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Full text: 71, 1943

Schumacher, A.: Monatskarten d. Oberflächenströmungen im äquatorialen u, südl, Atl, Ozean, 215 
Defant sieht in der erstgenannten Linie den ungeefähren tropischen Rand, in 
der zweiten Linie den ungefähren polwärtigen Rand des Störungshbereiches, in 
dem die von ihm erörterten Einwirbelungen erfolgen, und den man — bislang 
noch — eben kurz als subtropische Konvergenz im Rahmen der troposphärischen 
Zirkulation bezeichnet, 
Im Benguelastrom fallen die von A, Defant in seiner schon erwähnten 
Studie über das Kaltwasserauftriebsgebiet vor der Küste Südwestafrikas gekenn- 
zeichneten einseitigen Divergenzen (vgl. besonders Abb, 3, S, 57) recht gut mit 
Divergenzen auf unseren Karten zusammen. Der Vergleich mit den Karten der Ober- 
flächentemperatur von G, Böhnecke!) gibt teilweise recht gute Übereinstimmung 
zwischen der Lage von starken Isothermenauslappungen und von Divergenzen 
auf unseren Karten, so im Januar um 10°5S, 0° W und um 10° 8, 10° W, im Februar 
um 13° S, 12° W und 17° S, 15° bis 20° W, im März etwa über der Valdivia-Kuppe 
des Walfischrückens, über der auch im Mai, Juni, Juli, November und Dezember 
Ansätze zu Divergenzen und Auslappungen erkennbar sind?). — Bei manchen 
einseitigen Divergenzen, die mit ebensolchen Konvergenzen parallel laufen (z. B. 
Februarkarte 20° bis 10°5S, 7° bis 0° O, Junikarte um 10° S, 2° O0 bis 2° W, Juli- 
karte. 20° bis 10°S, 10° bis 0° W, Septemberkarte 23° bis 10°S, 7° bis 0° O0) 
könnte man an Austauschwalzen oder zellulare Schraubenströmungen sehr großen 
Umfangs denken, wie sie — in kleinerem Ausmaße — H. Seilkopf für die Luft 
und hinweisend auch für das Wasser erörtert hat’, wenn es allerdings auch 
vorderhand unmöglich ist, in räumlicher Untersuchung festzustellen, inwieweit 
eine solche Vorstellung reellen Wert hat, Immerhin sei darauf hingewiesen, daß 
diese Stromfiguren in anderen Gebieten nur sehr spärlich und ganz schwach 
angedeutet sind, und daß anderseits M. Willimzik*) auf ihrer Julikarte etwa 
in dem der Benguelaströmung entsprechenden Gebiet des östlichen Indischen 
Ozeans — allerdings nicht nur, aber auch am ausgeprägtesten dort — ganz 
dieselben Divergenz- und Konvergenzlinien herausgearbeitet hat. — Bemerkens- 
wert erscheint noch eine „rückläufige“ Konvergenz auf der Oktober- und No- 
vemberkarte, die — ziemlich genau unter der NO-Grenze des Passatgebiets — 
von etwa 13°5S, 7° O nach NW, nach ungefähr 7° S, 8°O verläuft. Im No- 
vember ist östlich dayon noch eine zweite derartige Konvergenz angedeutet. — 
Die Strömungen nahe der Küste können bei dem kleinen Maßstab — und viel- 
fach aus Mangel an Material — nicht annähernd in der erwünschten Ausführ- 
lichkeit wiedergegeben werden; hingewiesen sei auf die vielfach auflandige 
Komponente [in Übereinstimmung mit A. Defant®)]. 
Die in die Bucht von Biafra einbiegenden Stromfäden bestätigen den 
1940 namentlich im Gegensatz zu O0. H. Wendler erörterten Befund über das 
Ostende des Guineastromes®)., Dieses reicht im Januar vor der Ostküste der 
Biafrabucht bis 1° N südwärts; aber zum Umkurven in den Benguela- bzw. 
Südäquatorialstrom kommt es nach unseren Versetzungen durchweg auch dann nicht, 
Etwa auf den Karten für Mai bis September scheint sich der von Süden 
kommende Strömungsimpuls (die „Monsuntrift“ J, Jankes’) stärker durchzu- 
setzen als in den übrigen Monaten; auf der Juni- und Julikarte erreicht er 
sogar die Nordküste der Biafrabucht. Dies paßt zu der Tatsache, daß dann 
die den Gegen- und Guineastrom verursachenden bzw. erhaltenen Faktoren am 
weitesten nach N verlagert sind. 
4) „Meteor“-Werk, Bd, V, Atlas, Berlin 1936. — % Anmerkung bei der Korrektur: K, Kalle 
machte Verf. auf die von E. Hentschel im „Meteor“-Werk, Bd, X1, Berlin 1936, S. 126{ff., erörterten 
„ausgezeichneten Stellen der offenen Hochsee“ aufmerksam. Hentschels planktonreiche Stelle bei 
28.5° 8, 7° O (S, 131ff.) stimmt gut zu den Divergenzen nahe der Valdiviakuppe, und in die sogleich 
zu besprechenden Gebiete paralleler einseitiger Divergenzen und Konvergenzen fällt die verfärbte Stelle 
bei 15° S, 2° O, über der ein kleines Gebiet auffallend hoher Bewölkung (über 7 im Jahresdurchschnitt 
nach Schott, a. a. O. Taf. XIIT) liegt. — %) Mittelräumige atmosphärische Strömungstypen, 2. Köppen- 
Heft d. Ann. d. Hydr. 64, 1936, S. 84ff. — *) Die Strömungen im subtrop, Konvergenzgebiet d. Ind. 
Ozeans. Veröff, Inst, f, Meereskunde, N, F, Reihe A, Heft 14, Berlin 1929, besonders Taf, 3. — %) Das 
Kaltwasserauftriebsgebiet usw. 5. 55, Abb. 2. — °%) Die Oberflächenbewegungen d. Guineastromes, 
Gerlands Beitr. z. Geophysik, Bd. 44, 1935, S. 191 ff. — ?) Strömungen usw. im Golfe v. Guinea. Arch. 
d. Dtsch. Seewarte 38, 1920.
	        
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