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Full text: 71, 1943

146 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943, 
im Laufe der Jahre immer mehr an Salzgehalt verlieren und damit eine geringere 
Dichte annehmen. Es läßt sich demnach der Zeitpunkt voraussehen, an dem der 
Zustand der Wasserschichtung bereits so labil geworden ist, daß eine neu heran- 
strömende nun ihrerseits schwerere Wassermasse in der Lage ist, die bisherige 
Bodenwasserschicht zu unterströmen und damit den Umschichtungsvorgang aus- 
zulösen. Damit ist der Kreislauf geschlossen. In der Höhe des Phosphatgehaltes 
haben wir ein gutes Hilfsmittel, um uns größenordnungsmäßig über die Dauer 
eines solchen Kreislaufes Rechenschaft ablegen zu können. Nehmen wir als 
jährlichen Anreicherungsbetrag in der 200 m-Tiefenschicht 5 mg P/m®, wie er 
sich aus der Betrachtung der Jahre 1934 bis 1939 ergibt (Abb. 6), so kommt 
man unter der weiteren Annahme, daß der vergangene Rhythmus den Normalfall 
widerspiegelt, zu einer Dauer des Kreislaufes von größenordnungsmäßig zwei 
bis drei Jahrzehnten. 
Es dürfte eine interessante Aufgabe sein, unter diesem Gesichtspunkt die 
weitere Entwicklung des Wasserumsatzes im Gotland-Tief in den kommenden 
Jahren zu verfolgen, ebenso wie es mir reizvoll erscheint, auch in den dem 
Gotland-Tief benachbarten Gebieten der Ostsee während der Jahre 1932/33 nach 
Anzeichen zu suchen, an denen das Herannahen des besonders schweren, die 
Umschichtung auslösenden Wasserkörpers zu erkennen ist. Es ist ferner nahe- 
liegend, auch in biologischer Beziehung. eine Beeinflussung der Oberflächen- 
wassermassen durch die wieder in Freiheit gesetzten aus der Tiefe aufsteigenden 
großen Nährstoffmengen zu vermuten. 
Quarzuhr-Zeitdienst der Deutschen Seewarte zu Hamburg. 
Von Kriceh Lange, Deutsche Seewarte. 
Seit dem Jahre 1922 veröffentlicht das Bureau International de l’Heure zu 
Paris in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift, dem Bulletin horaire, jährlich 
eine Zusammenstellung der Ergebnisse der von sämtlichen Zeitdienstinstituten 
der Welt durchgeführten Zeitdienste. Der Ableitung dieser Ergebnisse liegt der 
Gedanke zugrunde, die von etwa 20 Instituten in der Form von Zeitsignalver- 
besserungen mitgeteilten Empfangszeiten von täglich 35 bis 40 Funkzeitzeichen 
unter Berücksichtigung der verschiedensten Einflüsse zu der Sendezeit eines sog. 
„mittleren Institutes“ zusammenzufassen. Diese „heures d&finitives“ stellen damit 
als die genaueste internationale Zeit das Ergebnis einer Auswertung von Zeit- 
signalaufnahmen einer Reihe von Instituten dar, deren Einzelfehler nur noch 
einen geringen Einfluß auf das Gesamtergebnis ausüben. 
Das Bulletin horaire bringt nun weiterhin für jeden Tag 20b Weltzeit die 
Abweichung P; der Zeit eines Institutes gegen die Zeit des „mittleren Institutes“, 
Diese für jedes der etwa 20 Institute gegebenen Werte P; gestatten nun, die 
jeweilige Genauigkeit des Zeitdienstes zu beurteilen, die im wesentlichen von den 
Fehlern der Zeitbestimmung, von der Güte der Zeitbewahrung und von der 
Genauigkeit der Zeitsignalaufnahmen abhängt. 
Unterzieht man diese als eine Art Zeugnisse für die einzelnen Institute zu 
bezeichnenden Jahresergebnisse etwa von 1936 an — von 1929 bis 1936 sind sie 
unter besonderer Berücksichtigung des Zeitdienstes der Deutschen Seewarte von 
A, Repsold (ı) diskutiert worden — einmal einer genaueren Betrachtung, so 
erkennt man einerseits, daß sich der Wettstreit um den ersten Platz im inter 
nationalen Zeitdienst im wesentlichen nur noch zwischen den fünf Instituten 
Greenwich, Hamburg, Paris, Potsdam und Washington abspielt, während die anderen 
internationalen Zeitdienstinstitute gütemäßig erst in weitem Abstande folgen. 
Man erkennt aber andererseits auch, daß sich die in den Zeitdiensten der 
oben genannten fünf Institute erreichten Genauigkeiten im Jahresmittel nur noch 
um Zehntausendstel der Sekunde unterscheiden. 
Bei einer kritischen Betrachtung der durch die Genauigkeit ihrer Zeitdienste 
definierten Rangfolge obiger fünf Institute fällt weiterhin auf, daß Hamburg 
bezüglich der Zeitbestimmung, die durch die Genauigkeit der astronomischen 
Der
	        
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