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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 71 (1943)

Meißner, O.: Die wärmsten und kältesten Tage des Jahres in Berlin und Leipzig usw. 371 
Korrelation zu den Berliner Werten ist sowohl bzgl. der Temperatur wie der 
Daten größer als bei den wärmsten Tagen. Bemerkenswert ist, daß im Jahrzehnt 
1851 bis 1860 niemals die kältesten Tage in den Januar fielen!), der übrigens in 
diesem Jahrzehnt auch in seiner Mitteltemperatur nur zweimal der kälteste des 
Jahres war! In den Februar fielen sogar zwei Jahrzehnte hindurch, von 1875 
bis 1894, niemals die kältesten Tage und außerhalb der hier zugrunde gelegten 
Reihe ferner noch von 1920 bis 1931, also immerhin auch noch 11 Jahre lang. 
Es zeigt dies an, daß auch die Februar-Kälterückfälle, so gesichert sie sind, doch 
systematisch jahrelang in demselben Sinne in verschiedener Intensität auftreten. 
Die Extremwerte der Temperatur sind um 20° verschieden; die Daten schwanken 
um rund 100 Tage. In Berlin war der absolut kälteste Tag der 50jährigen Periode 
der 10. Februar 1855 mit — 19.0° Mittel: also gerade kein Januarwert; man sieht 
auch hier wieder, wie verschieden stark die Intensität dieses Kälterückfalls ist, 
wenn es auch wohl nur Zufall ist, daß in ihn gerade der allerkälteste Tag (in 
Berlin} fällt; in Leipzig ist das ja nicht der Fall. Im Mittel sind wieder die 
kältesten Tage des Januar am kältesten, aber die Streuung zeigt, daß dies kaum 
mehr als ein bloßes Rechenresultat zu bewerten ist. 
$ 14. Die absoluten Temperaturminima in Leipzig 1851 bis 1900. Auch diese 
sind, den früheren Tabellen entsprechend, in Tab, 13 wiedergegeben. Obwohl 
sie um 4° kälter sind als die kältesten Tage, ist die Differenz zwischen den 
Tabelle 13. Absolute Minima in Leipzig 1851 bis 1900. 
Jahrzehnt 
1851—1860 
1361—1870 
1871—1880 
1881—1890 
ERO1 10900 
Mittel .....] 
Streuung ....! 
10K5 ....1 
5 
Temp. ! Str. | Ver. /V:S4)' 100k,% | 100ks% 
Datum! | 
(Jan) Str.  100k,*) | 100.123 
— 14.45 
— 17.06 
— 16.62 
— 16,28 
16 41 
+3.15° 
+ 5.00 
+6,71 
+4,15 
„59 
+ 4.98° 
+ 7,88 
+ 10.02 
x 4.96 
.- 6ER 
1.58 
1.56 
1.50 
1.17 
1 95 
95 +10 
983+11 
9+ 6 
95+ 6 
0ßi-+ 0 
75421 
71422 
92412 
81419 
RR 2 99 
— 
nr 
— A 
9.3 | +21.8 
21.1 | +305 
204 | 4160 
| 
79+*19 | 76420 
44 +28 | 40+29 
64+20  69+23 
— 16.16 
+ 1.04 
+4,85 
+ 1.49 
6.88 
+2.11 
1.43 
0.21 
x x 
+2+ 2 
A192 
*+14+ 4 
156 
+10.4 
+23.1 
+ 6.9 
vie 
62124 
17+ .5 
62+24 
+19+ 5 
+19 
+44 | 
+39 
+41 
& 
4- 45 
4 I 
ef -27.5° (7. Dez. 1875) 
Extremwerte*) | _ 740 H1. Febr. 1898 
= 78 
Lı4 
| 
„ |-_z 
*) V:S =: Verhältnis der Veränderlichkeit (Ver.) zur Streuung. — % Kf. zu den Leipziger 
kältesten Tagen. — *) Kf. zu den Berliner Minimis. — *) Nicht zu ermitteln. — 5) Zeitlicher Kf — 
%) —27.4° am 2. Januar 1871, —- 28.6° im Januar 1850. 
Extremwerten beide Male gleich groß. Diese Differenz von 4° — in Berlin waren 
es sogar 4*/,” (s. o. $ 5) — zeigt, daß an den kältesten Tagen die tägliche Tempe- 
raturschwankung, die in den mir zu Gebote stehenden Werken nicht enthalten 
ist, aber in den Wintermonaten im Durchschnitt?) nur sehr gering ist, in diesen 
Extremtagen bedeutend über ihm liegt; sie müssen also viel Sonnenschein und 
wenig Bewölkung gehabt haben?), 
Die Korrelation zu den kältesten Tagen ist für Leipzig bei den absoluten 
Minimis recht groß, sogar noch größer als in Berlin (Tab, 5); auch zu den 
Berliner Minimis ist sie bedeutend. — Figur 2 (S. 372) gibt dieselben Größen, 
die in Figur 1 für Berlin angegeben waren, für Leipzig, und in genau derselben 
Anordnung, weshalb hier nur auf den Schluß des $& 5 dieser Arbeit verwiesen 
zu werden braucht. — 
Es bleibt also noch übrig, wie in Berlin ($ 8) so für Leipzig die 
$ 15. Differenz der wärmsten und kältesten Tage in Leipzig 1851 bis 1900 
betrachten, wofür Tab, 14 die Grundlage bietet.. Sie ist im Mittel etwas 
‘) Das Mittel fällt trotzdem in den Januar, weil die Einzelwerte sowohl im Februar wie im 
Dezember vorkamen (Str > 1 Monat): es gibt also hier ein völlig irreführendes Bild! — 3) Behre, 
Das Klima von Berlin, (Salle Berlin) S. 24. — % Hieraus sieht man auch wieder, wie die Behand- 
jung eines einzelnen klimatologischen Elementes, selbst wenn es sich um den „Hauptfaktor“, eben 
die Temperatur, handelt, notwendigerweise unvollständig und also unvollkommen ist.
	        
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