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Full text: 71, 1943

294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1943, 
= 23.6 mm am 31. Oktober (ausgeglichen nur 18 mm) zeigt im Vergleich zu 
mitteleuropäischen Verhältnissen die große Regenintensität!). Während der ganzen 
Regenzeit des Monsunrückzugs (Mitte Oktober bis Anfang Dezember) liegt die 
mittlere Niederschlagsmenge je Tag bei und über 10 mm, die Niederschlags- 
wahrscheinlichkeit bei knapp 50%, so daß also die Regendichte (Regenmenge je 
Regentag) über 20 mm beträgt. 
Betrachtet man die Diagramme der mittleren Windrichtung oder auch der 
heiteren und trüben Tage, so möchte man zunächst annehmen, daß die oben be- 
rechneten mittleren Termine für die einzelnen Witterungsereignisse auch mit den 
häufigsten nahe zusammenfallen, und daß die Einzelfälle sich entsprechend einer 
Gaußschen Häufigkeitsverteilung anordnen. Zählen wir nun einmal z. B. die 
Häufigkeit des „Monsunwechsels“ an den einzelnen Kalendertagen 
aus (Abb. 2, unten), so ergibt sich ein etwas anderes Bild, Wie erwähnt, wurde 
hierbei der Windsprung bei mehrfachem Auftreten auch mehrfach gezählt; ins- 
gesamt finden wir in 30 Jahren 43 Fälle an 19 Tagen. Gerade der mittlere 
Termin am 10, Oktober wird offensichtlich nicht bevorzugt; vielmehr gibt es 
Häufungspunkte am 4,, 7./8., 15. und 18, Oktober, die offenbar wahlweise, 
alternierend besetzt werden. Man sicht hieraus wiederum, wie sehr die Häufig- 
keitsdarstellung eines bestimmten, witterungsmäßig eindeutig definierten Ereig- 
nisses allen anderen klimatologischen Statistiken an Schärfe der Aussage über- 
legen ist. 
Aus diesen Ausführungen können wir entnehmen, daß die seit langem 
bekannten Witterungs-Singularitäten des tropischen Monsunklimas die- 
jenigen der gemäßigten Zone Europas an Regelmäßigkeit und Präzision 
des Eintreffens durchaus in den Schatten stellen. Ihre kalendermäßige Pünkt- 
lichkeit darf aber (bei einer mittleren Abweichung von mindestens 5 bis 7 Tagen 
und extremen Abweichungen von mehreren Monaten) nicht überschätzt 
werden. Auch hier gibt es offensichtlich alter nierende Termine, die wechsel- 
weise besetzt werden. Somit konnten die bei den europäischen Witterungs- 
Singularitäten gefundenen Ergebnisse im ganzen bestätigt werden, Auch der 
Monsun. Indiens verhält sich trotz seiner unbestreitbar großzügigeren Anlage 
grundsätzlich nicht anders als der Witterungsablauf unserer Breiten. 
Es wäre recht interessant, nun entsprechende Untersuchungen für das ge- 
samte Monsungebiet Südostasiens, von Indien über den indonesischen Archipel 
nach Japan und der Mandschurei durchzuführen, allerdings mit zeitlich über- 
einstimmenden. Beobachtungsreihen, und dabei zugleich die synoptischen Zu- 
sammenhänge, besonders der extremen Fälle, zu klären. Für Indien selbst, für 
das ja die Monsunregen eine ganz entscheidende wirtschaftliche Bedeutung be- 
sitzen, ist ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Beginn des Monsuns 
und der Intensität der Monsunregen (7) bereits nachgewiesen, 
Schrifttum. 
1. A. en 2 Kalendermäßige Bindungen des Wetters, Zschr, £. angew. Meteor. 1941, 237 bis 244, 
8 300, & + 
2. H, Flohn, Kalendermäßige Bindungen im Wettergeschehen, Naturwissenschaften 1942, 718 bis 728, 
3. C. M. Smith, Results of the meteorological observations made at the Government Observatory, 
Madras, during the years 1861—180%0. Madras 1892, Ret. Met. Zschr. 18593, 304/305, 
4. CC, MS Observatory, Daily meteorological means. Madras 1896, Ref, Met. Zschr. 
5. W.G. Kendrew. The Climates of the Continents. 2. Aufl, Oxford 1927, S, 95 bis 132; vgl. auch 
G. C. Simpson, The South-west Monsoon, Quart. Journ, Roy. Met. Soc. 1921, 151 bis 172, 
6. J.v. Hann, Handbuch der Klimatologie, II, Bd., S. 172 bis 214, 1910. 
7. E.D. Archibald, The big and little Monsoons of Ceylon, Nature 48, 1893, 175/176. 
8, A. V. Juggarow Garu, G. V. Juggarow Garu Observatory, Vizägapatim. Results of meteorological 
observations 1904, Ref. Met. Zschr, 1911, 411/412, 
9. A. Fofmann, Die Eintrittszeiten sommerlicher Singularitäten in Mitteleuropa. Met. Zschr. 1940, 
1 X 
4 In seinem Referat (4) gibt Hann wohl irrtümlicherweise als Maximum. den 1. November 
— richtig 2. November — mit 0.72 Zoll an, Der obige, aus dem Original entnommene Wert dürfte 
jedoch kein Druckfehler sein. da er sich bei der Addition der Monatssumme bestätigt.
	        
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