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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 71 (1943)

Sticker, B.:; Der Einfluß der Seitenrefraktion bei Zeitbestimmungen. 891 
unter 1’ bleibt. Ein Einfluß des Dampfdruckes kann nur bei ganz besonders 
ungünstig gelegenen Beobachtungsstätten und bei besonderen Wetterlagen ver- 
mutet werden und dürfte kaum den Wert von 1” erreichen. Auf Einflüsse 
elektrischer oder magnetischer Felder in der Erdatmosphäre weist Sokob (4) 
hin; Ablenkungserscheinungen derartigen Ursprungs sind bisher jedoch nicht 
bekannt bzw. wegen der Kleinheit der Effekte nicht gemessen worden. 
Literatur: 
1. Publ. der Sternwarte Kiel, XIV, 1924, 
2. Ver. der Sternwarte Heidelberg, Bd. 8, Nr. 9, 1932. 
3. Astr, Nachr., Bd. 269, Heft 1, 1939, 
4. Zeitschrift für Vermessungswesen, Bd. 65, S. 275 u. 657; dort auch weitere Literatur hinsichtlich 
der terrestrischen Seitenrefraktion. 
5. Ann. d, Hydr., Bd. 64, S. 60, 1936. 
6. Schriftenreihe der Ges, f. Zeitmeßkde. u, Uhrentechnik, Bd, 9, S, 45, 1938. 
7. Gerlands Beiträge zur Geophysik, Bd. 31, S. 83, 1931, 
8. Valentiner. Handwörterbuch der Astronomie, III, 2, S. 577, 1901. 
Die Verteilung der Luftdichte auf dem Nordatlantischen Ozean. 
Von Richard Becker, Hamburg. 
Eine fundamentale physikalische Eigenschaft der atmosphärischen Luft für 
jeden Ort und Zeitpunkt ist die Massendichte. Die verschiedene Dichte der 
nebeneinander und übereinander lagernden Luftmassen ist die unmittelbare Ur- 
sache der Druckunterschiede und damit der Bewegungen und der allgemeinen 
Zirkulation in der Atmosphäre. 
Die Luftdichte ist mit den üblichen meteorologischen Instrumenten nicht 
direkt feststellbar. Nur der Luftdruck, die Lufttemperatur und die relative 
Feuchtigkeit sind bequem und regelmäßig meßbar. Aus diesen drei Größen muß 
die Luftdichte berechnet werden. Bezeichnet man sie mit o, den Luftdruck 
mit p und die absolute Temperatur mit T, so ist: 
= _P_ 
= RT ’ 
wobei R die Gaskonstante bedeutet. Sie ist für ein der atmosphärischen Luft 
entsprechendes Gasgemisch zu berechnen, Da der Wasserdampfgehalt der Luft 
jedoch veränderlich ist, ist auch R in der Erdatmosphäre keine Konstante, 
sondern hängt von der relativen Feuchtigkeit ab. Man kann diese Veränder- 
lichkeit der Gaskonstanten wieder aufheben, indem man die zu T hinzuzuzählende 
sog. „virtuelle“ Temperaturdifferenz At einführt, die außer von der Feuchtigkeit 
auch etwas von Druck und Temperatur abhängig ist. Die Größe At bleibt 
stets positiv, da die Luftdichte durch den Wasserdampfgehalt verringert wird. 
Der Luftdruck wird in der Meteorologie in Millibar gemessen und die Luft- 
temperatur in Celsiusgraden. Die zu berechnende Massendichte wird am zweck- 
mäßigsten in Kilogramm pro Kubikmeter angegeben, Unter Zugrundelegung 
dieser Dimensionen ist für den reziproken Wert der Gaskonstanten 1/R der 
Betrag 0.3484 einzusetzen, wenn man die Luftdichte in kg/cbm erhalten will. 
Führt man in die obige Gleichung zur Berechnung der Luftdichte außerdem noch 
anstatt der absoluten Temperatur die Celsiusgrade t ein, so erhält man: 
pP 
0 a Ar . 
Aus dieser Formel ist die Verteilung der mittleren Luftdichte dicht über 
der Oberfläche des Nordatlantischen Ozeans in den Monaten Januar und Juli 
berechnet worden. Die Monatsmittel des Luftdruckes und der Lufttemperatur 
entstammen den Karten, die auf den Rückseiten der „Monatskarten für den 
Nordatlantischen Ozean, neubearbeitet 1939/40 von der Deutschen Seewarte“ 
veröffentlicht sind. Auf die Karten wurde ein Punktnetz verteilt und für jeden 
Punkt der Druck p und die Temperatur t entnommen, Um die virtuelle Tempe- 
raturdifferenz At zu erhalten, wurde angenommen, daß die relative Feuchtigkeit
	        
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