394 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1943,
der nun das Dutzend voll macht. Es sind: 1833, 1842, 1865, 1869, 1871, 1874,
1881, 1884, 1894, 1921, 1923, 1932. Mittlere Epoche ist 1871 +30. Also genau
dieselbe wie bei den geringtemperierten Sommern! Aus der Gleichsinnigkeit der
Abweichung der Epochen beider Arten Sommer vom Mittel (1885) kann man
also nur schließen, daß mittlere Abweichungen häufiger geworden sind. Es darf
überhaupt auf die Wärme der Sommer selber kein bindender Schluß gezogen
werden. Vielmehr sind für beide Arten von Sommern die wärmsten und die
kältesten (fast) genau gleich warm: 20.3° bzw, 16.3° (vgl. die unten stehende Tab. 1).
Tabelle 1. Bemerkenswerte Sommer in Dresden (1828 bis 1942).
[. 12 schwachtemperierte Sommer!) ) IL 12 extremtemperierte Sommer?),
Juni ; Juli ] Aug.
Som- |
— A | Jahr
Juni | Juli Aug.
| Som-
mer
A
Diff,
Mittel...
DA ren
Dre
00k(t) .
1904...
17.97©
(0.78
+1.02
0.76
—52
+ O8
17,83°
+0.91
+ 1.01
0.90
—53
94
17.88
281
1.15
0.70
—5?
+ OB
7.86°
1.83
1.09
0.75
51
+ 95
0.32% 9.12
— 1.0.70
120.09 [+0,85
' 0.82
— 38
. 95
15.42
+1.44
% 1.84
0.79
-30
+ FR
19.68°
2 0.74
+ 1.05
| 0.70
+ 8
+ DR
17.64"
+1,46
| +2,35
0.65
+ 2
+ OR
17,55%
+0,92
+1.18
0.82
-M
A
5.40° 9.21°-2.55°
ö 0.69 | 0.66
+1.00 1+0.92 | 0.82
] 0.75
+14
+ OR
Max..... 20.19; 20.2° 20,59
Jahr .... 1861 ' 1861 | 1881
Min. ....1 16.6° IS 15.9°
Jahr 1918 1881 | 1888
Diff. ....] 85° 42°, 46°
RM... ] 17.4°' 18.59] 18.2° 4 18.17° 1.291 9,89
M.—R.M.[ +0.57! -067| 0.32! -031' — ]-0.18
19.87” 2910
[838 1885
125° 17,99
1928 | 1871
740) 42°
28,.0° 20.,4°
1842 | 1842
14,9° | 18.89
1838 | 1884
810) 4190
7.79
1928
4.59
1841,
1871, 1932
990
10.2°
1821 .
8.9° |
1871
8.3°
—0.2
174° | 18,59 18.29 118.17° 1.19 9.304 —
—1.98| +1.18! -0.56[-062° — 0.19 | —
en -2.55|+185| -0.141-0,38' — ZH —
*) Höchstens 1°, — 2%) Mindestens 41/,° Differenz zwischen wärmstem und kältestem Monat.
* Mittel der Gesamtreihe (1828 bis 19492).
In der Tab. 1 bedeuten: M, = Mittel, D. A. = durchschnittliche Abweichung,
Str. = Streuung, V. = Verhältnis der D, A. zur Streuung (theoretisch bei nicht-
systematischen Einflüssen =0.80); 4= Unterschied des wärmsten und kühlsten
Sommermonats, Max. = wärmster, Min, = kühlster Monat (bzw. Sommer), k (t)
den „zeitlichen Korrelationsfaktor“,
Aus den Originaltabellen sei noch hervorgehoben, daß bei den schwach-
temperierten Sommern der Juni sechsmal der wärmste Monat war, während Juli
und August sich in die andere Hälfte der vorkommenden Fälle zu gleichen
Teilen teilen. Bei den starktemperierten Sommern war der Juni nur ein einziges
Mal der wärmste Monat: 1833, mit 19.9°. Der August war es dreimal. Übrigens
fällt auch der abnorm kalte Juni 1923 in diese Reihe von Sommern;. dem ist
es zuzuschreiben, daß dies Jahr denn auch die größte Verschiedenheit der Tempe-
raturen der drei Sommermonate aufzuweisen hat: 7.7°.
3. Ungleichmäßige Verteilung. Bei dem Anblick der Jahre fallen einem sofort
Häufungsstellen und Lücken auf. So sind in den 10 Jahren 1855 bis 1864 nicht
weniger als die Hälfte solche mit schwachtemperierten Sommern gewesen, da-
gegen kamen in den 24 Jahren von 1889 bis 1912 überhaupt keine solchen vor,
Ganz ähnlich ist es mit den extremtemperierten Sommern, die in den 26 Jahren
von 1895 bis 1920 völlig fehlten. (Genaueres in Abschnitt 10.)
4. Gegenüber dem Mittel der Gesamtreihe sind beide Arten von Sommern
etwas zu kühl, Die schwachtemperierten, weil die Sommerhitze fehlt; die extrem-
temperierten, weil die Kühle. des Juni durch die höhere Temperatur der andern
beiden Monate nicht völlig kompensiert wird.
Die Jahresmittel beider Sommerarten sind ebenfalls völlig gleich und auch
um ein geringes tiefer als das langjährige Mittel. In Anbetracht der mittleren
Fehler (1:3.5 der in der Tab. 1 angegebenen Streuungen) will das nichts be-