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Full text: 71, 1943

Schröder, B.: Über die Feuchtemessung bei den Aufstiegen mit Marineradiosonden. 193 
Feuchtthermometer ohne Feuchtestrumpf gestartet worden. Nur fünf Aufstiege 
lieferten eine unbrauchbare Feuchte, im wesentlichen wegen schlechter Registrie- 
rung, die z, T. durch Störsender bedingt wurde, wie sie auf dem Atlantik ganz 
besonders stark auftraten, Das Gesamtergebnis, ein Ausfall von nur 5% der 
Feuchtemessung wird in der Aerologie von keinem anderen Meßgerät auch nur 
annähernd erreicht werden, 
Zum besseren Verständnis der Abb. 2 und 3 [Tafel 11] sei noch bemerkt: 
Es werden für das erste Profil des Golfstromunternehmens (Kanaren. und 
Azoren) die relative Feuchtigkeit und die spezifische Feuchtigkeit in Isopleten- 
darstellung wiedergegeben. Auf dem genannten Profil wurde am 24. 5. abends 
das Seegebiet der Azoren erreicht. Besonders bemerkenswert ist der bis zu 
diesem Termin auftretende starke Feuchtesprung an der Passatinversion, der 
Werte von 80% und mehr annimmt sowie die außergewöhnlich geringe Feuchtig- 
keit oberhalb der Inversion. Der Feuchtesprung an der Inversion ist nach der 
mit der Marinesonde durchgeführten Messung weit größer als bisher angenommen 
wurde, und als er mit Hilfe der Haarhygrometer festgestellt werden konnte, 
Auf die Deutung dieser meteorologischen Ergebnisse näher einzugehen, ist hier 
natürlich nicht der Platz. Dies bleibt einer endgültigen Bearbeitung des Ex- 
peditionsmaterials vorbehalten. Diese Darlegung sollte nur zeigen, daß die 
Feuchtigkeitsmessung nach der Psychrometermethode mit Hilfe der Marineradio- 
sonde einwandfrei durchführbar ist und bereits zu bemerkenswerten Ergebnissen 
geführt hat. 
Die Schütte-Krause-Tafel zur nautisch-astronomischen Ortsbestimmung 
als Diagramm. 
Von K. Schütte, Wien, z. Z, Deutsche Seewarte, 
1. Einleitung, 
Im „Seewart“ 1942, Heft 2 ist von K, Schütte und E, Krause (1) ein gemein- 
samer Vorschlag gemacht worden, die Berechnung von Höhe und Azimut mit 
einer Tafel ohne Anwendung von Logarithmen durchzuführen. Die Hauptvor- 
teile einer solchen Tafel sind, abgesehen von der Ersparung jeglicher Logarithmen, 
daß nach der üblichen Berechnung des Stundenwinkels Höhe und Azimut in drei 
einfachen Schritten aus der Tafel entnommen werden können. Diese drei 
Schritte sind: 
1. Entnahme zweier Hilfsgrößen w, s auf derselben Zeile und Seite der 
Tafel. 
Bildung von g-+w nach einer einfachen Regel. 
Entnahme von h und a «= 90° — Az auf derselben Zeile einer andern 
Seite der Tafel. 
Die Unbequemlichkeit des Verfahrens liegt in der Interpolation nach beiden 
Richtungen, Diese kann erleichtert werden durch großen Umfang der Tafel und 
Angabe der Änderungen. Lästig bleibt sie aber auf jeden Fall. 
Es liegt somit nahe, die Tafel in ein Diagramm zu übersetzen, wobei alle 
Einschaltarbeit vom Auge besorgt wird. Im folgenden wird die Art und An- 
wendung des Diagramms besprochen, sowie ein Vergleich mit von anderer Seite 
gemachten ähnlichen Vorschlägen durchgeführt. Im Gegensatz zu den Höhen- 
gleichen ist dabei jetzt die Deklination keinen Beschränkungen mehr unter- 
worfen; gleichzeitig geht die Zahl der notwendigen Diagramme auf ein Mini- 
mum zurück. Außerdem lassen sie aber noch die Lösung vieler anderer Auf- 
gaben zu, 
2. Die Eigenschaften des Schütte-Krause-Diagramms und ein rohes Beispiel, 
Die beiden Hilfsgrößen w, s deren geometrische Bedeutung aus der Figur 1 
(siehe S. 194) hervorgeht, sind definiert durch die Gleichungen: 
sin s = sin £ cos ö \ 
ir w= COstetz ö
	        
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