Wagemann, H.: Ein Beitrag zur Erklärung d, Luftdruckverteilung über dem Atl. Ozean. 9239
Für das Endresultat ist es von untergeordneter Bedeutung, welche Ver-
größerung der Amplituden durch Resonanz im Mittel eintritt, dagegen ist von
ausschlaggebender Bedeutung, welche Gestalt die freien Wellen in der Atmosphäre
haben. Diese ist allein durch Rechnung aus den für die Großbewegung in der
Atmosphäre gültigen Grund-
gleichung in der Fassung
von Margules oder Bar-
tels zu finden, Die schwie-
rige und langwierige Rech-
nung besteht aus der
Lösung eines unendlichen
Kettenbruches durch ein
Näherungsverfahren. Wir
wollen diese Rechnung hier
übergehen, weisen aber
noch einmal ausdrücklich
darauf hin, daß die weiter
unten mitgeteilten Karten
als Resultat der Integra-
tion der hydrodynamischen
Grundgleichungen erhalten
wurden. Sie stellen also
eine berechnete Druckver-
teilung dar für die beiden
Fälle verschiedener Grund-
geschwindigkeit unter der
in der Atmosphäre sicher
zutreffenden Voraussetzung,
daß im Mittel ein nennens-
werter Phasenunterschied
zwischen erzwingender
Kraft und „erzwungener
Druckwelle nicht besteht,
Die beiden Fig. 2 und 3
zeigen das Resultat der
Rechnung. Auf beiden Kar-
ten tritt über dem Meere
deutlich ein abgeschlossenes
Hochdruckgebiet auf, Aus
der Rinne tiefen Druckes südlich Island ist ebenfalls ein abgeschlossenes Tief
geworden, Noch mehr überrascht aber der Vergleich der beiden Resonanz-
druckverteilungen für 9.6°/Tag und 12°/Tag.
Berechnet wurden auf fünf Breitenkreisen die Luftdruckwerte in 20° Ab-
stand. Hierdurch erklärt sich, daß die Kurven nicht völlig symmetrisch ge-
worden sind,
Die Fig. 2, berechnet für 9.6°/Tag, zeigt die typische Sommerdruckverteilung,
Das Islandminimum liegt bei Island und Grönland, während sich das Azoren-
maximum bis über 50° N ausgebreitet hat. Über Nordafrika liegt tiefer Luft-
druck, das zentralasiatische Tief ist beim Kaspischen Meer angedeutet.
Fig. 3, berechnet für die größere Grundgeschwindigkeit von 12°/Tag, zeigt
dagegen die typischen Winterverhältnisse, Das Isländische Tief ist nach Süden
gewandert und hat beträchtlich an Umfang zugenommen. Das Azorenmaximum
liegt weit im Süden. Über Rußland hat sich ein Hoch gebildet.
Die Annahme zweier Kontinente und zweier Meere ist zu schematisch, um
Einzelheiten der mittleren Druckverteilung wiederzugeben. Amerika ist schmaler,
Eurasien wesentlich breiter als 90 Längengrade. Das Wesentliche kommt aber
mit überraschender Klarheit als Resultat der Rechnung zum Vorschein:
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