Burdack, H.: Über die jährliche Variation der magnetischen Deklination, 381
vollkommen gesichert sein. Bei Quasipersistenz treten an gewissen Stellen Ände-
rungen im Verlauf des Vektorenzuges auf. Es ändert sich z. B. die Richtung
des Vektorenzuges (Phasensprung), seine Krümmung (Periodenänderung) oder
seine durchschnittliche Fortflanzungsgeschwindigkeit (Amplitudenänderung).
In Abb. 3 und 4 ist die Summenfunktion der ganz- und halbjährigen Welle
der jährlichen Variation der Deklination dargestellt, Der Verlauf der ganz-
jährigen Welle von 1891 bis 1923 kann durchaus als persistent bezeichnet
werden, da die Hauptrichtung des Vektorenzuges konstant bleibt und ebenso
die Vektorenlängen i. a. die gleiche Größenordnung beibehalten. Die Unsicher-
heiten der Phasen während oder in der Nähe der Sonnenfleckenminima (durch
© gekennzeichnet) ändern die Hauptrichtung des Vektorenzuges nicht. Die
Summenfunktion der halbjährigen Welle zeigt keine konstante Hauptrichtung
und geht in den Jahren 1903 bis 1919 in einen ausgesprochenen Irrlauf über.
Der Verlauf dieses Vektorenzuges unterstreicht also nur das Ergebnis des obigen
Realitätskriteriums auf Grund des Expektanzbegriffes, wonach die Realität der
halbjäbrigen Welle durchaus nicht als gesichert gilt..
2, Analytische Darstellung und Streuung. Das Mittel des jährlichen Ganges
der Jahre 1891 bis 1923 wollen wir durch eine Fouriersche Reihe bis zur zweiten
Welle darstellen, wie wir die einzelnen Wellen schon dargestellt haben. Die
allgemeine Form der Reihe lautet demnach
4 D = Co, 8in (x + «a )) + Co, 2sin @x + «og. g),
Cn= Ant Ben (17) und on = are tg DON
(Co,n in Bogenminuten ©) und an io Grad ©) An
die Polarkoordinaten und A B
Ayn= Hal und a (19)
die rechtwinkligen Koordinaten des Schwerpunktes der Punktwolke sind. Sie
ergeben sich für'n=1 zu Agı =— 0.141 und Bo1 = -+ 0.084 und für.n = 2 zu
As = + 0.043 und Boz = + 0.025. Nachdem wir die numerischen Werte von
Con bzw. @xo,n Nach (17) und (18) ermittelt haben, erhalten wir als analytische
Darstellung für die jährliche Variation im Mittel über die Jahre 1891 bis 1923
für Potsdam-—Seddin
AD = 4 D, + 4 D; = 0.164’ sin (x + 300.8°) 4 0.050’ sin (2 x + 59.89), (20)
wobei AD sich wieder in Bogenminuten ergibt. ;
Eine graphische Darstellung der beobachteten Variation im Mittel über die
Jahre 1891 bis 1923 ist in Abb. 8 oben (4D) als gestrichelter Polygonzug wieder-
gegeben. Die ausgezogene Kurve 4D, + A4D, stellt die Variation nach (20)
berechnet dar“%),
Um beurteilen zu können, wie genau die Variation eines einzelnen Jahres
nach (20) berechnet werden kann, stellen wir Untersuchungen über die Streuung
der Wellen der einzelnen Jahre gegenüber ihrem Mittel an, indem wir für jede
der beiden Punktwolken die mittleren Fehlerellipsen zeichnen.
Mit a, bzw. b, bezeichnen wir die Abweichungen der Koeffizienten A, bzw.
B_ von ihren Mittelwerten, Es ist also
a =4A, —Agn wd by= Br — Bon
Für die Streuungen CA bzw. Ton erhalten wir dann
al A} und In > V ‚oda
und für den Korrelationskoeffizienten
=
[2 a] [da b.]
+ Man kann aus dem Vergleich der beiden Darstellungen also schließen, wie genau die Variation
durch die harmonische Analyse Sn zur zweiten Welle wiedergegeben werden kann.
WA