Meißner, Otto: Die Temperaturamplituden von Dresden (1831 bis 1940) usw. 339
man in der Tabelle nach rechts fortschreitet, ja zuletzt kehrt sich der Sinn des
örtlichen Kf. um: Sein Mittel, — 0.33 + 0.38, hat denn auch eine starke Streuung,
und der Kf. (——) beträgt dafür — 0.69 + 0.27 (laut der Tab. 7). Der örtliche
Kf, des Wertes der Mittel hat fast den gleichen Wert: — 0.67 + 0.19.
17. Schlußbemerkung. Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß aus
dem Vorliegenden hervorgeht, daß man durchaus keine Extrapolationen
machen darf (vgl. $ 5) und daß eine Vergleichung von Stationen mit ver-
schiedener Epoche, wie sie in Tab. 7 gegeben ist, durchaus nicht als vorbildlich
angesehen werden kann,
Ferner, daß die Streuung, falls das Verhältnis der Veränderlichkeit zu ihr
von seinem Normalwert 1.41 merklich abweicht, nicht mehr als vollgültiges Maß
der Unsicherheit angesehen werden darf. Man müßte nach den Grundsätzen
der Kollektivmaßlehre die höheren Glieder der „Brunsschen ®-Reihe“ dazu
mitberechnen. Davon ist indes hier einstweilen Abstand genommen.
Kleinere Mitteilungen,
1. Einige boemerker" —--"3 atmoanhärische Erscheinungen im Herbst 1941
in Potsdam.
1. Die Wetterabnormitäten der letzten Jahre haben noch nicht aufgehört.
Worüber ich nachstehend berichten will, ist zwar ‘nicht direkt abnorm, aber
doch der Beachtung wert.
2. Der Altweibersommer hatte sich doch noch eingestellt: er reichte vom
18. September bis 7. Oktober, brachte es aber in Potsdam nicht über 20°. Dabei
wehte meist Südostwind, der doch in dieser Jahreszeit sonst viel höhere Tempe-
raturen bringt.
3. Am 21. Oktober war genau um 4 Uhr nachmittags (Sommerzeit) ein
sonderbares Wolkengebilde zu sehen. In einiger Höhe über dem westlichen
Horizont zogen unter einer fast geschlossenen Stratusdecke drei Wolken rasch
in nordöstlicher Richtung. Sie waren von rauchgrauer Farbe und bildeten in
der Aufsicht ein verschwommenes, vielfach zerrissenes Viereck, an das sich nach
unten hin ein ebenfalls sehr zerzaust aussehendes, trichterförmiges Gebilde
ansetzte; doch war die Trichterform nur einseitig, nach links hin, ausgebildet,
während der in der Richtung, des Zuges liegende rechte Teil wie geradlinig
abgeschnitten erschien. Augenscheinlich handelte es sich um Windhosen; dem
Anscheine nach aber erreichte die Spitze des Trichters nicht den Erdboden,
und es sind auch später keine Mitteilungen von Windhosen gewöhnlicher Art,
d, h, auf dem Erdboden fortziehender, bekanntgeworden.
4. Am 13. September war um 4 Uhr nachmittags (Sommerzeit) ein besonders
farbenprächtiger Regenbogen zu sehen, Als riesiges, der Sonnenhöhe entsprechend
flaches Kreissegment lag er am Osthimmel. Er war nur einfach, zeigte aber
in ungewöhnlicher Deutlichkeit ein dreifaches und in Andeutungen sogar noch
ein weiteres Spektrum, Demnach müssen die erzeugenden Wolkenelemente ver-
hältnismäßig groß, in diesem Falle (ich entnehme es aus A. Wegeners met.
Lehrbuch) wohl 50 Mikros gewesen sein. Von dem größeren Bogen aber war
keine Spur zu sehen,
5. Eine irisierende Wolke beobachtete Herr Menze, Potsdam-Babelsberg,
am 24, August um 19 Uhr (Sommerzeit): „Eine um die Sonne gelagerte Zirro-
kumuluswolke war anfangs mit leuchtendem Rosa übergossen, Bald darauf
schillerten an den Partien oberhalb der Sonne die verschiedensten Farbentöne,
besonders. auch lebhaftes Kobaltblau, lebhaft durcheinander. Die Erscheinung
dauerte nur wenige Minuten.“
5. Purpurlicht beobachtete der genannte Herr wie auch andere in ein-
drucksvoller Form am 4. September. Es war die letzten Jahre in Potsdam gar
nicht mehr beobachtet worden. Da es auch am 27, Oktober (von mir ebenfalls
beobachtet) auftrat, möchte man fast an einen großen Lockerausbruch eines
VYulkans denken; die immer noch rege Sonnenfleckentätigkeit, die um den