quadratsumme der Abweichungen bei Mitnahme des ersten Gliedes der
Fourierschen Reihe von 1857 auf 958 (und bei Mitnahme des zweiten, einer
60jährigen Periode entsprechend, auf 684, also relativ nur noch wenig). Da das
ausgeglichene Maximum, Jahrzehnt 1870/79, vom Minimum, 1900 bis 1909, nur
zwei Einheiten entfernt ist, es also sich um keine reine Sinuswelle Handelt, ist
der Abfall auf die Hälfte immerhin recht bemerkenswert; das Sinusglied einer
probeweise vorausgesetzten 120jährigen Periode, 7.5 + 2,8, beträgt allerdings
nur zwei Drittel der Expektanz, die sich hier (mit Rücksicht auf die angenommene
Zusammenfassung je dreier Jahrzehnte) auf zwölf beläuft. Danach ist die Wahr-
scheinlichkeit einer solchen Periode kaum größer als ein Viertel. Da aber die
ganze Reihe überhaupt nur eine Periode umfaßt, ist eine Rechnung mit der
Expektanz nur formal zu bewerten; man kann höchstens negativ sagen: die
Verteilung widerspricht einer 120jährigen Periode nicht — falls diese nämlich
sich aus anderen Gründen als vorhanden oder wahrscheinlich erweisen sollte.
11. Schluß und Ausblick. Die positiven Ergebnisse der vorliegenden kleinen
Skizze sind also wesentlich nur statistischer Art. Das liegt aber im Wesen der
Sache, und auch eine noch stärkere Heranziehung mathematischer Hilfsmittel
kann dem nicht abhelfen.‘ Die Meteorologie ist in dieser Hinsicht eine zu junge
Wissenschaft, und damit muß man sich abfinden. Schließlich ist ja auch die
Statistik eine Wissenschaft, zwar vom Standpunkt der Meteorologie nur eine
Hilfswissenschaft, hat aber doch auch eine ihr eigene Bedeutung, wie umgekehrt
die Meteorologie selber eine Hilfswissenschaft für viele andere ist. Es hängen
ja schließlich alle Wissenschaften miteinander zusammen. Man könnte, wenn
man in der Sprache der polydimensionalen Geometrie reden will, die Gesamtheit
der Wissenschaften als ein „Polytop“ bezeichnen, und für die einzelnen Sparten
jeder Einzelwissenschaft gilt dasselbe. A. Comtes, von Wilhelm Ostwald so
gepriesene „Wissenschaftspyramide“ ist nicht zureichend, um die innigen Wechsel.
beziehungen der (nicht bloß „exakten“) Wissenschaften zueinander gebührend zu
würdigen — andererseits geht bei Verwendung der polydimensionalen Geometrie
wieder die Anschaulichkeit verloren, vielleicht mit Ausnahme sehr weniger
Forscher [wie des kürzlich 85 Jahre gewordenen Altmeisters der Physik, Max