accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 71, 1943

224 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943. 
einer ebenen schwarzen Einheitsfläche in die Halbkugel für eine bestimmte 
Temperatur aufträgt und feststellt, welchen Anteil des Spektrums das atmo- 
sphärische Ozon auszublenden in der Lage ist. Solche Verhältnisse würden in 
der Atmosphäre auftreten, wenn von allen atmosphärischen Gasen lediglich das 
Ozon eine absorbierende Wirkung ausüben würde, also praktisch bei Aus- 
schaltung des Wasserdampfes. Fig. 3 gibt darüber Aufschluß. Die Strahlungs- 
intensität in die Halbkugel Ey = x E27T44 für 42 = 1% in 107% cal. em? » min”! 
und gilt für T= 270° (Werte nach M. Planck aus Met, Taschenbuch, Ausgabe IV, 
Tab. 131). Die vom Ozon absorbierten Strahlungsanteile sind in der Figur als 
Em 
Weltenlär 
Yig. 3. 
A nd 
+ 5 
Mae 
u 
schraffierte Flächen herausgehoben. Es ergibt sich die Tatsache, daß bei Nicht- 
berücksichtigung der Wasserdampfabsorption das atmosphärische Ozon fähig ist, 
nur etwa 2% der gesamten Strahlungsintensität zu absorbieren bzw. gegen- 
zustrahlen. 
Ängström hat in seiner o. a. Arbeit eine Darstellung über die spektrale 
Verteilung der Strahlung gebracht, die die Atmosphäre nach Fowle bei 10 mm 
Wasserdampfdruck und totaler Abwesenheit von Ozon durchlassen muß. Er 
nimmt an, daß eine Ozonschicht von wenigen Millimetern bei atmosphärischem 
Druck in der Lage ist, einen größeren Anteil dieser effektiven Ausstrahlung 
vollständig zu absorbieren, Unter Zugrundelegung der neuen Ergebnisse 
schrumpft die Ozonabsorption erheblich zusammen. Fig. 4 stellt diese Verhältnisse 
dar. Die ausgezogene Kurve entspricht nach Fowle der effektiven Ausstrahlung 
bei Vorhandensein von 10 mm Wasserdampfdruck, das große schraffierte Gebiet 
der Ozonabsorption nach Ängström. Auf Grund der neuen Erkenntnisse über 
die Ozonabsorption verbleibt für 0.3 cm Ozon nur noch der durch die gestrichelte 
Kurve bezeichnete Anteil. Er entspricht wiederum etwa 2% der gesamten effek- 
tiven Ausstrahlung. Aus diesen gesamten Überlegungen kann man ohne weiteres 
schließen, daß der Absorptionswirkung des atmosphärischen Ozons auf die lang- 
wellige Ausstrahlung am Erdboden keine Bedeutung zukommt. Selbst bei plötz- 
lichem Verschwinden des atmosphärischen Ozons würde am Erdboden die 
Änderung in der nächtlichen Ausstrahlung bei den zur Zeit verwendeten 
Strahlungsmeßinstrumenten kaum erkennbar sein, Wieviel weniger kann daher 
eine normale Variation des Ozongehaltes meßbar werden. Jedenfalls sind die 
Meßfehler, die durch Abkühlungsvorgänge bei bereits mäßig bewegter Luft an 
den Meßinstrumenten entstehen, wesentlich größer, als eine maximale Ozon- 
schwankung hervorzurufen imstande ist. Die durch Ängström gefundenen 
Schwankungen müssen daher eine andere Ursache haben. Bei dem überragenden 
Einfluß des Wasserdampfes auf die nächtliche Ausstrahlung wird man in seinen 
Variationen die Ursache für die Änderungen der effektiven Ausstrahlung suchen 
müssen. Denn ein Wasserdampfgehalt, der 2 cm Niederschlagswasser entspricht, 
ist bereits in der Lage, 82% der Ausstrahlung einer schwarzen Einheitsfläche
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.