Schulz, B.: Die hydrograph, Ergebnisse d, Ostseefahrt d.°Verm,-Schiffes „Panther“ usw. 199
werden. Die hydrographischen Arbeiten wurden ausgeführt vom Verfasser (Deutsche
Seewarte), die biologischen von Dr. A. Wulff (Staatliche Biologische Anstalt auf
Helgoland). Über die hydrographischen Ergebnisse sei im folgenden berichtet.
Die Fahrt begann am 12. 9. 1924 in Swinemünde (vgl. Fig. 1) und ging über
die westliche Stolper Schwelle (Stat. 1 am 12. 9.), die Stolper Rinne (Stat. 2 am
12. 9.) und das Danziger Tief (Stat, 3 am 13. 9.) zunächst nach Pillau und
Königsberg, wo das Schiff vom 13, bis 20. 9. verweilte, . Der zweite Teil der
Fahrt führte östlich von Gotland nach Norden und dann westlich von Gotland
südwärts über die Öland Riff-Schwelle und das Bornholm-Tief nach Malmö und
Kiel. Im östlichen Teil der Gotland-Mulde wurden an vier Punkten Serien ge-
wonnen; Stat. 4 (21. 9.) mit 120 m Tiefe liegt unmittelbar nördlich der das
Danziger Tief von der östlichen Gotlandmulde trennenden Schwelle, Stat, 5
(21. 9.) mit 162 m Tiefe in der östlich der Südspitze von Gotland gelegenen
Senke, deren größte Tiefe 177 m beträgt, Stat. 6 (21. 9.) mit 234 m Tiefe im
Gotland-Tief. Der letzte Beobachtungspunkt in der östlichen Gotland-Mulde war
Stat. 7 (22, 9.) mit 187 ın Tiefe im östlich der Insel Farö gelegenen Farö-Tief,
Westlich von Gotland wurde an den drei Stationen 8, 9 und 10 beobachtet
(sämtlich am 23. 9.). Stat. 8 (Tiefe 104 m) ist auf der Öland-Schwelle gelegen,
weiche die Insel Öland nach Nordosten unterseeisch fortsetzt, Stat. 9 (Tiefe 152 m)
in der sich nordwestlich davon befindenden Senke und Stat. 10 (Tiefe 116 m) in
der südöstlich der Öland-Schwelle gelegenen Senke. Auf der weiteren Fahrt wurde
andlich noch am 24./25. 9. Stat, 11 (Tiefe 93 m) im Bornholm-Tief genommen,
Die hydrographischen Beobachtungen betrafen Temperatur, Salz- und Sauer-
stoffgehalt, Wasserstoffionenkonzentration sowie in einigen Fällen die Menge
der freien Kohlensäure und der Gesamtkohlensäure; sie sind in den Tabellen 1
und 4 zusammengestellt.
Die regionale Verteilung von Temperatur, Salzgehalt, Dichte, Sauerstoffgehalt
(ccm/L und %) sowie der Wasserstoffionenkonzentration (p,) ist in Schnitten dar-
gestellt, welche von der Stolper Schwelle ausgehen und über das Danziger Tief, das
Gotland-Tief, nördlich um Gotland herum nach dem Gebiet westlich von Gotland
und weiter nach dem Bornholm-Tief führen (vgl. Fig. 2 bis 7). Die in 1000 facher
Übertiefung gezeichneten Schnitte enthalten sämtliche gewonnenen Stationen.
Die Oberflächentemperaturen bewegten sich zwischen 18.5° und 9,7°, am
höchsten waren sie über der Stolper Schwelle und in der Danziger Bucht, am
niedrigsten westlich von Gotland. Daß diese Temperaturunterschiede nicht vor-
wiegend durch den 10- bis 12tägigen Zeitunterschied der Gewinnung der Beob-
achtungen bedingt waren, geht daraus hervor, daß an der Oberfläche des Born-
holm-Tiefs (Stat. 11), also an der letztgewonnenen Station, wieder hohe
Temperaturen von über 12° angetroffen wurden. Die westlich von Gotland
festgestellten niedrigen Oberflächentemperaturen deuten vielmehr auf den Ein-
Auß der dortigen Südbewegung des Wassers, der außerdem auch durch die
Werte des Oberflächensalzgehaltes angezeigt ist, die westlich von Gotland
(Stat. 8 und 10) mit 6.6 und 6.7 % 9 um ?/, bis ?/, °/ niedriger waren als östlich
davon. — Das Temperaturminimum des den sommerlich erwärmten Teil der
Oberschicht, die sog. warme Deckschicht, unterlagernden winterkalten Wassers
lag Östlich der Stolper Schwelle in etwa 60 m Tiefe; der niedrigste Wert trat
mit 1.33° bei Stat, 6 auf, also im Gotland-Tief.
Unterhalb der in der Gotlandsee etwa 60 m mächtigen oberen Wasser-
schicht, der sog. Oberschicht, in der sich die winterlichen Konvektionsbewe-
gungen abspielen, lagert das .Wasser der Unterschicht, das infolge seiner großen
Dichte von diesen Konvektionsbewegungen nicht erfaßt wird und dessen Er-
neuerung über die westlich gelegenen Schwellen hinweg erfolgt, nämlich die Öland-
Riff-Schwelle und die Stolper Schwelle mit den Schwellentiefen von 46 bzw. 60 m.
Im wesentlichen findet die Zufuhr frischen Wassers nach der Unterschicht der
Gotland-See statt über den tieferen dieser beiden unterseeischen Rücken, die
Stolper Schwelle. Innerhalb der Unterschicht steigt die Temperatur mit wachsender
Tiefe sehr schnell bis auf 4° und dann langsamer; der Höchstwert wurde im
September 1924 im Gotland-Tief in Bodennähe mit 4.56° erreicht, Die Maximal-
werte des Salzgehalts betrugen im Bornholm-Tief 14,99, im Gotland-Tief 12.65% 00.