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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 71 (1943)

Wattenberg, H. u. Joseph. J.: Neue Wege zur Messung des Salzgehaltes usw. 241

wichtige Funktion ausübt, Unser Bestreben richtete sich deshalb darauf, den
Beobachter soweit wie möglich von diesen Vorgängen zu entlasten und diese
somit frei von subjektiven Einflüssen zu machen. Durch die Automatisierung
der beiden Tätigkeiten würde außerdem der Beobachter für das Ansetzen neuer
Titrationen frei und somit seine Leistung wesentlich erhöht,
Während die selbsttätige mechanische Rührung heute kein Problem ist,
erforderte die Mechanisierung der Endpunktbestimmung eine längere Entwicklungsarbeit.
 An Stelle des Auges sollte ein physikalisches Organ den Endpunkt
erfassen und an Stelle der Hand ein Elektromagnet den Bürettenhahn schließen.
Der Beobachter hat dann nur noch den Bürettenstand abzulesen, falls man nicht
auch diese Tätigkeit, z. B. auf photographischen Wege, mechanisieren will. Folgende
physikalischen oder chemischen Eigenschaften
 des Meerwassers sind im Endpunkt
 zur Betätigung von Steuerorganen
 besonders geeignet: Die der
Farbänderung entsprechende Änderung
der Lichtdurchlässigkeit der Lösung,
die von einer Photozelle erfaßt werden
kann, und die Änderung der Chloroder
 Silberionen-Konzentration, auf die
ein eintauchender Silberdraht anspricht.
Beide Wege wurden beschritten und
führten zu nahezu gleich guten Ergebnissen,

Im ersten Falle, bei der photoelektrischen
 Titration, wurde die
zu untersuchende Lösung in einem
Becherglas auf eine Photozelle als
Unterlage gestellt. In die Lösung
tauchte, eine Lichtquelle ein, deren
Abstand vom Boden entsprechend der
gewünschten Empfindlichkeit verändert AL
werden konnte. Die im Augenblick Fig. 1. Automatische Titration,
des Farbumschlags entstehende Ände- g Bürette; EV Elektromagnetisches Ventil: Ag. Silberrung
 des Photozellenstromes wurde iektrien; Sp Spigegalyanometers L{ Tirhiquelle:
dazu benutzt, über ein empfindliches ) . ;
Relais das elektromagnetische Bürettenventil zu schließen, Die Genauigkeit der
auf diese Weise durchgeführten Titrationen genügte den Anforderungen. Als
nachteilig erwies sich jedoch, daß ein vorübergehender Farbumschlag, wie er
kurz vor Erreichen des Endpunktes häufig auftritt, oft schon genügte, das Ventil
zu schließen, Dieses mußte dann durch den Beobachter wieder geöffnet werden.
Dieser Weg wurde deshalb nicht weiter verfolgt und zunächst das zweite Verfahren,
 das diese Nachteile nicht aufweist, durchentwickelt.
Bei der potentiometrischen Titration zeigt ein in das Seewasser tauchender
 Silberdraht ein Potential, das sich mit dem log der Cl- bzw. Ag-Konzentration
 ändert. Das Anfangspotential ändert sich also beim Zusatz der Silberlösung
 zunächst nur wenig, um im Endpunkt (Ag- gleich Cl-Konzentration)
sprunghaft auf einen höheren Wert zu steigen, worauf wieder ein: nur langsamer
 weiterer Potentialanstieg bei Zusatz von überschüssigem AgNO, folgt.
Der steilste Gradient zeigt den wahren Endpunkt der Titration an, im Gegensatz
 zu dem durch die Rotfärbung nach Mohr angezeigten Endpunkt, der um
einen merklichen Betrag darüber hinaus liegt. Um den Potentialsprung zum
Schließen der Bürette zu verwenden, ließen wir das Potential des Silberdrahtes
gegen eine Vergleichselektrode (s. u.) von einem hochohmigen Spiegelgalvanometer
 anzeigen und brachten an die Stelle der Skala, die dem Endpunktpotential
entsprach, eine kleine Photozelle (Fig. 1). Läßt man nun die Silberlösung zum
Seewasser laufen, so wandert der Lichtfleck zunächst langsam, gegen den Endpunkt
 zu immer schneller auf die andere Seite der Skala. Genau im Endpunkt
            
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