Ann. d. Hydr. usw., LXXI. Jahrg, (1943), Heft XI.
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Über die jährliche Variation der magnetischen Deklination.
Von H, Burdack, Dresden,
Zusammenfassung. Das Material von 33 jährlichen Gängen (drei Sonnenfleckenperioden) der
erdmagnetischen Deklination von Potsdam—Seddin wird bis zur zweiten Welle harmonisch analysiert,
Beide Wellen werden mit Hilfe des Expektanz- und Persistenzbegriffes auf ihre Realität untersucht.
Die ganzjährige Welle erweist sich als reeil, die halbjährige nicht. Das Mittel aller jährlichen Gänge
wird analytisch dargestellt und Untersuchungen über seine Streuung angestellt. Weiter wird der
Verlauf der Variation während der 1ljährigen Periode untersucht. Es ergibt sich für beide Wellen
eine Korrelation zwischen den harmonischen Amplituden und den Jahresmittelwerten der erdmagne-
tischen Aktivität, Die Phasen der ganzjährigen Welle bleiben im 11jährigen Verlauf praktisch konstant,
während die der halbjährigen Welle keine Gesetzmäßigkeit aufweisen, Schließlich wird versucht,
die Variation physikalisch zu deuten, indem der jährliche Wann der Ultraviolettstrahlung und mit
Hilfe des jährlichen Ganges der erdmagnetischen Aktivität der der Korpuskularstrahlung der Sonne
bestimmt wird und. diese Gänge mit dem jährlichen Gang der erdmagnetischen Deklination verglichen
werden. Die ganzjährige Welle der Deklination erweist sich als eine Wirkung der ultravioletten
Wellenstrahlung und die halbjährige Welle als eine Wirkung der Korpuskularstrahlung der Sonne.
Zur folgenden Untersuchung werden die jährlichen Gänge der erdmagne-
tischen Deklination, dargestellt durch je 12 Monatsmittel, der Jahre 1891 bis 1923,
d, h. von drei 11jährigen Sonnenfleckenperioden, der Station Potsdam—Seddin
verwendet!). Um den jährlichen Gang rein zu erhalten, wird zunächst der fort-
schreitende Gang einschließlich der Säkularvariation eliminiert. Die so erhaltenen
jährlichen Gänge werden der harmonischen Analyse einzeln unterworfen, und
zwar bis zur halbjährigen Welle. Infolge der Kleinheit des jährlichen Ganges?),
beispielsweise gegenüber dem täglichen Gang der erdmagnetischen Deklination,
genügt eine Darstellung bis zur halbjährigen Welle. Jeder jährliche Gang wird
also dargestellt durch
n= 2
4D = 3'(4A. cos nx -4 B_ sinn x).
n = 1
wobei
AD = die Abweichung der Deklination vom Jahresmiutel in Bogenminuten,
B} = die harmonischen Koeffizienten,
n = die Periodenzahl,
Xx = die Jahreszeit in Winkelmaß,
Für x schreiben wir @t, wobei t=1,2,3......Z. Dann ist in unserem Falle
Z=12 und w = Et = 30°. Die auf Augenblickswerte reduzierten harmonischen
Koeffizienten A und B erhalten wir, indem die aus Monatsmitteln abgeleiteten
A’ und B’ mit
N
Pa {nV
81m (%*)
also A’ und B' mit p, = 1.0115 und A; und B; mit p, = 1.0472 multiplizieren
Die reduzierten Koeffizienten sind in Tabelle 1 zusammengestellt.
1. Realität der. Periode, Infolge der Kleinheit des jährlichen Ganges der
magnetischen Deklination ist es angebracht, zunächst Untersuchungen über die
Realität der Periode anzustellen. die außer in der Form (1) dureh
am
= 2
AD= X C,sin(ax 4a),
D=1
FO
-Abheaı
An
arg Rn
n
&«, == Anfangsphase),
1) Das Beobachtungsmaterial wurde den „Ergebnissen der magnetischen Beobachtungen in
Potsdam und Seddin in den Jahren 1891 bis 1923“ entnommen. — % Die absolute Amplitude
ie Differenz zwischen Maximum und Minimum des jährlichen Ganges) beträgt z. B. für das Sonnen-
leckenminimaljahr 1901 0.5 und für das Sonnenfleckenmaximaliahr 1917 1.1’.
Ann. d. Hydr. usw. 1943, Heft XI.