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Full text: 71, 1943

Süßenberger, E.: Die Bedeutung des Ozons und der Kohlensäure in der Atmosphäre usw, 223 
Atmosphäre“ (2) hat A. Ängström auf Schwankungen in den Registrierungen 
der effektiven Ausstrahlung im Verlaufe der Nacht hingewiesen, Unter voller 
Anerkennung der überragenden Bedeutung des Wasserdampfes für die effektive 
Ausstrahlung glaubt er doch die verhältnismäßig geringen Schwankungen nicht 
durch Variationen des Wasserdampfgehaltes und der Temperatur erklären zu 
können, obwohl lediglich die Bodenwerte dieser Elemente zur Verfügung standen. 
Er spricht vielmehr die Vermutung aus, daß dem Ozongehalt der Atmosphäre 
eine bedeutende Absorption auf die ultrarote Strahlung zukomme und daß 
Schwankungen im atmosphärischen Ozongehalt in der Lage sind, die effektive 
Ausstrahlung merklich zu beeinflussen. 
Ängström legt seiner Vermutung die beim Erscheinen der Arbeit vor- 
handenen Kenntnisse über die Absorption des Ozons im langwelligen Spektrum 
zugrunde, Nun liegen aber neue eingehende 
Untersuchungen über die Absorptionsbanden 
des Ozons im Ultrarot vor, die geeignet 
sind, die Ängströmschen Betrachtungen in 
einem völlig neuen Licht erscheinen zu 
lassen. Die früheren Ozonuntersuchungen 
im Laboratorium krankten an der Schwie- 
rigkeit, Ozon von genügender Reinheit her- 
zustellen, so daß es unsicher war, welche 
gebundenen Banden tatsächlich dem Ozon 
zuzuschreiben waren. Außerdem gingen 
diese Messungen nur bis 12%. Hettner, 
Pohlmann und Schu- 
macher (s) dagegen konn- 
ten sie bis 27 w ausdehnen, 
wobei die Meßbedingungen 
eine Reinheit des Ozons von 
mehr als 98% verbürgten. 
Durch Verwendung ver- 
schiedener Meßdrucke wur- 
den die einzelnen Banden 
als dem Ozon sicher zuge- 
hörig festgestellt. Die Laboratoriumsergebnisse sind im Met. Taschenbuch, Aus- 
gabe IV, Tab. 126, im Auszug wiedergegeben und in Fig. 1 und 2 dargestellt 
(Kurve LL). In der Meßreihe der Fig. 1 betrug der Ozondruck 240 mm Hg, bei 
der Meßreihe der Fig. 2 160 mm Hg, in beiden Fällen die Länge der Absorptions- 
röhre 30 cm. Überträgt man nun diese Ergebnisse auf atmosphärische Verhältnisse, 
so erhält man unter der Annahme eines mittleren Ozongehaltes der Atmosphäre, 
reduziert auf NTP, von 0.3 cm eine Durchlässigkeit, die den Kurven AA entspricht, 
Für die langwellige Strahlung sind praktisch . 
nur drei Banden wirksam, die erste von 4.63 Tabelle 1, (Ozon). 
bis 4.95 u, die zweite als die stärkste von 8.3 
bis 10.6 und die dritte von 12.1 bis 16.4 u. 
Für das bisher ausgemessene Ozonspektrum im 
Ultraroten ergeben sich unter der Annahme 
mittlerer atmosphärischer Verhältnisse (0.3 cm 
Schichtdieke, 760 mm Druck) die in Tab. 1 
aufgeführten Minima der Durchlässigkeiten in 
Prozenten für die einzelnen Banden. 
Aus den Werten der Tab. 1 ist bereits zu 
ersehen, daß der Absorption durch das atmo- 
sphärische Ozon bzw. der durch sie hervorgerufenen Gegenstrahlung nur ge- 
ringe Bedeutung zukommt. Noch anschaulicher wird die Bedeutung — besser 
gesagt die Bedeutungslosigkeit — der atmosphärischen Ozonabsorption für 
die nächtliche Ausstrahlung am Erdboden, wenn man die Strahlungsintensität 
') Stärkste Absorptionsbande.
	        
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