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Full text: 71, 1943

Schumacher, A.: Monatskarten d. Oberflächenströmungen im äquatorialen u. südl. Atl. Ozean, 217 
nordöstliche Küstenströmung, die als Ausläufer der Strömung auf dem pata- 
gonischen Schelf im April bis August bis in die Breite von Rio Grande do Sul 
reicht (im Juni gewinnt sie sogar Anschluß an die eben besprochene Neer- 
strömung), offensichtlich durch die Windverteilung nahe der Küste begünstigt 
bzw..in den übrigen Monaten unterdrückt (Ausnahme: Dezember). Die vom 
Kontinentalabfall geleiteten Wassermassen weiter draußen werden durch die 
örtlichen Winde nicht gestört. Zu dem cum sole-Kreislauf um 35° S, 50° W, der 
auf der Mai-, Juni-, September- und November-Karte angedeutet bzw. ausge- 
bildet ist, stimmt die Kuppe von über 25 dyn. cm auf Defants Beilage XXI, 
Auch sonst ist es reizvoll, das stark gegliederte Gebiet der Erhebungen 
des physikalischen Meeresniveaus auf diesen Karten und das ihm entsprechende 
große Singularitätsgebiet unserer Karten zu vergleichen, das den westlichen 
Teil der subtropischen (Strömungs-) Konvergenz bildet, und in das Brasilstrom, 
Falklandstrom und Westwindtrift ihre Ausläufer entsenden. Natürlich sind die 
mannigfaltigen, z. T. vielleicht etwas gekünstelt wirkenden Strömungsfiguren 
nicht starr mit dem jeweiligen Monat verbunden zu denken, Da im Südwinter 
ein Kern des südhemisphärischen Roßbreitenhochs mit entsprechenden schwachen 
umlaufenden Winden über dem Nordteil des Singularitätsgebiets liegt (nahe 
südlich von Trinidad und Martin Vaz), so müßte hier am ehesten ein gewisser 
Einklang zwischen Defants und unseren Karten zu erwarten sein. Immerhin 
findet man von Juni bis August südwestlich der genannten Inseln eine Be- 
wegung cum sole, die roh zu der Kuppe von mehr als 30 dyn. cm stimmt‘). 
Auch die Kuppe in 30° bis 35° S, 40° bis 45° W (über 25 dyn. em) paßt im Juni 
und August, auch im Dezember und Januar zu dem Richtungssinn der Strömungs- 
linien. Das gleiche gilt, besonders für Oktober, auch für Mai bis Juli, für die 
höchste Erhebung des ganzen Gebietes (von mehr als 35 dyn. cm), südöstlich 
der La Plata-Mündung, im Gebiet schroffen Übergangs zwischen Brasil- und 
Falklandstrom, in dem beiläufig nach G, Böhnecke (a. a. O. S. 205, Abb. 18, 19) 
„subtropische Konvergenz“ und „subtropische Grenze“ praktisch zusammenfallen, 
Für die Zone zwischen 0° und 10° N bestätigen die neuen Karten grund- 
sätzlich das im Jahre 1940 gewonnene Bild und bieten darüber hinaus manche 
beachtlichen Verfeinerungen, So tritt das Konvergenzgebiet im Gegenstrom und 
Guineastrom (A 3 auf Defants Karte der singulären Linien im Stromfeld der 
Oberfläche, vgl, Fußnote 1, S. 216) noch besser hervor, z. B. auf den Karten für 
Januar, März, April, Juni bis Oktober und besonders für November. Der rein 
ostwestliche Verlauf der nördlichsten Stromfäden des Südäquatorialstromes, der 
besonders auf den Karten für April bis Juli schon über dem afrikanischen 
Kontinentalabfall, fast noch in der Bucht‘ von Biafra, beginnt, würde. zu 
A, Defants Bemerkungen über die mutmaßliche Sondernatur dieses nord- 
hemisphärischen Teiles des Südäquatorialstromes stimmen (Abs, Topographie, 
S. 234). ; . 
Der Jahresgang des Äquatorialen Gegenstromes?), der sich mit Hilfe 
des reicheren Materials ebenfalls besser herausarbeiten läßt als 1940, ist — auf 
Grund der Arbeitskarten — in Tabelle 3 dargestellt. Jetzt läßt auch die April- 
karte, auf der 1940 wegen Spärlichkeit der Beobachtungen der westliche Gegen- 
strom nicht in Erscheinung trat, zwischen 37° und 52° W deutlich drei getrennte, 
ausreichend belegte kleinere Gebiete zusammenhängender südöstlicher Versetzung 
erkennen. Die beiden größeren stimmen recht gut zum NO-Abhang zweier 
Kuppen von über 15 dyn. cm, die auf Defants Beilage XXI (A. T.) dem von 
NW nach SO verlaufenden Rücken aufgesetzt sind, an dessen SW-Abhang der 
Guayanastrom mit großer Geschwindigkeit und Beständigkeit nach NW setzt. 
Als Kuriosum qualitativer Übereinstimmung sei erwähnt, daß — wohl unter der 
1) Die Beobachtungsreihen, die hier den topographischen Karten zugrunde liegen, etammen über- 
wiegend aus den Monaten Juli und August, — %) Vgl. zum Thema „Gegenstrom* die neueren wichtigen 
Arbeiten: R. B. Montgomery and E, Pälmen, Contribution to tbe Question of the Equatorial 
Counter Current. Journal of Marine Research (Sears Foundation) 3, 1940, S. 112£f. — H, Thorade, 
Der äquatoriale Gegenstrom im Atl. Ozean u. seine Entstehung. Ann, d. Hydr. 69, 1941, S. 201ff, — 
A. Defant, Zur Dynamik d, äquatorialen Gegenstroines, Ebenda, 8. 249ff. 
Ann. d. Hydr. usw. 1943. Heft IV/VL
	        
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