354 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1943,
machen konnten, wie es die Elastizität des Eises zuließ, Die normale Gezeiten-
grenze des Flußgeschwelles der Elbe muß sich dann elbabwärts verlagert haben.
Eine Dämpfung der Gezeiten durch das Eis wurde während der Eisperioden
der Winter 1939/40 und 1940/41 auch an einem andern Ort im Unterelbegebiet
festgestellt. Es kann angenommen werden, daß auch in den Flußgeschwellen anderer
Flüsse unter denselben Gezeiten: und Wetterbedingungen solche Dämpfungen statt-
finden können.
Über einige Ergebnisse von Schätzungen der Himmelsfarbe
mit der Himmelsblauskala von Ostwald und Linke.
Von Dr. W, W, Spangenberg, Schwerin (Meckl.).
Zusammenfassung, In der vorliegenden Arbeit soll über einige Punkte gesprochen werden, die
sich bei der Benutzung der bekannten Himmelsblauskala von Ostwald und Linke ergaben. Es wird
berichtet, wie sich MSRNEOR, welche im Schatten bzw. bei teilweise verdeckter Sonne gemacht sind,
nach den Beobachtungen des Verfassers mit solchen vergleichen lassen, die bei voller Sonne erhalten
sind. Ferner folgen einige Ausführungen über die scheinbare Farbabweichung der Skala vom Himmels-
blau und zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse verschiedener Beobachter sowie zur Frage der KEin-
äbung, die zu solchen Beobachtungen weitgehendst erforderlich ist. Im zweiten Teil soll gezeigt
werden, wie sich die Hitnmelsfarbe in Abhängigkeit von verschiedenen meteorologischen und lokalen
Faktoren verhält. Es ergibt sich dabei mit früheren Ergebnissen eine zum Teil gute Übereinstimmung,
Einige Punkte, zu denen keine eigenen Beobachtungen vorlagen, werden der Vollständigkeit halber
hier kurz mitbesprochen, Den Schluß bildet eine zeitlich geordnete Literaturzusammenstellung, in der
alle dem Verfasser zur Zeit zugänglichen Abhandlungen und Beobachtungsberichte verzeichnet sind.
A. Einleitung.
J. Vorbemerkungen,
Vor einiger Zeit hat der Verfasser über einige Fragen bei der Benutzung der
Ostwald-Linkeschen Himmelsblauskala und die damit verbundenen Schwierig-
keiten und Fehlermöglichkeiten berichtet, die bei der Beobachtung und bei der
Auswertung der Ergebnisse zweckmäßig beachtet werden sollten (44), (45), (46)
(siehe Anmerkung A!). Einige Punkte, die dabei zunächst nur in aller Kürze
gestreift werden konnten, sollen hier nun an Hand von Beobachtungsbeispielen
etwas ausführlicher besprochen werden, wobei zum Vergleich auch die Ergebnisse
anderer Beobachter mit herangezogen werden sollen. Benutzt wurden 16stufige
Skalen, die 1937 und 1942 angeschafft wurden. In den meisten Fällen liegen
aber zur Zeit nur wenige brauchbare Einzelschätzungen vor, so daß diese Werte
nur als erste Orientierungsversuche anzusehen sind. Es ist daher sehr wohl
möglich, daß sich noch einige Ergebnisse in ihrem Charakter und in ihrer
Größe ändern können, wenn erst längere systematische und spezifisch aus-
gerichtete Beobachtungsreihen darüber vorliegen. Die Veröffentlichung erfolgt
aber trotzdem an dieser Stelle, weil nämlich die Fortführung dieser Beobach-
tungen und Untersuchungen dem Verfasser infolge der kriegsbedingten Zeit-
umstände leider durchaus fraglich, ja sogar unmöglich erscheint. Die Über-
prüfung und Erweiterung muß daher später einmal nachgeholt werden, sofern
sich dazu überhaupt noch die Gelegenheit bieten wird, Der Leser wird daher
gebeten, diese Tatsache bei der Lektüre zu berücksichtigen!
Am Schluß der Arbeit befindet sich eine rein zeitlich geordnete Zusammen-
stellung aller dem Verfasser im Augenblick bekannten und leichter zugänglichen
Berichte und Aufsätze, die sich mit vorliegendem Thema befassen, ohne daß der
Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden soll. Die ausländische Literatur
nach 1940 konnte naturgemäß nur teilweise berücksichtigt werden,
Anmerkung A: Alle diejenigen Veröffentlichuugen, die sich unmittelbar oder mittelbar mit
der Himmelsblauskala, ihrer Anwendung und mit ihr erhaltenen Beobachtungsergebnissen befassen,
sind am Schluß dieser Arbeit zusammengestellt. Im Text wird darauf durch in runde Klammern
gesetzte arabische Ziffern verwiesen, z. B.: (2) usw. ;
Alle anderen Arbeiten, die nur zur Ergänzung oder zur Erläuterung hier erforderlich waren,
werden in den Anmerkungen am Fuße der betreffenden Seiten aageführt, um die Einheitlichkeit
des Literaturverzeichnisses zu wahren, Auf sie wird durch in runde Klammern gesetzte römische
Ziffern hingewiesen, z. B.: (IV),
Textliche Aumerkungen werden durch das in Klammern stehende Wort „Anmerkung A, B usw."
gekennzeichnet.