144 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943,
daß das Phosphatmaximum bzw. das Sauerstoffminimum unterhalb 180 m Tiefe
bereits „abgeschnitten“ ist. Dem alten stagnierenden Tiefenwasser hat sich bereits
ein Frischwasserkörper mit verhältnismäßig geringem Phosphat- und hohem
Sauerstoffgehalt zugemischt. Die nächste Zustandskurvendarstellung vom Juni
1934 (Abb, 3) zeigt das weitere Fortschreiten dieses Vermischungsvorganges an
| der Zunahme der „Einbeulung“ der
Phosphat- und der Sauerstoffkurve
sowie an dem „Hinauffressen“ der
Frischwassermasse bis in 160 m Tiefe.
Nach vier weiteren Monaten, Mitte
Oktober 1934, (Abb. 4) haben wir
nahezu den Endzustand der Umschich-
tung erreicht, was sich in der fast
senkrechten Lagerung der verschiede-
nen Zustandskurven unterhalb des
100 m-Tiefenhorizontes zu erkennen
gibt.
Anschaulicher noch als der Ge-
samt vergleich der einzelnen Zustands-
kurven vermittelt die zeitliche Dar-
stellung der verschiedenen hydrogra-
phischen Faktoren ein geschlossenes
Bild von dem Verlauf der Wasser-
umschichtung. Hierfür ist die 200 m-
Tiefenstufe gewählt worden, da in
dieser Schicht einmal genügend mit-
einander vergleichbare Beobachtungen
vorliegen und zum anderen alle we-
sentlichen Züge des Umlagerungs-
vorganges bereits genügend genau zu
erkennen sind,
Betrachten wir zunächst den Ver-
lauf der Temperatur (Abb. 5), so er-
gibt sich hier bereits eine deutliche
Zweiteilung, Von 1926 bis 1932 zeigt
die Kurve einen verhältnismäßig
ruhigen Verlauf mit einer schwachen
Tendenz zu ansteigenden Werten.
Nach 1933 wird nach einem unver-
mittelten Abfall von 0.4° C der Kur-
venverlauf wesentlich unruhiger und
unausgeglichener. Genau die gleiche
Erscheinung tritt uns bei der Be-
trachtung des Salzgehaltsverlaufes
(Abb. 5) entgegen. Der besondere
Unterschied gegenüber dem Tempe-
raturverlauf liegt darin, daß die erste
gleichmäßig ausgebildete Hälfte der
Kurve bis zum Jahre 1933 eine aus-
geprägte Salzgehaltsabnahme um
0.7 °% S aufweist, die auf eine gesetz-
mäßige Aussüßung der tieferen Wasserschicht hinweist. Der Verlauf der Dichte-
kurve lehnt sich naturgemäß eng an den der Salzgehaltswerte an. Bemerkens-
wert ist, daß eine Betrachtung des Temperatur-, Salzgehalts- und Dichteverlaufes
allein kaum zu einer klaren und eindeutigen Entscheidung über das Eintreten
des Umlagerungsvorganges führen könnte, Erst aus dem Verlauf der Sauer-
stoffwerte in Verbindung mit dem des Phosphatgehaltes, die sich beide
durch ihren charakteristischen Sprung zwischen größenordnungsmäßig erheblich