142 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April/Juni 1943,
dürfte auch endgültig entschieden werden können, ob die noch bestehenden
Darstellungsfehler etwa noch zu einem wesentlichen Teil auf einer bisherigen
Unvollständigkeit der Theorie der Seichtwassergezeiten, deren analytische Be-
handlung wegen der „unharmonischen“ Form der Entwicklung für die Gezeiten-
kräfte sehr schwierig und unübersichtlich ist, beruhen.
Verzeichnis einiger wichtiger Schriften,
Newton ; u 7 naturalis principia mathematica, London 1687. Deutsch von J, Ph. Wolfers,
rlin 1872.
Bernoulli, D., Traite sur le flux et reflux de Ia mer, Pieces qui ont remport€ le prix de PAcade&mie
Royale des Sciences, Paris 1741. Abgedruckt in Newton, Principia, Ausgabe von Lesueur und
acquier,
Laplace, P, S., Traite de M6canique Celeste, Livre IV und XII, Paris VII (1798) — 1825, ,
Lubbock, J. W., On the Tides in the Port of London. Philosoph. Transactions, London 1831.
— —, On the Tides at the Port of London, Philosoph. Transactions, London 1836, Weitere
Arbeiten, auch von Whewell, ebenda 1831—1840.
Airy, G. B., Tides and Waves, Encyclopaedia metropolitana, London 1842,
Thomson, W., Report of „Comittee for the Purpose of... Harmonic Analysis of Tidal Obser-
vations“, Brit, Assoc, Adv, Sci. Report, London 1868, Weitere Reports ebenda bis 1878.
Ferrel, W., Discussion of Tides in Penobscot Bay, Maine. I. The General Principles of the Har-
monie Analysis ete., U. S. Coast and Geodetic Survey Report, App., Washington 1878,
Darwin, G. H., Scientific Papers, Vol. I, Cambridge 1907.
Lentz, H., Fluth und Ebbe und die Wirkungen des Windes auf den Meeresspiegel, Hamburg 1879,
Börgen, C., Über die Berechnung einer Gezeitentafel unter Benutzung der Konstanten der har-
monischen Analyse, Ann. d. Hydrographie 1889,
— —, Über eine neue Methode, die harmonischen Konstanten abzuleiten, ebenda 1894.
— —, Darlegung der Berechnungsweise für die Angaben der „Gezeitentafeln“, ebenda 1907,
Harris, R. A., Manual of Tides, Part I— V, U. 5, Coast and Geodetic Survey Reports, App.,
Washington 1895—1904.
Rollet de 1’Isle, M., Observation, Etude et Prediet'on des Mardes, Paris 1905,
Warburg, H.D., The Admiralty Tide Tables and North Sea Tidal Predictions, Geograph,
Journal LIII, London 1919.
Doodson, A, T., Harmonic Prediction of Tides, Brit. Assoc. Adv. Sci. Report 1920.
— —, Intensive Analysis of Tidal Observations, ebenda 1921.
— —, The Harmonie Development of the Tide-generating Potential, Proceedings Roy. Soc.
London 1921,
-— —, Perturbations of Harmonie Constants, ebenda 1924,
— —, The Analysis of Tidal Observations, Philosoph. Transactions, London 1928,
— — and Proudman, J., Notes on Tidal Researches, Brit, Assoc. Adv, Sci. Report 1923,
Rauschelbach, H., Harmonische Analyse der Gezeiten des Meeres, I. Teil. Archiv d,. Deutsch,
Seewarte, Hamburg 1924,
Schureman, P., A Manual of the Harmonic Analysis and Predietion of Tides, Washington 1924,
Courtier, M. A., Donnees Num6riques concernant les Mares des Cötes de France, Recherches sur
le Regime des Cötes. Paris 1934.
Die große Wasserumschichtung im Gotland-Tief vom Jahre 1933/34.
Von Kurt Kalle, Deutsche Seewarte,
Im folgenden möchte ich in wenigen Zeilen die Aufmerksamkeit auf einen
Vorgang lenken, der nach seiner Auslösung im Jahre 1933 im Gotland-Tief zu
einer tiefgreifenden Veränderung im Wasseraufbau führte, Besondere Beachtung
verdient diese Erscheinung insofern, als sie das Endglied eines sich über mehrere
Jahrzehnte erstreckenden, rhythmisch verlaufenden Entwicklungsvorganges im
Wasserhaushalt des Ostseebeckens darzustellen scheint und als solches zweifellos
Seltenheitswert besitzt,
Bei den zahlreichen von der Deutschen Seewarte in den vergangenen Jahren
in der Ostsee unternommenen Untersuchungsfahrten wurden zweimal, im Jahre
1931 und 1938, Messungen im Gotland-Tief vorgenommen. Hierbei wurden neben
den üblichen Messungen der Temperatur und des Salzgehaltes auch chemische
Untersuchungen über den Sauerstoff- und den Phosphatgehalt angestellt. Während
ein Vergleich beider Stationen in bezug auf Temperatur und Salzgehalt zunächst
nichts Auffallendes ergab, zeigte die Betrachtung der Sauerstoff- und vor allem
die der Phosphatwerte, daß in der Zwischenzeit im Gotland-Tief eine tiefgreifende
Umlagerung der Bodenwasserschichten vor sich gegangen sein mußte. Die
Vergleichswerte von 1931 zu 1938 betrugen beispielsweise in 200 m Tiefe im