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Full text: 71, 1943

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1943. 
Das Mittel der Kff. wäre dann 0.76 statt, wie in Tab. 8 angegeben, 0.61. Man 
sieht aber daraus, daß durch den Ausschluß schon einer etwas unsichereren 
Beobachtung die Ergebnisse sich so stark ändern, daß auch kleine mittlere 
Fehler bzw. Streuungen noch nicht immer d ie Sicherheit geben, die man nach 
ihrer Größe den Werten zuerteilen müßte, 
Die Mittel der Datenunterschiede beider Sorten von Extremtagen stimmen 
gut überein, aber das gilt nicht für die Einzeljahre, wie der sogar negative 
Wert für das Jahrzehnt 1881 bis 1890 beweist. Man sieht auch hier wieder, 
welche „Verwaschenheit“ durch die Mittelbildung verursacht wird, die man selbst- 
verständlich deshalb doch nicht entbehren kann, 
Der größte Unterschied in den Daten war: 2. Januar bis 15. August 1875 
= 223 Tage, und 2. März bis 24. Mai 1886 — wobei allerdings bemerkt werden 
muß, daß der 1. März mit dem 2. gleichkalt und der 24, Mai mit dem 20, Juli 
gleich warm war; gleichwohl dürfte der angegebene Wert der sinnentsprechende 
sein, da es sich ja um Extreme handelt. Immerhin geht auch hieraus hervor, 
daß eine Änderung der Temperatur um 0.1° — also bei Extremthermometern 
eine durchaus mögliche! — schon erhebliche Unterschiede der hier zu ermittelnden 
zeitlichen Distanzen hervorgerufen hätte. Man muß also die Ergebnisse mit Reserve 
aufnehmen; und z. B. dürfte sich auch so der negative Kf, für die Datendifferenz 
beider Sorten von Tagen im Jahrzehnt 1881 bis 1890 erklären. 
Entsprechend der Tab. 7 sei auch hier noch eine Tabelle (9) der äußersten 
Extreme gegeben: 
Tabelle 9. Berlin 1851 bis 1900, 
Absolutes Maximum: | Absolutes Minimum: 
87.0° am 20. Juli 1865 —24.9° am 11. Februar 1855 
28.0° am 22. Juli 1878 a — 6.7° am 6. Februar 1899 
9.0° Unterschied 18.2° 
Auch hier sind die Differenzen für die Extreme bei den wärmsten doppelt 
so groß wie bei den kältesten; daß der Quotient beide Male genau 2 ist, ist 
natürlich ein Zufall. . 
$ 9. Bearbeitung der Leipziger Reihe. Auch für Leipzig!) konnte eine der- 
artige Untersuchung durchgeführt werden. Zwar gilt der dortige Temperatur- 
kalender nur für den Mittelwert der 105jährigen Reihe; aber die kältesten und 
wärmsten Tage jedes Jahres sind in einer besonderen Tabelle aufgeführt; die 
Daten derselben allerdings erst von 1865 an. Eine Vergleichung mit Berlin ist 
daher möglich und kann, trotz der relativ geringen Entfernung beider Stationen, 
doch bemerkenswerte Ergebnisse liefern. 
$ 10. Wärmste Tage in Leipzig 1851 bis 1900... Tab. 10 entspricht demnach 
der für Berlin geltenden Tab. 1; nur daß die Kff. zu den entsprechenden Berliner 
Werten noch hinzugefügt sind, Um mit ihnen zu beginnen, so sind sie ganz ähnlich 
verteilt wie in Berlin, wie besonders aus der Tab. 10b hervorgeht; im einzelnen 
ist aber die Korrelation zu Berlin betr. der Höhe der‘ Temperatur strammer 
als in bezug auf die Verteilung, wo in einem Jahrzehnt der Kf. sogar 
negativ wird. Auch hier ist zu bemerken, daß die wärmsten Tage, wenn sie 
nicht in den wärmsten Monat, d.h. den Juli, fallen, allerdings wie aus den 
Streuungen hervorgeht, in nicht verbürgbarem Maß (auch hier gibt erst die 
Angabe der Streuungen ein Maß für die Realität der Werte) etwas weniger 
warm sind: in solchen „abnormen“ Jahren ist also die fehlende Sommerhitze 
nicht völlig durch eine des Vor- oder Nachsommers völlig kompensiert. Das ist 
freilich ein gewagter (und wie eben gesagt fraglicher) Schluß; er wird aber durch 
eine eingehendere Betrachtung der Sommer nur bestätigt, wie ich andernorts 
ausgeführt habe, 
Das äußerste Extrem der Tagestemperatur der ganzen Leipziger Reihe 
fällt außerhalb des hier betrachteten Halbjahrhunderts auf den 283. Juli 1911; 
es beträgt 30°3)! 
1) Naegler, in der eingangs aufgeführten Arbeit, S. 88 (Tab. 5). — ?) In Berlin betrug es 30.2° 
am 14. Juli 1923 (also auch außerhalb der Hellmannschen Reihe von 1848 bis 1907).
	        
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