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Full text: Jahresbericht 1879

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1. Die Bedeutung, welche die Flensburger Werft für eiserne Schilfe in den letzten Jahren gewonnen, 
sowie auch die Zunahme des Dampferverkehrs nach der dortigen Föhrde lassen es als sehr wünschenswerth 
erscheinen, dass daselbst eine Deviationsboje nach dem Muster jener, in der Kieler Bucht für die Zwecke 
der Marine bestimmten, ausgelegt werde. Die Direktion hat es sich besonders angelegen sein lassen, den 
Vorsteher der Agentur, Herrn Navigationslehrer Pheiffer, der einen besonderen Eifer in Sachen der De 
viation zeigte, mit Allem an Instrumenten u. s. w. auszustatten, was zur Hülfeleistung bei Aufstellung und 
Kompensation der Kompasse erforderlich ist. Die bisher zu Deviationsbestimmungen benutzten Hafenbojen 
werden so häufig verlegt, wodurch die Unsicherheit der erforderlichen Azimute so erheblich wird, dass im 
Interesse der praktischen Schifffahrt das Auslegen einer Deviationsboje in der Flensburger Föhrde dringend 
befürwortet werden muss, 
2. Die Direktion hat schon vor 5 Jahren das Auslegen einer Deviationsboje bei Danzig-Neufahr 
wasser empfohlen und die Nützlichkeit, um nicht zu sagen Nothwendigkeit einer solchen Vorrichtung ein 
gehend motivirt. Nach einer Prüfung der einschlägigen Verhältnisse auf der Weichsel wurde als eine für 
diese Zwecke höchst passende Stelle die sogenannte Todte Weichsel bei Weichselmünde bezeichnet. Da 
sich bisher den häufig an die Hauptagentur in Neufahrwasser gerichteten Ersuchen um Hülfeleistung in der 
Deviationsbestimmung erhebliche Schwierigkeiten entgegenstellten, die allein in dem Mangel einer passenden 
Vorrichtung ihren Grund hatten, so muss abermals auf das Entschiedenste für die Beschaffung einer solchen 
eingetreten werden. Da auch die Kaiserliche Marine wegen der Nähe ihrer Schiffswerft und der daselbst 
gebauten oder ausgerüsteten Schiffe an der Durchführung des Vorschlages ein Interesse hat, so steht zu 
erwarten, dass dieses Desiderat endlich erfüllt werde. 
3. Zur Zeit, als die Seewarte ihre Thätigkeit auf dem Gebiete der Kompass-Aufstellung und Deviations 
pflege überhaupt aufnahm, bezeichnete es die Direktion als unerlässlich, dass im Hamburger Hafen 
selbst eine Stelle geschaffen werde, an welcher zu allen Zeiten die Fundamental-Untersuchungen ausgeführt 
werden könnten. Es ist ihr nicht gelungen, diesen Vorschlag zur Durchführung gebracht zu sehen und es 
wurde schon darauf hingewiesen (Seite 59), dass der dadurch bedingte Ausfall in den Einrichtungen zu 
Zwecken einer streugen Deviationsbestimmung eine ganz erhebliche Mehrbelastung des Personales des In 
stitutes zur Folge hatte. Wie früher ausgeführt wurde, bedingte eine ununterbrochene und zu allen Zeiten 
zur Verfügung des Schifffahrt treibenden Publikums stehende Thätigkeit die Nothwendigkeit, dass einzelne 
Beamte für ganze Tage auf Reisen, die Elbe hinab, begriffen, von der Zentralstelle abwesend sein mussten. 
Während einerseits abermals betont wird, dass diese Unzuträglichkeiten für die Zukunft in Wegfall zu kommen 
haben, wird andererseits darauf hingewiesen, wie die Zunahme des Eisenschiffsbaus auf den Werften Ham 
burgs für alles, was Kompass-Aufstellung, Kompensation und Deviationsbestimmungen anlangt, eine ganz 
besondere Beachtung heischt. Im Interesse der Schiffswerften in der Nähe von Hamburg, sowie jenem der 
praktischen Navigation steht zu hoffen, dass die genannten Gesichtspunkte endlich eine Beachtung finden und, 
so bald als thunlich, die erforderlichen Einrichtungen von Seiten des Hamburger Staates getroffen werden. 
4. Die Seewarto war bemüht, und zwar vorzugsweise dazu veranlasst durch eine diesbezügliche An 
regung von Seiten des Direktoriums der Schiffsbau-Gesellschaft Vulkan in Bredow, dafür Sorge zu tragen, 
dass auch auf der Oder in Dingen der Kompass-Aufstellung und Kompensation und durch Anstellung zu 
verlässiger Fundamental-Untersuchungen durch deren Zweigorgane jede thunliche Hülfe geleistet werden 
konnte. Bei der erheblichen Entfernung der Hauptagentur Swinemünde schlug die Direktion die Erricht 
ung einer Agentur zweiten Ranges in Stettin vor, und es wurden auch in dem Etat pro 1878/79 die Mittel 
dafür vorgesehen. Da es bis jetzt nicht gelang, eine mit der Lehre der Deviation genügend vertraute Per 
sönlichkeit für jene Agentur zu gewinnen, so konnte Abhülfe noch nicht erzielt werden. Uebrigens wird 
die Sache im Auge behalten werden, damit bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit den Wünschen der 
betheiligten Kreise gebührend Rechnung getragen werden kann. 
Beobachtungen über den Werth der Elemente des Erdmagnetismus. 
In dem Jahresbericht 1875—1878, Seite 105 und folgende, wurden alle Einzelheiten gegeben, welche 
sich auf die bei der Bestimmung der magnetischen Elemente benutzte Methode der Beobachtungen und 
auf die Instrumente beziehen. Da Aenderungen mit Rücksicht darauf nicht eintraten, so ist es nicht erforder 
lich, zum vollen Verständnisse der in diesem Abschnitte mitgetheilten Werthe weitere Bemerkungen voranzu 
schicken. Es wird hier einfach auf die an den angeführten Stellen gegebenen Erläuterungen verwiesen.
	        
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