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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 71 (1943)

Steppes, O.: Ausgleichung astronomischer Standlinien auf See. 
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und zur Berechnung von r 
(7) rnN=wN—8Z, —tZ,. 
Zum Vergleich gebe ich die Formeln für a und b nach .dem oben genannten 
ersten Verfahren (TI, II, III): 
® { a-(n*?— u? — v4)= 2. [(n—u)y — vr] 
bau = 2-[(n+u)x-—v7y] 
Bei drei Standlinien 
kann das Verfahren nach 
den Formeln (6) und« (7) 
zwar angewendet werden, 
hat aber als Ausgleichungs- 
aufgabe keinen Sinn, weil 
die Zahl der Unbekannten 
gleich der Zahl der Stand- 
Jinien ist. Derselbe Einwand 
läßt sich gegen‘ die Be- 
nutzung der kimmfreien 
Standlinien. bei drei Beob- 
achtungen machen; die drei 
Winkelhalbierenden eines 
Dreiecks schneiden einander eben immer in einem Punkt. Ein einfaches Beispiel 
soll erläutern, worum es sich handelt: 
1. Die Werte Az, =0.0°, Ah, = -+4.6'; Azz-=124.0°, 4b;,=-—5.0'; Azy=29.0°, Aby= 2.6 
führen zu einem astronomischen Schiffsort O.., der gegen den Loggeort 0; den Breitenunterschied 
b== 4.4.6‘ und die Abweitung a ==-—2,9 sm hat; die drei Standlinien gehen genau durch den einen 
Punkt 0, (Abb. 3). Ich gebe diesen fehlerfreien Werten nun den konstanten Fehler +2.0 und 
kleine zufällige Fehler: 
2, Azı=0.0°, Ah, = +68; Azy=124.0%, Ah, = —3.1’; Azy==29.0°, Ah; = +4.8. Daraus 
findet man nach (6) und (7) a=-— 338m, b= +46, r=22', wie zu erwarten war (Abb. 4, 
Punkt O,.). Die kimmfreien Standlinien ergeben einen von OO, wenig verschiedenen Punkt Or. 
3, Gibt man den fehlerfreien Werten die Fehler +20, +2. und — 2.0, so daß von einem 
konstanten Fehler nicht mehr die Rede sein kann, 80 hat man Az, =0,0°, Ahı = -+6.8'; Azı == 124.00, 
Ahz = — 3.V'; Az =29.0°, Ah; = +05’ uhd findet nach (6) und (7) a = — 14.0 sm, DD — 0.0’, 
r= 7,8‘ (Abb. 5), O,x liegt wieder sehr nahe bei OO; daß beide unbrauchbar sind, geht aus dem 
Ursprung des Beispiels hervor. 
In den Formeln (4), (6) und 
(7) liegt ein Verfahren vor, aus 
sorgfältig gemessenen Kimm- 
abständen. hinterher den kon. 
stanten Fehler zu errechnen. 
Sind alle vermeidbaren Fehler 
ausgeschaltet, insbesondere die 
Fehler des Instrumentes bekannt 
und berücksichtigt, Temperatur 
und Luftdruck zwecks Verbes- 
serung der Refraktion gemessen, 
so dürfte r gleich dem Fehler 
der Kimmtiefe allein sein oder 
ihm doch nahekommen, 
Das folgende Beispiel ist dem Meteorwerk Band 1 S, 336 entnommen. Die Werte Ah sind mit 
Hilfe der Gesamtbeschickung für 8 m Augeshöhe berechnet: Az, = 253.5°, Ah, = — 1.8'; Az, == 253,50, 
Ahz=— 2.4; Azı==207.5°, Ahy=2— 3.1’; Azı=207,5°, Ah; =— 28%; Azı = 308,79, Abs= +09, 
Azg=0.0°, Ab; = +0.8‘, Die Ausgleichung nach (6) und (7) ergibt a == 0.0, b=-+22, r== 1.15, 
Im Meteorwerk sind die Werte Ah, die mit Hilfe der mit dem Kimmtiefenmesser gemessenen Kimm- 
tiefe berechnet sind, zu — 0.7, — 1.3’, — 2.0, —1,7', +2.1’, +2.0’ angegeben. Gleicht man diese 
Staudlinien nach (8) aus, so kommt a==0.0, b=+2.3. Der Durehschnittswert des Unterschiedes 
zwischen der mittleren und der gemessenen Kimmtiefe liegt nach dem Meteorwerk (S. 334 Fußnote) 
bei 1.1‘. Die Übereinstimmung ist demnach gut. 
Das neue Verfahren berücksichtigt die regelmäßigen und die zufälligen 
Fehler. Man könnte zu demselben Zweck auch den Gedanken verfolgen, zunächst
	        
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