Wattenberg, H. u. Joseph, J.: Neue Wege zur Messung des Salzgehaltes usv. 245
und Turbulenz in den obersten Wasserschichten meist viel größer sind. Für
Sonderzwecke, wie z. B, die Untersuchung des Wärmehaushalts der allerobersten
Wasserschichten, könnte die hohe Empfindlichkeit der Methode jedoch von
Wert sein,
Um nun den Salzgehalt ebenfalls in situ messen zu können, haben wir im
Anschluß an die alten Versuche von M,. Knudsen!) die Leitfähigkeitsapparatur
eingesetzt, indem eine offene Pipette an einem Kabel ins Meer versenkt wurde.
Dazu ist natürlich eine gleichzeitige Temperaturmessung erforderlich, ohne die
aus der Leitfähigkeit ja der Salzgehalt nicht bestimmt werden kann. Dazu wurde
nun die eben beschriebene Methode benutzt und so ergab sich der abgebildete
S°/,-t°-Fühler (Fig. 4). Das linke Meßgerät ist mit einem Standardwasser gefüllt,
das rechte Meßgerät ist offen und wird infolge der Schiffsbewegungen dauernd
von Meerwasser der zu untersuchenden Schicht durchströmt. Die Messung geht
dann so vor sich, daß nach einer gewissen Angleichszeit zunächst das t°-Meß-
gefäß in die Brücke geschaltet wird und anschließend das S°/.,--Meßgefäß. Aus
Eichkurven kann dann unmittelbar der Salzgehalt in situ abgelesen werden.
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Fig. 5. Vertikale Verteilung von Salzgehalt und Temperatur nach einer Messung
mit dem S%. -t° . Fühler,
Mit diesem Gerät wurden an Bord eine Anzahl von Meßreihen durchgeführt,
die die Erwartungen voll erfüllt haben. Z. B. konnte bei starker Aussüßung der
Oberflächenschicht der außerordentlich steile Salzgehaltsgradient von etwa 10%.
auf 1 m erfaßt werden, was mit Schöpfern nie so genau möglich wäre (Fig. 5).
Auch für die Verfolgung interner Wellen durch Messung der Verschiebung von
Sprungschichten des Salzgehaltes und der Temperatur ist dieser Fühler sehr gut
geeignet.
Das Netz der Funkortungs- und Großkreiskarten.
Von A, Wedemeyer, Berlin,
Funkortungskarten müssen in gnomonischer Projektion entworfen werden,
da man auf See Großkreise nur als Gerade zeichnen kann. Nach den Lehr-
büchern sollen die geographischen Koordinaten der Netzschnittpunkte (Meridiane
mit Breitenkreisen) in azimutale, bezogen auf den Kartenhauptpunkt ©, ver-
wandelt und diese dann in die Karte ihrem Abbildungsgesetz entsprechend über-
tragen werden. Dies Verfahren erfordert unnötig viel Mühe und Zeit, da die
engmaschigen Netzkoordinaten trigonometrisch mit mehrstelligen Logarithmen
aus Mangel an geeigneten Umwandlungstafeln berechnet werden müssen. Ferner
sind die Kartenbilder der Meridiane Gerade, zu deren Zeichnung man nur je
*') M. Knudsen, Maasling af Havvandets Temperatur og Saltholdighed ved Hjaelp af elektrisk
Telefonbro. Beretning fra Komm. for vid, Unders. af de danske Farvande. II. Bd. 3. Heft (1900).