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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943.
Noch in einem anderen sehr wesentlichen Punkt sind die Quarzuhren den
Pendeluhren weit überlegen. Die Pendeluhr gibt stets nur sekundliche Kontakte.
Eine Steuerung von Zeitgebe- und -registrierapparaten ist infolgedessen immer
nur mittels Synchronisations- und Relaisschaltungen möglich. Demgegenüber
liefert die Quarzuhr am Ausgang ihrer letzten Frequenzteilerstufe eine quarzgesteuerte
Normalfrequenz von 1000 Hz, mittels der es ohne weiteres möglich
ist, einen oder mehrere 1000-Hz-Synchronmotore
mit entsprechenden
Zifferblättern und Kontakten,
sei es als Nebenuhren oder
als Kontakt- bzw. Laufwerke zu
betreiben. Ein solches quarzgesteuertes
Kontaktwerk gibt
z. B. seit dem 9. Dezember 1941
die Onogo-Signale und die Kurzzeitzeichen
der Deutschen Seewarte,
deren Verbesserungen von
Signal zu Signal infolge der
Gangkonstanz der Quarzuhren
nur noch Unterschiede von ein
bis zwei Tausendstel der Sekunde
aufweisen. .
Darüber hinaus gestatten die
Quarzuhren noch die Abnahme
weiterer Normalfrequenzen —
100 kHz, 50 Hz, 1 Hz (Sekundenkontakt)
—, mit denen nach entsprechender
Verstärkung Druckund
Walzenchronographen, Zeitwaagen
usw. betrieben werden
können. Jegliche Synchronisation
mit ihrer umständlichen,
störanfälligen und immer noch
mit gewissen Fehlern behafteten
Wirkungsweise fällt damit vollständig
weg. Das bedeutet nicht
nur eine Steigerung der Betriebssicherheit,
sondern gleichzeitig
auch eine Steigerung der Genauigkeit,
da jetzt mehrere jeweils mit Fehlern behaftete Einzelvergleiche zu
einem Vergleich zusammengezogen werden können.
Es liegt in der Natur des Zeitdienstes eines Institutes, daß eine große Anzahl
von Zeitvergleichen erforderlich ist, um von dem durch die astronomische
Beobachtung ermittelten Stand der Hauptuhr zu der Wiederaufnahme des ausgestrahlten
Funkzeitzeichens und damit zur Bestimmung der Verbesserung desselben
zu gelangen, auf der letzten Endes der Beitrag dieses Institutes zur Berechnung
des „mittleren Institutes“ beruht.
Die elektrischen Eigenschaften der Quarzuhren ermöglichen auf diesem
Gebiete der Uhr- und Signalvergleiche den Einsatz von Walzenchronographen,
bei denen die Registrierwalze quarzgesteuert angetrieben wird, wodurch bereits
mehrere der bisher erforderlichen Zwischenvergleiche ausgeschaltet werden,
Die Wirkungsweise der Walzenchronographen (s) ermöglicht weiterhin die Registrierung
eines vollständigen aus 306 Zeichen bestehenden Koinzidenzsignals,
so daß jetzt eine für das gesamte Signal gültige Verbesserung angegeben werden
kann, während mit den bisher benutzten Registriergeräten bei wesentlich größerem
Arbeitsaufwand die Verbesserungen nur für wenige Zeichen am Anfang und am
Ende des Signals ermittelt wurden.
Aus diesen im Rahmen dieser Abhandlung nur kurz andeutbaren Erkenntnissen
ist nun der in der vorstehenden Abbildung schematisch wiedergegebene