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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1943,
zusammengesetzt sind. Die Verwendung dieser‘ Karte ist hauptsächlich als Wand-
karte in Instituten usw. gedacht, die zwei Einzelblätter aber Zır Verwendung
an Bord,
Weil nun die Verbreitung der zwei Admiralitätskarten naturgemäß nur eine
beschränkte ist, zumal in der jetzigen Zeit, der erläuternde Text vom Jahre 1942
aber ohne Einsicht in den Inhalt der Karte selbst nutzbringend kaum zu lesen
ist, hat die Schriftleitung unter Zustimmung des Oberkommandos der Kriegs-
marine sich entschlossen, in der Taf, 22 eine photographisch auf rund 1:65000000
verkleinerte Karte zu bringen. Auf dieser Taf, 22 sind bei einfarbigem Druck
gleichwohl alle wichtigeren Einzelheiten zu erkennen, auch dürfte ein Gesamt-
überblick und ein Vergleich der Strömungen in den drei Ozeanen auf dem
kleineren Blatt erleichtert sein, ;
Zugleich bietet sich damit die Gelegenheit, einen Nachtrag in der Dar-
stellung des südatlantischen Ozeans anzubringen und einige dankenswerte Be-
merkungen von W. Meinardus soweit tunlich zu berücksichtigen; ihm hat ein
Korrekturabzug der Taf, 22 vorgelegen. Inzwischen sind in dieser Zeitschrift
neu entworfene Stromkarten der Einzelmonate für die südatlantischen Gewässer
(1943, Heft IV/VI, S. 209 bis 219 u. Tafel 12 bis 15) von A. Schumacher ver-
öffentlicht worden; der Vergleich und ein Diskussionsvortrag Schumachers
hierüber in der Deutschen Seewarte warf naturgemäß neue Fragen auf. Die
Abbildung der Oberflächeuströmungen wird ja immer ein Problem bleiben;
wenn man die Stromkarte des Jahres 1902 in der 2, Auflage des „Atlas des
Atlantischen Ozeans“ der Deutschen Seewarte von O, Krümmel betrachtet, so
erhellt der sehr bedeutende Fortschritt unserer Kenntnisse im Laufe von 40 Jahren.
Anderseits möchte ich wohl wissen, wie nach weiteren 40 Jahren diese Natur-
erscheinung dargestellt sein wird!?
Der Nachtrag im südatlantischen Bereich besteht in einem tropisch-sub-
tropischen kurzen, aber wahrscheinlichen Zusammenschluß von Ausläufern des
Bengualstromes mit solchen des Brasilstromes etwa zwischen 28° und 30° S-Br.
Die Einzeichnung ist auf dem Admiralitätsblatt versehentlich unterblieben und
wird hier nachgeholt, Eine ganz entsprechende, etwas ausgedehntere Konvergenz
ist übrigens auch im östlichen Indischen Ozean unter ähnlichen geographischen
Breiten wahrscheinlich und auf dem Admiralitätsblatt schon zu finden,
; Gerhard Schott, Hamburg.
3, Nachtrag zu: Bemerkungen zur Bestimmung der Himmelsfarbe nach
der Linkeschen Himmelsblauskala. In Ergänzung zu dem in der Übersehrift
genannten Aufsatz des Unterzeichneten (Ann, d. Hydr. 71, 93 [1943]) soll hier noch
kurz auf folgendes hingewiesen werden,
Zu dem Abschnitt, in dem die gebräuchlichsten und günstigsten Beob-
schtungszeiten für die Schätzung der Himmelsfarbe an Hand der Linkeschen
Blauskala behandelt wurden, ist noch nachzutragen, daß unter gewissen Um-
ständen die Anwendung der „normierten Tageszeit“ zu raten ist. Dieser
Begriff wurde vor längerer Zeit von F, Lauscher im besonderen für Strahlungs-
messungen empfohlen (Met, Zschr, 51, 437 [1934]), dürfte aber auch für vorliegende
Aufgaben durchaus zweckmäßig sein. Unter „normierter Tageszeit“ verstehen
wir mit F, Lauscher die jeweilige Tageszeit (nach wahrer Zeit), ausgedrückt in
Prozenten der astronomischen Halbtagslänge. Man schreibt mittags um 12 Uhr
wahrer Zeit 0% „normierte Zeit“ und bei Sonnenaufgang (bzw. bei Sonnenunter-
gang) 100%. In diesem Augenblick hat also die Sonne noch 100% ihres ganzen
Weges bis zur Kulmination zurückzulegen (bzw, bereits zurückgelegt). Hieraus
ergibt sich nun die Tatsache, daß einer bestimmten „normierten Zeit“ in allen
Jahreszeiten eine andere Stunde wahrer Zeit entspricht, z. B.: die „normierte Zeit“
50% tritt im Hochsommer bei einem Sonnenaufgang um 4 Uhr um 8 Uhr ein (A 4b
bis 12b == 8 Stunden, davon 50% = 4 Stunden. Also 4 Uhr + 4 Stunden == 8 Uhr).
Zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche mit einem Sonnenaufgang um 6 Uhr wäre es
9 Uhr und im Winter bei einem Sonnenaufgang um 8 Uhr würde die „normierte
Zeit“ 50% um 10 Uhr wahrer Zeit erreicht sein, Die entsprechenden Nachmittags-
zeiten sind 16, 15 und 14 Uhr (vgl. auch F. Lauscher in Met. Zschr. 54, 475