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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943,
Man kommt also bei der Kohlensäure ebenso wie schon vorher beim Ozon
zu dem Schluß, daß ihre Bedeutung für die effektive Ausstrahlung sehr gering
ist, jedenfalls so gering, daß die Variation ihrer Beimischung in der Luft keine
z, Z. meßbaren Veränderungen der Ausstrahlung hervorzurufen imstande ist,
Aus der Betrachtung der Kohlensäurebanden in Fig. 6 läßt sich noch eine
wesentliche Schlußfolgerung ziehen: Man ist häufig geneigt, die Wirkung von
Absorptionsbanden, vor allem dann, wenn sie in Tabellenform gegeben sind,
bedeutend zu überschätzen, indem man in erster Linie ihre Intensität betrachtet
und erst in zweiter Linie
ihre Breite, Vielleicht er-
klärt sich hieraus über-
haupt die zu hohe Mei-
nung, die man vielfach
über die Absorptionswir-
kung der Kohlensäure hat.
Die Tab. 2 weist für CO,
in vier Banden eine 100-
prozentige Absorption auf
und trotzdem sind drei
Banden davon praktisch
ohne Wirkung. Ihre Band-
breite — das ist das wesent-
liche — ist viel zu gering,
Eine Parallele zu diesen
Verhältnissen bei der Aus-
strahlung weist die Sonnen-Einstrahlung mit den Frauenhoferschen Linien
auf, Auch deren Bandbreite ist viel zu gering, um eine wesentliche Herabsetzung
der Intensität der Sonnenstrahlung hervorzurufen,
Es erscheint wichtig, darauf hinzuweisen, daß die vorstehenden Ausführungen
nur für die Ausstrahlung am Erdboden gelten, nicht jedoch für die Strahlung
in der Stratosphäre.
Herrn Prof, Dr. F. Linke danke ich ergebenst für die Anregung obiger
Betrachtungen.
Literatur.
1. E. Süßenberger, Neue Untersuchungen über die nächtliche effektive Ausstrahlung. Ger], Beitr.
Geophys, 45 (1935) 63.
2, A. Ängström, Über Variationen der atmospärischen Temperaturstrahlung und ihren Zusammen-
hang mit der Zusammensetzung der Atmosphäre, Gerl. Beitr, Geophys. 21 (1929) 145.
3. Hettner, Pohlmann und Schumacher, Die Struktur des Ozon-Moleküls und seine Banden
im Ultrarot. Zeitschr. f. Physik 91 (1934) 372,
4. Schaefer und Philipps, Das Absorptionsspektrum der Kohlensäure und die Gestalt der CO,-
Molekel, Zeitschr. f. Physik 36 (1926) 641.
Einiges über die Ergebnisse von Strombeobachtungen
in der westlichen Ostsee.
Von G. Thiel, Deutsche Seewarte.
Einleitung, In den Jahren 1936, 1937 und 1938 unternahm die Deutsche
Seewarte in der westlichen Ostsee die folgenden ozeanographischen Untersuchungs-
fahrten, auf denen nach einem einheitlichen Plan Strommessungen, Messungen
von Temperatur und Salzgehalt des Seewassers und meteorologische Benbach-
tungen durchgeführt wurden:
1. 1936: vom 10, Juni bis zum 14. Juli (bei Fehmarnbelt-Feuerschiff bis
zum 21, Juli),
1937: vom 20, April bis zum 4. Mai,
1937: vom 27, Juli bis zum 11. August,
1937; vom 1. bis zum 15. Dezember,
1938: vom 28. Oktober bis zum 12. November.