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Full text: 71, 1943

Flohn, H.: Witterungs-Singularitäten im Monsunklima Indiens, 
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(a +2b-+ce):4], so springt auf den ersten Blick der Beginn des Sommer- 
monsuns Anfang Juni ins Auge, der die mittlere Bewölkung (4) binnen knapp 
20 Tagen von 38% auf beinahe 70% ansteigen läßt, während die mittlere Tempe- 
ratur nur ganz geringfügig (um 1.4° F) zurückgeht. Auch hier ist also die Tempe- 
ratur nicht als Witterungsanzeiger geeignet. Die Zahl der Regentage steigt eben- 
falls ruckartig an; das beschränkt sich jedoch — aus den angeführten orographi- 
schen Gründen — auf schwache Schauer, da weder die Niederschlagsmenge, noch 
die Zahl der Starkregentage 
mit mindestens 10.0 mm Regen 
entsprechend ansteigt, Als ein 
schwaches Äquivalent des „klei- 
nen Monsuns“ darf offenbar der 
geringe Rückgang der heiteren 
Tage nach dem 15. April be- 
trachtet werden, der sich in den 
übrigen Elementen nur eben an- 
gedeutet wiederfindet, Recht 
auffällig ist eine Häufung von 
Regentagen sowie ein ent- 
sprechendes Minimum heiterer 
Tage um den 19. März, ein Zei: 
chen, daß auch die lokalen zy- 
klonalen Störungen gewisse ka- 
lendermäßige Bindungen zeigen, 
deren Überzufälligkeit allerdings 
noch geprüft werden müßte. Von 
Anfang September bis 10. Ok- 
tober (dem mittleren Termin 
des „Monsunwechsels“) kommt es 
zu lebhaften parallelen Schwan- a 
kungen aller Elemente, die (ähn- ufigkeit des Monsunwechsel 
lich wie in Mitteleuropa) eine 
Folge von mehr heiteren (um 
den 10. und 26. September sowie 
8. Oktober: letztere Äquivalent ni ae  Aurtrlitnd kA LA 
der Monsunpause) und mehr “a 3 MICke % # 
trüben, regnerischen Perioden Abb. 2. Monsunwechsel in Madras, 
{um den 17. September und 
1. Oktober) anzeigen, Von verblüffender Schärfe ist (vgl. Abb. 2) der Durchgang 
der Konvergenzzone des „Monsunwechsels“ in der Windrichtung selbst aus- 
geprägt. In der mittleren Windrichtung (berechnet ohne Berücksichtigung 
der Geschwindigkeit) vollzieht sich binnen $ bis 5 Tagen eine Drehung um 
volle 120°, wobei allerdings die Beständigkeit in diesen Tagen naturgemäß nur 
gering ist. In der Häufigkeit der‘ (in Nordnordost- und Südsüdwesthälfte ge- 
teilten) Windrichtungen erkennen wir genau dieselbe rasche Drehung wieder, die 
also kein Effekt der Mittelwerte ist. In der Hauptregenzeit des Monsunrückzugs 
Oktober/November ist die Gesamtbewölkung schon merklich geringer (54 bis 63 %) 
als zu Zeiten des Südwestmonsuns, Die Niederschlagswahrscheinlichkeit unter- 
scheidet sich mit 40 bis 60% kaum von der des mitteleuropäischen Sommers. Im 
Laufe des Dezembers sinken Bewölkung und Regenhäufigkeit rasch ab, wenn 
auch längst nicht so ruckartig, wie beim Einbruch des Sommermonsuns. 
Die mittlere Niederschlagsmenge einer 80jährigen Periode (s) wurde nur zu 
Vergleichszwecken mit angeführt (Abb. 1, unten). Es kann ihr — auch abgesehen 
von der Verschiedenheit der Periode — keine allzu große Bedeutung beigemessen 
werden, wenn man bedenkt, daß in diesem tropischen Klima (Madras liegt unter 
13° Nord!) ganz exzessive Niederschlagsmengen von bis über 500 mm in 24 Stunden 
herniedergehen können, die ein 80jähriges Mittel immer noch um mehr als 6 mın 
erhöhen. Eine mittlere tägliche Niederschlagsmenge von maximal 0.93 Zoll
	        
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