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Full text: 71, 1943

Wagemann, H.: Ein Beitrag zur Erklärung d, Luftdruckverteilung über dem Atl. Ozean. 9239 
Für das Endresultat ist es von untergeordneter Bedeutung, welche Ver- 
größerung der Amplituden durch Resonanz im Mittel eintritt, dagegen ist von 
ausschlaggebender Bedeutung, welche Gestalt die freien Wellen in der Atmosphäre 
haben. Diese ist allein durch Rechnung aus den für die Großbewegung in der 
Atmosphäre gültigen Grund- 
gleichung in der Fassung 
von Margules oder Bar- 
tels zu finden, Die schwie- 
rige und langwierige Rech- 
nung besteht aus der 
Lösung eines unendlichen 
Kettenbruches durch ein 
Näherungsverfahren. Wir 
wollen diese Rechnung hier 
übergehen, weisen aber 
noch einmal ausdrücklich 
darauf hin, daß die weiter 
unten mitgeteilten Karten 
als Resultat der Integra- 
tion der hydrodynamischen 
Grundgleichungen erhalten 
wurden. Sie stellen also 
eine berechnete Druckver- 
teilung dar für die beiden 
Fälle verschiedener Grund- 
geschwindigkeit unter der 
in der Atmosphäre sicher 
zutreffenden Voraussetzung, 
daß im Mittel ein nennens- 
werter Phasenunterschied 
zwischen erzwingender 
Kraft und „erzwungener 
Druckwelle nicht besteht, 
Die beiden Fig. 2 und 3 
zeigen das Resultat der 
Rechnung. Auf beiden Kar- 
ten tritt über dem Meere 
deutlich ein abgeschlossenes 
Hochdruckgebiet auf, Aus 
der Rinne tiefen Druckes südlich Island ist ebenfalls ein abgeschlossenes Tief 
geworden, Noch mehr überrascht aber der Vergleich der beiden Resonanz- 
druckverteilungen für 9.6°/Tag und 12°/Tag. 
Berechnet wurden auf fünf Breitenkreisen die Luftdruckwerte in 20° Ab- 
stand. Hierdurch erklärt sich, daß die Kurven nicht völlig symmetrisch ge- 
worden sind, 
Die Fig. 2, berechnet für 9.6°/Tag, zeigt die typische Sommerdruckverteilung, 
Das Islandminimum liegt bei Island und Grönland, während sich das Azoren- 
maximum bis über 50° N ausgebreitet hat. Über Nordafrika liegt tiefer Luft- 
druck, das zentralasiatische Tief ist beim Kaspischen Meer angedeutet. 
Fig. 3, berechnet für die größere Grundgeschwindigkeit von 12°/Tag, zeigt 
dagegen die typischen Winterverhältnisse, Das Isländische Tief ist nach Süden 
gewandert und hat beträchtlich an Umfang zugenommen. Das Azorenmaximum 
liegt weit im Süden. Über Rußland hat sich ein Hoch gebildet. 
Die Annahme zweier Kontinente und zweier Meere ist zu schematisch, um 
Einzelheiten der mittleren Druckverteilung wiederzugeben. Amerika ist schmaler, 
Eurasien wesentlich breiter als 90 Längengrade. Das Wesentliche kommt aber 
mit überraschender Klarheit als Resultat der Rechnung zum Vorschein: 
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