Meißner, O.: Schwach- und extremtemperierte Sommer und Winter in Dresden usw. 397
haben sich also in den letzten Jahrzehnten gehäuft: in den zwei ersten Dritteln
der Reihe sind ebensoviel nur vorgekommen wie im letzten Drittel; und hier,
bei den Wintern, kann ein Zusammenhang mit der Temperatur nicht abgeleugnet
werden.
Die extremtemperierten Winter fallen auf die Jahre 1828, 1833, 1838, 1842,
1848, 1850, 1855, 1861, 1864, 1881, 1893, 1917, 1929, 1940, 1942. Die mittlere
Epoche liegt also bei 1870 + 38 (Mittel der Reihe 1885).
Eine Differenz von 10 Jahren!) kommt bei beiden Arten von Wintern mehr-
fach vor: 1851, (1865), 1871, 1882; dann mit „Phasensprung“ 1886, 1896, 1906.
Bei den extremtemperierten Wintern: 1828, 1838, 1848, Auf eine 10jährige
Periode kann hieraus allein um so weniger geschlossen werden, als z. B. 1861
und 1881 extrem-, 1871 aber im Gegensatz dazu schwachtemperierte Winter
hatten.
Die Verteilung ist also etwas gleichmäßiger als bei den Sommern, Immerhin
sind in dem reichlichen Halbjahrhundert von 1865 bis 1916 nur zwei extrem-
temperierte Winter vorgekommen.
Beim Vergleich der beiden Arten von Wintern finden wir, daß namentlich
der Januar bei den extremtemperierten Jahrgängen viel kälter ist als bei den
andern. Der Dezember dagegen ist sogar etwas wärmer. Im allgemeinen gilt
hier also der Satz: Nur kalte Winter können (im allgemeinen) extrem-
temperiert sein. Sie müssen es aber nicht sein; Beispiele für das Gegenteil
sind z. B. 1871, 1880 und 1941. Aber die Mehrzahl der strengen Winter gehört
doch hierher, was besagt, daß auch die strengen Winter doch immerhin einen
gelinderen Monat aufzuweisen haben. Einen „arktischen Gesamtwinter‘“ haben
wir glücklicherweise nicht aufzuweisen!
8. Korrelationsfaktoren, Diese finden sich in Tab, 4, ganz entsprechend der
bei den Sommern gewählten Anordnung, zusammengestellt,
Tabelle 4. Korrelationsfaktoren zu Tabelle 3 [100 (k + g)].
L Schwachtemperierte Winter.
December] Januar | Februur | Winter T Miltal, Sir.
Dezember...
Januar ....
Februar ...
Winter ....
Jahr ..rö.«|
Dezember. .
Januar ....
Februar ... |
Winter ....
Jahr ‚.....
+56 +21
+60:+ 20
88414
56421 -60+20
— 76417
+75 17 _—
+90+ 7 +175417
+88 +1:
9%+ 7
+75+417
+78+17
„76421
+70+ 9
+88 +11
\ 78:+7
} +26+24
N. Extremtemperierte Winter,
Dezember! Januar | Februar
Winter ! Mittel
+14425
—18:+25
+19: 25
+144 25 18425
— + 51225
+ 5+25 —
+74217° + 80415
+19+27
714417
+ 8015
+ 5412
+31 +56
+22+*51
+58 33
ham
452499
Hier sind die Kff, dem Sinne und der Größenordnung nach denen der
Sommer sehr ähnlich. Bei den schwachtemperierten Sommern sind sie aber
durchweg geringer, Obwohl die Korrelation zwischen Januar und Februar
fast 0 ist, ist der Kf. beider Monate zum ganzen Winter doch ziemlich hoch,
was zum obigen kein Widerspruch ist,
9. Zeitliche Korrelationsfaktoren. Betrachten wir noch einmal kurz die
„zeitlichen“ Kff, in Tab. 1 und 3. Bei den schwachtemperierten Sommern sind
sie negativ, d. h. die Temperaturen dieser Sommer haben im Lauf der Zeit ab-
genommen, während das für die zugehörigen Jahre nicht der Fall ist. Bei den
Wintern schwanken sie um 0. Die extremtemperierten Winter aber zeigen eine
Abnahme: bei den Sommern ist das nur für den Juni der Fall, bei dem über-
1) Vgl. meine Arbeiten bezgl. einer 10jähr, Periode in den Ann. d. Hydr. 69. S. 117fE und 1844f
3