Linke, F.: Der „Strahlungskoeffizient der Luft“, die Geschichte eines Problems, 157
F. M. Exner, Über den Wärmeaustausch zwischen der Erdoberfläche und der darüber fließenden Luft.
Wiener Berichte, 120, S, 181, 1911.
A. Defant, Die nächtliche Abkühlung der untersten Luftschichten und der Erdoberfläche usw.
Wiener Berichte, 125, 8. 1537, 1916.
R, Mügge und F, Möller, Zur Berechnung von Strahlungsströmen und Temperaturveränderungen
in Atmosphären von beliebigem Aufbau. Zeitschr. f. Geoph., 8, S. 53, 1932.
G. Falckenberg, Experimentelles zur Eigenstrahlung dünner, wasserdampfhaltiger Luftschichten,
Met. Zeitschr. 1939, 8. 72. (Daselbst weitere Literatur.)
Zur Funkortung durch Eigenpeilung nach drei Sendern.
Von H. Maurer, Berlin,
Ein im Oktober 1941 ausgegebenes Deutsches Reichspatent (Nr. 711481
Kl. 21a), patentiert vom 6. 1. 1939 an, betrifft eine „Anzeigevorrichtung zur
Bestimmung des Standortes eines Fahrzeuges“ nach folgender Methode: Man
setzt die Peilrichtungen, in welchen drei Sender von einem Fahrzeug gepeilt
wurden, unter Annahme eines willkürlich angenommenen Kurses auf der Karte
so an, daß sie durch die drei Senderorte gehen. Auf der Karte ist die Mög-
lichkeit vorgesehen, die drei Strahlen um die drei Senderorte um gleiche Winkel
in gleichem Sinne zu drehen, Dies tut man 8o lange, bis die drei Strahlen durch
einen Punkt gehen. Dieser Schnittpunkt soll auf der Karte den Fahrzeugort
anzeigen, während der Drehwinkel zugleich angibt, um welchen Betrag der an-
genommene Kurs vom richtigen abweicht. Die drei Sender werden vorzugs-
weise in den Ecken eines gleichseitigen Dreiecks angenommen,
Diese Methode muß in dreifacher Hinsicht als sehr bedenklich bezeichnet
werden. Unzutreffend ist die ihr zugrunde liegende Annahme, daß der einzige
zu berücksichtigende Winkelfehler einer Funkpeilung die Unsicherheit des Kurses
sei, auf dem sie gemacht wurde, Zweitens ist der Gedanke unzutreffend, es sei
ein Beweis für eine besonders zuverlässige Funkortung aus drei Funkstrahlen,
wenn diese auf der Karte durch einen Punkt gehen. Und drittens wirkt sich
bei der vorgeschlagenen Methode der Unterschied zwischen Erdkugel und Karte
besonders ungünstig aus.
Gewiß kann der wahre astronomische Kurs des Fahrzeugs im Augenblick
einer Funkpeilung unsicher sein, weil das Fahrzeug giert oder weil die Kompaß-
anzeige unsicher ist, a) beim Kreiselkompaß, wenn er die der Fahrt entsprechende
Lage noch nicht angenommen hat, oder die wirkliche Fahrt über Grund?!) und
damit die anzubringende Fahrtverbesserung nicht richtig bekannt sind, b) beim
Magnetkonipaß, wenn er schwingt oder die anzubringende, Mißweisung und
Deriation nicht richtig bekannt sind. Bei der vorgeschlagenen Methode wird
aber angenommen, daß die aus den angegebenen Ursachen anzubringende unbe-
kannte Kursverbesserung bei allen drei Funkstrahlpeilungen, die man ja nicht
genau gleichzeitig ausführen kann, die gleiche sei, was sicher kaum je zutrifft.
Aber selbst wenn die drei Peilungen genau gleichzeitig stattfänden (die Ein-
richtung der Funkfeuer-Gruppen verhindert dies im allgemeinen planmäßig),
bliebe die Methode noch immer sehr bedenklich, weil eben in die Unsicherheit
einer Funkstrahlpeilung noch andere Gründe als die Unsicherheit des Kurses
eingehen. In dieser Hinsicht findet man in den Lehrbüchern alles Nötige über
die Möglichkeiten von Wegablenkung und Nachteffekt, über die Unsicherheit der
Funkbeschickung, über die wechselnde. Minimumbreite und Peilschärfe, alles
Fehlerquellen, bei denen für Gleichheit des Winkelfehlers nach Betrag und Rich-
tung bei Peilung von verschiedenen Sendern und in verschiedenen Richtungen
durchaus keinerlei Begründung gegeben werden kann.
In Wirklichkeit erhält man aus diesen Gründen auch in jenen Fällen, wo
bei jeder Peilung der Kurs des Fahrzeugs ganz genau bekannt war, nicht drei
durch einen Schnittpunkt gehende Geraden, sondern ein sogenanntes Fehler-
} Es sei hierbei allgemein auf die wohl meist nicht berücksichtigte Tatsache hingewiesen, daß
die Fahriverbesserung am Kreiselkompaß nach der Fahrt über Grund zu bestimmen ist, die von der
Fahrt durch das Wasser oder die Luft sehr merklich abweichen kann.