Hahn, Heß u, Trittelvitz: Über die unmittelbare Gewinnung von Dygogrammen usw. 135
Denn es ist
X’
HH’ N ı; a
T COS
x 2 “
+ ve
Y' =
& ee
= are =
en &
A
Da die Feldstärkekomponenten reine Schwingungsfunktionen des mißweisenden
Kurses sind, benutzt man die Komponentendarstellung zum Ausgleich der Streuung
der Meßwerte. Man trägt die Komponenten X‘ und Y‘ als Funktionen des miß-
weisenden Kurses % auf durchscheinendem Koordinatenpapier auf. Legt man nun
ein Hilfsblatt mit exakten Sinus-Linien verschiedener Amplitude, aber gleicher
Periodenlänge unter, so gelingt es durch Probieren leicht, die die Meßpunkte am
besten annähernde Ausgleichskurve zu finden. Aus diesen Ausgleichskurven
jassen sich sämtliche Größen entnehmen, die zum Aufbau der Poissonschen
Gleichungen notwendig sind [s. GL (4)].
Das anschauliche Bild der Feldellipse kann nun auf zwei Arten erhalten
werden, Beim ersten unmittelbaren Verfahren trägt man die gemessenen Werte-
paare H;, &. im Polarkoordinatensystem H’, X auf. Die Verbindungslinie der
Punkte liefert die Ellipse, Die Endpunkte der Fahrstrahlen werden mit den zu-
gehörigen mißweisenden Kursen x bezeichnet (vgl. Fig. 1). Beim zweiten genaueren
Verfahren entsteht die Ellipse mit Hilfe der Komponentendarstellung. Man über-
trägt für mehrere mißweisende Kurse die ausgeglichenen Wertepaare X’, Y’ in
das Polardiagramm (vgl. Fig. 2) und erhält damit eine Anzahl Ellipsenpunkte,
die wieder mit dem zugehörigen mißweisenden Kurs bezeichnet werden, Die
Koordinaten des Ellipsenmittelpunktes (cZ + P, fZ + Q) findet man aus den
Gleichungen (4). Zur Bestimmung der Ellipsenachsen benutzt man die bekannte
Konstruktion mit Hilfe konjugierter Durchmesser,
Ist für einen Kompaßort die Feldellipse gegeben und soll eine aus irgend-
welchen Ursachen neu aufgetretene festmagnetische Feldstärke bestimmt werden,
SO reicht dazu die Kenntnis zweier neuer Deviationen aus. Solche Feldänderungen
bewirken nämlich nur eine Verschiebung des Ellipsenmittelpunktes gegen seine
Frühere Lage, während die Form der Ellipse durch die Induktionskoönstanten a,
bi d und e festgelegt bleibt.
Ermittlung der Gezeiten in beliebig geformten Meeresgebieten
unter Benutzung der Randwerte.
Von Walter Hansen, Marineobservatorium,
Es sei eine beliebige geschlossene Kurve € gegeben, die die Abgrenzung des
zu untersuchenden Meeresgebietes G darstellt. Die Kurve € setze sich aus den
Küstenlinien EC, und aus den beliebig, z. B. geradlinig gewählten Begrenzungs-
linien ©, gegen die anschließenden Meeresgebiete zusammen, Die Gezeiten und
Gezeitenstromwerte auf dieser Kurve © werden Randwerte genannt. Die ent-
sprechenden Werte für Punkte aus dem Meeresgebiet G werden innere Werte
genannt.
Aufgabe der vorliegenden Untersuchung ist es, den Zusammenhang zwischen
den Rand- und inneren Werten aufzudecken und weiterhin darzustellen, in welcher
Weise Rand- und innere Werte ermittelt werden können.
Ausgangspunkt der Untersuchungen bilden die hydrodynamischen Gleichungen,
die hier der Einfachheit halber in komplexer Form geschrieben werden; sie lauten
nach Einführung eines Zeitfaktors e7i% und nach Vernachlässigung der gezeiten-
erzeugenden Kräfte, was aber keine grundsätzliche Einschränkung der Allgemein-
heit bedeutet: © a
igu—ay+ RW 4+g0,=0, . _
Q iev+tau+R'+g0,=0, 196 + Bo), + an), = 0.
Es bedeuten u, v die Geschwindigkeitskomponenten, X den Wasserstand über
Mittelwasser, h die Tiefe, og die Winkelgeschwindigkeit und w die Winkelgeschwin-
digkeit der Erdrotation, g die geographische Breite und «= 2wsing, g die