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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Aprıl/Juni 1943,
3, Es ist geinlich genau auf den Adaptionszustand des Anges zu achten. Die Dunkelanpassung
muß genügend lange dauern, mindestens etwa 20 Minuten. Vor allem die kritische Periode zwischen
7 und 10 Minuten ist zu vermeiden.
4. Es ist zu achten, daß die Anpassung des Auges nicht durch Störlichtquellen verdorben wird,
Bei dem plötzlichen Aufleuchten einer Störlichtquelle kann man die Dunkelanpassung aufrecht-
erhalten, wenn man das beobachtende Auge während der Störung schließt.
Auf seiten des Seezeichens ergeben sich die nachstehenden Forderungen:
4. Solange das Seezeichen unter einem kleinen Sehwinkel erscheint, kommt es einzig und allein
auf den von ihm ausgehenden Lichtstrom an, gleichgültig, ob das Zeichen selbst leuchtet (Feuer),
oder ein nicht selbstlenchtendes Tageszeichen ist. Erst mit steigendem Sechwinkel beginnt die Leucht-
dichte eine immer größere Rolle zu spielen, um endlich bei Sehwinkelausdehnung über 1° allein maß-
gebend zu sein.
2. Der Kontrast des Seezeichens gegen seine Umgebung ist so groß wie möglich zu machen,
Es kommt dabei nur auf Helligkeitskontraste und nicht auf Farbkontraste an. Die Fläche des See-
zeichens soll möglichst einheitlich sein, Bei gleicher Sehwinkelgröße und gleichem Kontrast ist das
dunkle Zeichen auf hellem Grund dem hellen Zeichen auf dunklem Grund hinsichtlich der Sicht-
barkeit überlegen.
3. Langgestreckte senkrechte Zeichen sind den runden oder punktförmigen infolge der auflösenden
Eigenschaften des Auges überlegen.
4, Bei Leuchtzeichen ist die Dunkelpause grundsätzlich länger zu wählen als der Blitz.
Über die Feuchtemessung bei den Aufstiegen mit Marineradiosonden,
Von B, Schröder, Marineobservatorium,
(Hierzu Tafel 11 mit Abb. 2 und 3.)
Zur Feuchtemessung in der Aerologie wurde bisher in allen Ländern fast
ausschließlich das Haarhygrometer benutzt. Obwohl bekannt ist, daß sehr häufig
Aufzeichnungen von Haarhygrometern als fraglich zu bezeichnen sind, und daß
bei der Auswertung oft Fragen auftreten, die nur von einem Fachmeteoro-
Jogen geklärt werden können, wurde bei allen Neuentwicklungen von aerologi-
schen Meßinstrumenten zur Feuchteaufzeichnung wieder auf das Haar zurück-
gegriffen. ;
Bei der Entwicklung der Radiosonde durch die Kriegsmarine wurde dem-
gegenüber von der Voraussetzung ausgegangen, daß keine Fachmeteorologen
für die Auswertung zur Verfügung stehen, daß die Sonde auch von angelerntem
technischem Personal aufgenommen und ausgewertet werden muß. Aus diesen
Gründen wurde von der Feuchtemessung mit dem Haar Abstand genommen und
die psychrometrische Methode benutzt, die sich bei Bodenbeobachtungen be-
währte,
Die Auswertung der Meßergebnisse wurde nach der Sprungschen Formel
= (T,—T) über Wasser,
ELBA p— Ti) über Eis
durchgeführt.
Da die rechnerische Auswertung nach dieser Formel zuviel Zeit in Anspruch
nimmt, wurde die Formel zur Herstellung eines Diagramms benutzt, mit dem
der Dampfdruck und die relative Feuchtigkeit in kürzester Zeit mit der not-
wendigen Genauigkeit bestimmt werden können, Dieses Diagramm ist im
Marinewetterdienst eingeführt und hat sich hervorragend bewährt.
Die Sprungsche Formel ist allerdings nur eine Gleichgewichtsbedingung,
sie wird aus der Differentialgleichung
dW dm
FT
. dW
dadurch abgeleitet, daß man 7 =0 setzt.
Bei einem Aufstieg in der freien Atmosphäre, bei dem sich die Temperatur
dauernd ändert, kann nun aber von einem Gleichgewichtszustand keine Rede
sein. Die Annahme ig kann höchstens als allererste, grobe Näherung