Schober, H.: Eine einfache Tag- und Nachtpeilscheibe für Fernrohrgebrauch, 325
auf dunklem Grund anstatt dunkle auf hellem Grund wählen, so müßte die
Leuchtdichte für gleiche Lesbarkeit entsprechend größer gemacht werden, da
ja dann die leuchtende Fläche viel kleiner wäre als im ersten Falle, '
2. Die Doppelglashalterungen.
Wie aus Abb. 1 und 4 ersichtlich, trägt die Peilscheibe einen Aufsatz, der
gleichzeitig für Diopterpeilung und Fernrohrgebrauch geeignet ist, Der Aufsatz
ist dabei so beschaffen, daß ohne Behinderung der Diopterpeilung die meisten
gebräuchlichen Doppel-
gläser eingehängt werden
können. Die Halterung des
Doppelglases ist durchaus
fest und erfolgt am Steg
des Glases, so daß die
genaue Einhaltung der
optischen Achse gewähr-
leistet ist. Das Glas selber
kann noch um die hori-
zontale Achse geschwenkt
werden, um die Kimmlage
bei Schiffsbewegungen
auszugleichen,
Zur Peilung mit dem
Doppelglas genügt es im
allgemeinen, auf die Mitte
des Glasgesichtsfeldes ein-
zustellen. Da beispiels-
weise das am häufigsten
verwendete Doppelglas
7X 50 ein objektives Ge-
sichtsfeld von 7° besitzt
und die Einstellung auf die Gesichtsfeldmitte auch von ungeübten Beobachtern mit
etwa 5% Genauigkeit leicht durchgeführt wird, beträgt der Einstellfehler weniger
als 35 Minuten, ist also in jeder Weise tragbar. Es ist natürlich ohne besondere
Mühe möglich, im Glas einen Peilfaden (Strichplatte) anzubringen, jedoch
empfiehlt sich dieser Weg für Nachtbeobachtung nicht, da dann die Strich.
platte sehr leicht das Aufsuchen besonders schwacher Feuer erschwert.
3. Zusammenfassung,
Es wird eine einfache Tag- und Nachtpeilscheibe für Diopter- und Fern-
rohrgebrauch beschrieben, Die Scheibe trägt eine Belegung mit radioaktiver
Leuchtfarbe, wodurch alle übrigen Beleuchtungsanlagen fortfallen. Für die
Fernrohrpeilung können normale Bordhandgläser verwendet werden.
Die Berechnung der Sonnenhöhen für beliebig geneigte Ebenen.
Von K, Schütte, Wien, z. Z. Deutsche Seewarte.
Zusammenfassung. Die Berechnung der Sonnenhöhen für beliebig geneigte Ebenen spielt eine
Rolle z. B. bei mikroklimatologischen Untersuchungen, bei Berechnungen der Sırahlungsverhältnisse
geneigter Dächer usw.
Die bisher für diese Zwecke abgeleiteten Formeln und Betrachtungen sind durchweg viel zu
kompliziert, Es werden im folgenden auch für den allgemeinsten Fall gültige, ganz einfache Formeln
abgeleitet, nach denen die Berechnung schnell ausgeführt werden kann, Dies wird dadurch ermöglicht,
daß derjenige Punkt der Erdoberfläche gesucht wird, dessen Horizontalebene zu der gegebenen Ebene
parallel verläuft, Die Sonnenhöhen für diesen Punkt geben dann zugleich die Höhen für die gegebene
Ebene.
1. Einleitung.
Für die Berechnung der Sonnenhöhen und Strahlungsintensitäten für beliebig
geneigte Ebenen finden sich bereits bei verschiedenen Autoren Betrachtungen
Ann. d. Hydr. usw. 1943. Haft IX.